Gemeindesportverband und Kommune schaffen neues naturverbundenes Angebot
Kinder erkunden gemeinsam den Wald

Hüllhorst (WB). Freude beim Gemeindesportverband (GSV) Hüllhorst: Für sein Projekt „Natursportpädagogik – Natur als Entwicklungs- und Bewegungsraum“ erhält dieser eine Förderung in Höhe von 13.000 Euro (wir berichteten). Bewilligt wurde das Geld vom Landessportbund aus dem Landesprogramm „Sportplatz Kommune“. Beantragt wurde zum einen die Einrichtung einer Waldsportgruppe mit psychomotorischer Ausrichtung für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren sowie eine Mountainbike-Gruppe für Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren.

Montag, 09.11.2020, 01:50 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 02:00 Uhr
Ein erstes Schnupperangebot hat mit der Pädagogin Angelika Ring umgesetzt werden können. Die teilnehmenden sechs Jungen hatten dabei großen Spaß. Coronabedingt kann erst wieder für das Frühjahr eine Fortsetzung geplant werden.

Aber was genau verbirgt sich hinter dem Projekt des GSV Hüllhorst? „Wir wollen den Kindern die Natur und im Besonderen den Wald näherbringen. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich mit allen Sinnen wahrzunehmen“, sagt Geschäftsleiterin Susanne Halstenberg.

„Von natürlicher Umgebung abgekoppelt“

Im Vorschulalter stünden vor allem die „Aus-“Bildung der Sinne, Aufbau und Stabilisierung von Körperschema, Integration vielfältiger Wahrnehmungsleistungen, komplette Ausbildung und Entfaltung motorischer Kompetenzen sowie Entwicklung von Handlungsplanungen im Fokus. Halstenberg: „Kinder wachsen heute in einer Lebenswelt auf, die weitestgehend von der natürlichen Umgebung abgekoppelt ist. Die virtuelle Welt gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wir möchten den Bezug zur natürlichen Umwelt wieder möglich machen. Die Kinder sind Individuen, die auf Wahrnehmung wie Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken und Aktivität wie Rennen, Klettern, Springen, Balancieren, Fangen, Werfen, An- und Entspannung sowie auf ein gemeinsames Handeln ausgerichtet sind.“

Das gemeinsame Erkunden eines Waldgeländes durch Klettern und Balancieren, das Erkunden eines Baches oder das Bestaunen eines Ameisenhaufens gebe dem gemeinsamen Handeln einen Sinnbezug, der im heutigen Alltag nur begrenzt vorhanden sei.

Naturbegegnungen

Durch ausgiebiges Spielen und Toben sollen koordinative, motorische und sensomotorische Kompetenzen gefördert werden. Naturbegegnungen hätten auch positive Auswirkungen auf die mentale, soziale und physische Entwicklung sowie die Entwicklung des Umweltbewusstseins, betont der GSV. Dies gelte für die vier- bis siebenjährigen Kinder genauso wie für die Sieben- bis Zehnjährigen, die die motorischen Grundfertigkeiten schon gefestigt hätten. „Diese Altersgruppe möchten wir durch gemeinsames Mountainbiking an komplexere Bewegungen heranführen“, sagt Halstenberg.

Was Kinder motorisch lernten, würden sie auch als Erwachsene beherrschen, koordinative Fähigkeiten blieben erhalten. Darum sollen die Kinder mit Spaß und ohne Konkurrenzdruck früh an komplexe Bewegungen herangeführt werden, um ein ganzes Leben davon zu profitieren. „Wir möchten die Kinder motivieren, mutig zu sein, aber auch ihre eigenen Grenzen zu erkennen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten sollen sie sich die Erlebniswelt Natur erobern, wobei der Spaß im Vordergrund steht“, betont die Geschäftsleiterin.

Sportgeräte und Mountainbikes

Die Gemeinde und der GSV wollen für die beiden Zielgruppen, ohne an Hallenzeiten gebunden zu sein, ein neues naturverbundenes Angebot schaffen. Mit der Koordination und Ausführung hat der GSV als Übungsleiterin Angelika Ring beauftragt. Mit der Fördersumme sollen vor allem Sportgeräte und Mountainbikes angeschafft werden, die den Kindern während des Angebots zur Verfügung gestellt werden. Ein erstes Hineinschnuppern gab es vom 2. September bis 7. Oktober mit Pädagogin Angelika Ring, die von ihrem Mann Günter unterstützt wurde. Ein weiteres Angebot nach den Herbstferien sei aufgrund der Coronasituation leider nicht möglich gewesen, deshalb plane der GSV zur Zeit weitere Angebote für das Frühjahr.

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