Folgen des Wintereinbruchs in Hüllhorst: Räumdienst im Dauereinsatz – Feuerwehr in Gerätehäusern
Verwehungen machen die Lage gefährlich

Hüllhorst -

Das Schneetreiben am Sonntag hat sich auch am Montag fortgesetzt. Der angekündigte Wintereinbruch erfasste allerorten auch die Gemeinde Hüllhorst, und Einsatzkräfte wie die Mitarbeiter des Bauhofes, die Mitglieder der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes hatten rund um die Uhr mit den Folgen zu tun.

Montag, 08.02.2021, 23:27 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 23:30 Uhr
Kein Durchkommen mehr: Vor einem Haus in Oberbauerschaft türmen sich die Schneemassen. Der Wind trägt immer mehr heran. Am Sonntag waren die Schneeverwehungen besonders stark. Foto: Oliver Gesel

 

Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte Bürgermeister Michael Kasche am Montagvormittag, dass seit Sonntag um 8 Uhr früh alle Löschgruppen in allen Gerätehäusern eine Staffelbesetzung vor Ort hätten. „Um einen Grundschutz sicherzustellen“, so Kasche. Zu diesem Zeitpunkt fuhr das Gemeindeoberhaupt gerade alle Gerätehäuser ab. Auch die Helferinnen und Helfer des DRK Hüllhorst stünden im Dorfgemeinschaftshaus Holsen bereit. „Zwischen zehn und 15 Zentimeter Schnee sollen noch kommen“, lautete seine Einschätzung. An allen Stellen habe das Telefon geklingelt – von der Feuerwehr über das Bürgerbüro im Rathaus bis zu seinem eigenen Handy, sagte Kasche. Die Hüllhorster wollten vor allem wissen, wann ihre Straße frei gemacht wird. Zwischen 250 bis 300 Anrufe seien bis Montagmittag eingetroffen.

Kasche betonte, dass die Hauptstraßen bei der Räumung Priorität hätten. „Dann kommen die Seitenstraßen und dann die Sackgassen.“ Der Winterdienst selbst habe Probleme, reibungslos voranzukommen. Das ein oder andere Streufahrzeug, auch von Straßen NRW, sei sogar in den Graben gekippt, sagte Kasche, der aber auch den Zusammenhalt der Bürger lobte. Sowohl die Landwirte unterstützten die Gemeinde massiv als auch Privatleute, die einen Trecker oder ähnliche Fahrzeuge besäßen und beim Nachbarn kurzerhand den Hof freischaufelten. Der Schnee habe natürlich auch eine schöne Seite, so der Bürgermeister. „Es sieht toll aus.“ Momentan ergebe sich eine umgekehrte Situation. In Süddeutschland habe man grüne Wiesen und hier das weiße „Allgäuer Land“.

Stefan Mehnert, Leiter der Feuerwehr Hüllhorst, sagte auf Nachfrage, dass die Anreise für die Kameradinnen und Kameraden zu den Gerätehäusern schon sehr beschwerlich gewesen sei. „Das Hauptproblem ist nicht der Schnee, sondern die Schneeverwehungen, also der Sturm zu den Schneemassen, der am Sonntag besonders stark war. Jetzt hat das nachgelassen und die Lage entspannt sich etwas.“ Der Winterdienst, unterstützt von einem externen Dienstleister, habe die ganze Nacht zu Montag gearbeitet. Extreme Bedingungen hätten sich durch besagte starke Winde ergeben, die den Schnee immer wieder auf die Straßen getragen hätten. „An solch ein Wetter kann ich mich nicht erinnern“, sagte Mehnert. Höchstens der Winter 1978/79 könne als Vergleich herangezogen werden.

Die Feuerwehr der Gemeinde Hüllhorst habe sich auf die angekündigte Wetterlage vorbereitet, ein Konzept aufgestellt und die örtliche Einsatzleitung eingerichtet. Die Bereitschaft in allen Gerätehäusern mit je sechs Feuerwehrleuten diene dazu, für das normale Einsatzgeschehen so schnell wie möglich zur Verfügung zu stehen. Viele Nebenstraßen waren am Sonntagmorgen mit dem Auto nicht mehr befahrbar. Dies hätte im Einsatzfall für die Feuerwehr Verzögerungen von weit über 30 Minuten bedeutet. Wie wichtig die Maßnahme war, zeigte, dass es teilweise mehr als eine Stunde dauerte, bis die Kräfte in den Standorten eintrafen, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr Hüllhorst. Nicht nur die Straßenverhältnisse machten Probleme, auch die Tatsache, dass die Autozufahrten oder Garagentore bereits teilweise einen Meter hoch mit Schneewehen blockiert und von Hand freigeräumt werden mussten. Die anhaltenden Schneefälle und Sturmböen sorgten dafür, dass sich die Lage über den Sonntag weiter verschlechterte. Die Hauptstraßen waren zeitweise nur einspurig befahrbar und der Straßenverlauf teilweise nur schwer erkennbar. Aufgrund der hohen Gefährdung wurde ein geplanter Schichtwechsel nach zwölf Stunden ausgesetzt und die Kräfte blieben über Nacht im Feuerwehrhaus.

Auch am Montagmorgen waren die Straßenverhältnisse insbesondere in den Nebenstraßen noch sehr ungünstig. Daher wurde die Wachbesetzung bis in den Montag hinein fortgeführt. Es gab insgesamt sechs Hilfeleistungen, die Unterstützung des Rettungsdienstes hatte Priorität. Das DRK Hüllhorst war mit dem Rettungswagen fast pausenlos im Einsatz. Die Feuerwehr half in der Nacht zu Montag mit einem geländegängigen Spezialfahrzeug beim Transport eines Patienten im zugeschneiten Bereich. Mehnert: „In Ahlsen zum Beispiel gab es Schneeverwehungen von bis zu zwei Metern Höhe. Da kommen Sie mit dem normalen Rettungswagen nicht durch.“

Die Kreispolizei wies darauf hin, dass zwei Straßen über das Wiehengebirge gesperrt seien: die Verbindungsstrecken zwischen Bad Oeynhausen und Hille-Rothenuffeln sowie die Bergstraße zwischen Nettelstedt und Schnathorst. Die B239 bei „Horsts Höhe“ und der Kahle-Wart-Weg sind laut Polizei weiterhin befahrbar.

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