Freilichtbühne Kahle Wart: Vorstand will kein „komplett ruhiges Jahr“ – Suche nach Alternativen
Zuschauer bekommt etwas geboten in Oberbauerschaft

Hüllhorst -

Die Freilichtbühne Kahle Wart als Winterwunderland – mit diesem Foto grüßen der Vorstand des Heimatvereins Oberbauerschaft sowie die Mitglieder der Freilichtbühne die Bürger. In diesem Jahr soll es nicht wie 2020 still bleiben in Sachen Kultur.

Sonntag, 10.01.2021, 09:32 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 16:06 Uhr
Winterimpressionen von der Freilichtbühne Kahle Wart in Oberbauerschaft: Wie wird sich dort das Jahr 2021 gestalten? Der Vorstand hofft darauf, die Spielzeit 2020 nachholen zu können. Foto: Frederik Kirchhoff

„Wir wünschen ein frohes, neues Jahr und hoffen, dass alle eine besinnliche Weihnachtszeit hatten“, sagt Frederik Kirchhoff (Werbeleitung Freilichtbühne Kahle Wart).

Er blickt zurück auf ein „turbulentes Jahr 2020“. „Viele unserer erwachsenen Mitglieder hatten die eine oder andere Hürde oder Schwierigkeit im Berufsleben zu bewältigen und auch die Kinder und Jugendlichen hatten mit einem Auf und Ab in ihrer Schulausbildung zu kämpfen. Alles in allem war 2020 ein komisches, schwieriges und leider oftmals ernüchterndes anstelle eines erfreulichen Jahres.“

Dabei habe alles hoffnungsfroh angefangen und zunächst seinen normalen Gang genommen. In der Jahreshauptversammlung wurden die neuen Stücke für die Saison 2020 vorgestellt: „Pippi in Taka-Tuka-Land”, „Arsen und Spitzenhäubchen” und „Däi Urberraschungskur”. Kirchhoff: „Im Februar waren schon Leseproben der Stücke, doch dann kam Corona; wir mussten schweren Herzens die Spielsaison 2020 komplett absagen.“ Die Gesundheit der Spieler sowie des Publikums habe im Vordergrund gestanden.

Doch: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. „Die Stücke sind auf dieses Jahr verschoben worden, in der Hoffnung dass wir im Sommer spielen können“, sagt Kirchhoff, der aufgrund des harten Lockdowns bis mindestens Ende des Monats mitteilen muss, dass die Jahreshauptversammlung im Januar und der Familiennachmittag im Februar erstmal verschoben seien. Im Gespräch mit dieser Zeitung erinnert Kirchhoff daran, dass mit dem Familiennachmittag traditionell die Aufführung des plattdeutschen Winterstückes verbunden war.

Für das Freilichtbühnen-Team war jedoch schon länger klar, dass eine Veranstaltung, die so früh im Jahr ausgerichtet wird, keine Chance hat. „Das Winterstück haben wir schon im Oktober abgesagt. Das jeweilige Stück muss auch auf Platt übersetzt werden und diesen Aufwand haben wir dann nicht mehr betrieben.“ Im Schnitt spielen sieben bis acht Mitwirkende, die unter der Leitung von Helmut Becker auf einer kleinen Tournee auch die Zuschauer in Dünne, Kirchlengern und Rödinghausen erfreuen.

Für die späteren Monate 2021 hat das Kahle-Wart-Team die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Das Ziel lautet weiterhin: Die Stücke aus der Saison 2020 werden in diesem Jahr aufgeführt. Kirchhoff: „Der Vorteil ist, dass sie schon alle besetzt sind.“ Das Kahle-Wart-Ensemble steht also in den Startlöchern. Alle sehnten sich danach, wieder ihrem Hobby nachgehen zu können und somit einen Ausgleich zum Alltag zu haben. Natürlich sei die Voraussetzung für ein Nachholen der Spielzeit das gesundheitliche Wohl der Mitwirkenden und der Zuschauer. „Sollte es Risiken geben, muss man schauen, ob man die Saison zum Beispiel auf den Spätsommer verschiebt oder Alternativlösungen bietet“, so Kirchhoff. „Fest steht: Wir wollen nicht ein komplett ruhiges Jahr, sondern den Zuschauern etwas bieten.“

Da ist zum einen die Präsenzveranstaltung, die, wenn sie unter Auflagen stattfinden muss, jedoch auf kein großes Echo beim Vorstand stößt. „Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort müssten wir fünf bis sechs verschiedene Hygienekonzepte vorlegen. Denn die Regeln sind ja nicht nur im Zuschauerraum einzuhalten, sondern auch in den Räumen für die Mitwirkenden. Umkleiden, Getränke- und Essensausgabe, Toiletten, das müsste alles coronakonform abgestimmt werden. Ein großer Aufwand.“ Und: Sie stellten sich dann auch die Frage, ob der Zuschauer unter diesen Bedingungen noch die gleiche Freude an den Aufführungen habe wie sonst. „Wir möchten, dass Freiheit herrscht und keine künstliche Atmosphäre.“

Zum anderen gibt es den digitalen Weg, der viele Möglichkeiten bietet. „Die Bühne soll weiter in aller Munde sein und wir wollen verschiedene Ideen zusammentragen. Es hat schon erste Gespräche darüber gegeben“, sagt Kirchhoff. Denkbar sei die Vertonung von Stücken in Form eines Hörbuchs oder auch ein Kurzfilm. Die Angst in Kultur und Kunst sei, dass diese in Vergessenheit gerate und nicht wieder in der alten Form aufgegriffen werden könne. Eine gemeinschaftliche Aktion heimischer Kulturschaffender zum Neubeginn kann sich Kirchhoff auch gut vorstellen. „Wir versuchen, uns gegenseitig zu unterstützen.“

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