Landtagsabgeordneter Matthi Bolte (Grüne) startet Freifunk-Initiative in Lübbecke Online ohne Passwort

Lübbecke (WB). Ob im Eiscafé, in der Boutique oder im Einwohnermeldeamt: Viele Besucher der Lübbecker Innenstadt würden sich über freie Internetzugänge freuen – für Handys, Laptop oder Tablet. Die meisten W-LAN-Netze sind allerdings passwortgeschützt. Eine Ausnahme gibt es seit Donnerstag vor dem Büro der Grünen in der Niedertorstraße. Hier ist im Umkreis von 50 Metern Freifunk angesagt.

Von Kai Wessel
Matthi Bolte, Landtagsabgeordneter der Grünen, setzt sich für frei zugängliche W-LAN-Netze ein. Vor dem Lübbecker Parteibüro in der Niedertorstraße testen (von links mit Handys) Friedrich Kreienkamp, Herbert Vollmer und Andreas Edler den Empfang.
Matthi Bolte, Landtagsabgeordneter der Grünen, setzt sich für frei zugängliche W-LAN-Netze ein. Vor dem Lübbecker Parteibüro in der Niedertorstraße testen (von links mit Handys) Friedrich Kreienkamp, Herbert Vollmer und Andreas Edler den Empfang. Foto: Kai Wessel

Der heimische Landtagsabgeordnete Matthi Bolte (Grüne) wirbt für die Freifunk-Idee. Seine Fraktion hat gemeinsam mit der SPD und der Piraten-Partei einen Antrag in den nordrhein-westfälischen Landtag eingereicht, der die freie Internetnutzung – immer und überall – unterstützen soll.

»Überall auf der Welt gibt es freie W-LAN-Zugänge, nur nicht in Deutschland. Wir dürfen nicht den Anschluss verlieren«, sagt Bolte. Seiner Meinung nach könnte die Lübbecker Innenstadt vom freien Internetzugang, bei dem sich die Nutzer weder einwählen noch personenbezogene Daten preisgeben müssen, erheblich profitieren. »Das erhöht die Aufenthaltsqualität und die Attraktivität einer Stadt. Die Leute wollen auch unterwegs online sein«, sagt Bolte.

Die Grundidee von Freifunk basiert darauf, private W-LAN-Verbindungen nicht getrennt voneinander zu nutzen, sondern untereinander zu verbinden. Auf diese Weise entstehen lokale Bürgernetze, in dem der Datenverkehr über alle beteiligten Stationen funktioniert. »Je mehr Menschen mitmachen und Kapazitäten ihrer Leitung zur Verfügung stellen, umso effektiver ist das neue Netz«, erklärt Freifunker Andreas Edler aus Bad Oeynhausen. Binnen kurzer Zeit sei es in seiner Stadt gelungen, einen Teil der Fußgängerzone mit freiem W-LAN auszustatten. Nötig sei nur ein spezieller Router, der fertig eingerichtet 18 Euro kostet.

Bislang sind private und öffentliche Internet-Zugänge passwortgesichert. Der Grund: Werden illegale Aktionen über einen Zugang ausgeführt, kann nach BGH-Rechtsprechung derjenige in Haftung genommen werden, der sein W-LAN-Netz nicht ausreichend gesichert hat. Dieses Problem, das es so nur in Deutschland gibt, umgeht die Freifunk-Initiative, indem sie den Datenverkehr über den Router ins europäische Ausland ableitet.

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Freifunk -lokale Gruppe gründen

Ich würde mir wünschen, dass sich eine Gruppe gleichgesinnter findet, die z.B. in Zusammenarbeit mit einer Firma und/oder mit dem Berufskolleg die Einrichtung eines W-LANs in der gesamten Innenstadt realisiert. Ich bin mir sicher, dass sich auch die Gewerbetriebenden überzeugen lassen Strom, Internet und die Geräte zu finanzieren. Auch die rechtliche Hürde Störerhaftung läßt sich umgehen.

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