Die Hüllhorster Band „Chickens‘ Nightmare“ erlebt 2020 ein Auf und Ab – Online-Konzert wird nachgeholt
„Die Branche ist sehr angeschlagen“

Hüllhorst -

Die heimische Band „Chickens‘ Nightmare“ aus Hüllhorst und Bad Oeynhausen hat wie so viele andere Musikerkollegen ein anstrengendes Jahr hinter sich – geprägt von einem ständigen Auf und Ab und schließlich dem absoluten kulturellen Stillstand.

Montag, 11.01.2021, 15:41 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 15:44 Uhr
Da waren Konzerte – unter freiem Himmel – noch möglich: Chickens‘ Nightmare hat Ende Juli beim Kultursommer in Vlotho für gute Stimmung gesorgt: (von links) Rüdiger Werner, Manuel und Carola Böhme, Christian Stallmann und Christoph Böhne. Foto: Frank Lemke

Die Folgen: Die Rockcover-Band konnte nicht einmal mehr proben, und das für den 6. Dezember geplante Streaming-Konzert als alternative Idee für die Fans musste abgesagt werden.

Den versöhnlichen Abschluss 2020 bildete zumindest ein Online-Auftritt in kleiner Besetzung für den Kultur-Adventskalender der Stadt Bad Oeynhausen. Die LÜBBECKER KREISZEITUNG hat mit der Band gesprochen – über das Musikmachen in Corona-Zeiten und das Streaming-Konzert, das in diesem Jahr nachgeholt werden soll.

 

Wie geht es euch? Wie habt ihr die Corona-Zeit als Band bislang verbracht oder besser gesagt durchgestanden?

Carola und Manuel Böhme: Uns geht es grundsätzlich ganz gut, aber wir können uns leider nicht treffen und auch nicht proben. Das vermissen wir sehr. Da fehlt einem das Hobby und der Ausgleich zum Alltag.

Beschreibt bitte mal, wie sich die Situation in den zurückliegenden Monaten für euch entwickelt hat.

Carola und Manuel Böhme: Als sich zwischenzeitlich wieder mehrere Haushalte treffen durften, haben wir auch wieder damit begonnen zu proben. Auffällig war sofort, dass wir uns erst „eingrooven“ mussten, da hat uns dann doch das regelmäßige Proben gefehlt. Wir haben immer darauf geachtet, viel zu lüften und uns in den Pausen draußen aufzuhalten.

Welche Konzerte sind ausgefallen bei euch?

Manuel Böhme: Das waren um die acht Veranstaltungen, die diesen Sommer ausgefallen sind beziehungsweise verschoben wurden. Zum Beispiel ist das Konzert in der Druckerei in Bad Oeynhausen im Mai verschoben worden, einige Privatveranstaltungen wurden abgesagt und ein Bikertreffen im Life House in Stemwede wurde auf nächstes Jahr verschoben. Insgesamt konnten wir mehr als zehn Gigs nicht spielen.

Ihr hattet Ende Oktober allerdings noch die Möglichkeit, bei der Benefiz-Veranstaltung „Biken für Brustkrebs“ in Tengern bei Firma Westerfeld zu performen. Konntet ihr 2020 noch bei anderer Gelegenheit open air abrocken?

Carola Böhme: Wir haben Ende Juli in Vlotho im Rahmen des Kultursommers auf dem Sommerfelder Platz gespielt. Das war einfach genial: super Wetter, alles draußen und um die 200 Rockbegeisterte, die mit passendem Abstand den Platz füllten. Alle hatten Lust darauf, dass endlich etwas stattfindet. Das hat einfach nur gerockt.

Etwas Gutes hatte das Jahr 2020 ja außerdem: Ich hörte, dass ihr ein neues Bandmitglied, einen neuen Bassisten, habt. Bitte einmal vorstellen.

Thorsten Kröger: Ich komme aus Bünde, bin 47 Jahre alt und spiele seit mehr als 15 Jahren E-Bass. Ich freue mich, dass ich bei den Chickens so gut aufgenommen wurde. Die Musik passt und ich fühle mich wohl.

Ihr habt nach Wegen gesucht, um auch in Corona-Zeiten die Fans mit eurer Musik zu erreichen und dabei eine Lösung gefunden – ein Streaming-Konzert, für die Fans im Internet live zu sehen und zu hören. Bedingt durch steigende Infektionszahlen und somit wieder härteren Corona-Auflagen musstet ihr dieses Konzert jedoch leider streichen...

Carola Böhme: Ja, wir mussten unser Online-Konzert absagen, da wir mehr als zwei Haushalte auf der Bühne wären. Das finden wir natürlich echt schade. Aber...wir werden es in diesem Jahr, sobald es möglich ist, nachholen. Wir werden und müssen natürlich jeweils die neuen Beschlüsse der Regierung abwarten, da unsere nächsten Schritte davon abhängen.

Wie entstand die Idee eines Streaming-Konzertes? Wie wird das Ganze dann ablaufen?

Manuel Böhme: Die Firma Lange und Ohlemeyer Veranstaltungstechnik hat bereits zu Beginn der Pandemie eine komplett ausgestattete Bühne für Streaming-Veranstaltungen in den eigenen Hallen in Minden aufgestellt und bietet die Möglichkeit, direkt vor Ort mit professionellem Equipment einen Auftritt zu streamen. Wir waren sofort interessiert. Es ist allerdings totales Neuland für uns und somit auch eine Herausforderung. Man spielt ja sozusagen vor leeren Rängen und trotzdem gibt es mit einer Chat-Funktion die Möglichkeit, mit dem Publikum zu kommunizieren.

Wie lange wird das Konzert dauern?

Chickens‘ Nightmare: Ungefähr eine Stunde.

Steht schon fest, auf welcher Plattform sich die Fans das Konzert werden anschauen können?

Chickens‘ Nightmare: Auf Youtube. Dafür müssen wir noch einen eigenen Chickens‘-Kanal einrichten. Es wird eine Live-Übertragung sein, die danach weiter abrufbar ist.

Wie wird das finanziell gestemmt? Muss man Tickets dafür kaufen oder wird es kostenlos sein?

Chickens‘ Nightmare: Die Kosten tragen wir. Für alle Zuschauer wird das Konzert kostenlos sein.

Habt ihr euch selbst schon Streaming-Konzerte angeschaut in der vergangenen Zeit?

Chickens‘ Nightmare: Vor einigen Monaten stand Peter Wilcek mit seiner CCR-Revival-Band auf der Bühne in Minden und es war ein echtes Erlebnis, auch wenn man „nur“ zu Hause in den eigenen vier Wänden saß.

Könntet ihr euch vorstellen, das in Zukunft öfter auf die Beine zu stellen, wenn es gut gelaufen sein sollte? Welche Alternativen könnte es noch für Bands geben?

Chickens‘ Nightmare: Sicherlich würden wir diese Art von Gig nochmal aufziehen. Interessant wäre vielleicht auch ein Live-Mitschnitt aus dem Probenraum. Der Zuschauer könnte dann mal live bei einer Probe dabei sein, wenn das gemeinsame Musikmachen in voller Besetzung wieder möglich ist. Leider ist der Aufwand für eine gute Qualität, was den Ton und das Bild angeht, doch sehr groß.

Wie war der besondere Auftritt in kleiner Besetzung beim Online-Kulturadventskalender?

Carola Böhme: Es war wirklich mal ein ganz anderes Konzert, ungewöhnlich, aber richtig gut. Es hat auf ganz andere Weise Spaß gemacht. Leider durften wir ja nur zu dritt spielen, von daher gab es mal ganz andere Klänge von den Chickens – unplugged und auch mal eine Ballade.

Wie seht ihr die Zukunft der Branche? Ihr habt das Glück, dass die Band ein Hobby ist und ihr nicht euren Lebensunterhalt damit bestreiten müsst…

Chickens‘ Nightmare: Die Branche ist sehr angeschlagen. Nicht nur die Bands oder andere Akteure, sondern auch die Veranstalter und Technikfirmen. Es wurden ja auch schon Aktionen gemacht, um auf die schlimme Situation dieser Branche hinzuweisen – wie zum Beispiel die Beleuchtung des Fernsehturms in Porta am 5. Juni.Wir werden unser Online-Konzert für die Zuschauer kostenlos geben und hoffen, es begeistert alle. Vielleicht können wir einen Teil unserer Zuschauer dazu bewegen, Karten für ein Online-Konzert eines Akteurs zu kaufen, der auf die Einnahmen angewiesen ist.

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