In Corona-Zeiten: Kita-Helfer in einigen Einrichtungen der Gemeinde Hüllhorst tätig
Entlastung im Kindergarten-Alltag

Hüllhorst (WB). Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Und um die Pandemie einzudämmen, sind mehr Kräfte denn je gefordert. Auch in den Kindertageseinrichtungen fallen mehr Aufgaben an, um den Hygienebestimmungen gerecht zu werden. Vielerorts kann dieser erhöhte Arbeitsaufwand nicht von dem bestehenden Personal geleistet werden. Hier setzt eine Landeskampagne an: Es finanziert so genannte Kita-Helfer, die die pädagogischen Kräfte entlasten – nicht ersetzen – und im Schwerpunkt bei der Umsetzung der Hygienevorgaben mitwirken sollen.

Donnerstag, 05.11.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 18:36 Uhr
In den Kindergärten fallen durch die Pandemie etliche zusätzliche Hygienemaßnahmen an. Alle Kontaktflächen werden desinfiziert. Foto: dpa

DRK-Tageseinrichtung „Tausendfüßler“ in Ahlsen

Als äußerst sinnvoll und genau als richtige Idee erweist sich die Initiative in der DRK-Tageseinrichtung „Tausendfüßler“ in Ahlsen, wo zehn Fachkräfte drei Gruppen betreuen. Leiterin Marén Landmesser-Saga gerät geradezu ins Schwärmen, als sie von „ihrer“ Kita-Helferin erzählt. „Wir sind sehr zufrieden. Sie ist für uns eine enorme Entlastung und Unterstützung und man mag sie nicht mehr missen.“ Die neue Kraft bekommt nur Lob. „Das ist einfach jemand ganz Tolles. Sie hat das Gefühl, gebraucht zu werden, ist mittendrin und einfach auf Zack.“ Seit September ist die Kita-Helferin in der Einrichtung in Ahlsen tätig.

Wie entstand der Kontakt? „Es gab eine öffentliche Ausschreibung bei uns im Windfang, an der Magnetwand und in der Elterngruppe“, sagt Landmesser-Saga. Fünf Frauen hätten sich gemeldet. Die geeignetste Bewerberin, die auch mit den Arbeitszeiten konform ging, übernimmt nun die Desinfektion von Kontaktflächen, Lüften und etliches mehr. Täglich von 11 bis 13 Uhr arbeitet sie im „Tausendfüßler“, den Bedarf hat der Träger festgelegt. Die Kita-Helferin sorge bei Eltern, Kindern und Mitarbeitern für ein größeres Sicherheitsgefühl.

Familienzentrum „Arche“ in Oberbauerschaft

Seit einigen Wochen kann auch das Team des evangelischen Familienzentrums „Arche“ in Oberbauerschaft (20 Mitarbeiter, 79 Kinder in vier Gruppen) auf sogar zwei Alltagshelferinnen bauen, wobei die Gewichtung der Stunden unterschiedlich aufgeteilt ist. Leiterin Birgit Breder hebt ein gutes Vertrauensverhältnis als Grundvoraussetzung hervor. Über persönlichen Kontakt sei die Verbindung geknüpft worden. „Auf dem freien Markt jemanden zu finden, ist schwierig“, sagt Birgit Breder. Dies gelte für die nicht so berauschende Personalsituation insgesamt.

Die beiden Kräfte seien zu Uhrzeiten präsent, in denen viel anfiele. 27 Stunden wöchentlich entlasten die Kita-Helferinnen die pädagogischen Mitarbeiter. Im Zuge der Pandemie müssen laufend diverse Materialien zum Infektionsschutz vorgehalten werden. „Wir müssen beispielsweise ständig Handtücher nachfüllen, wobei wir diese schon vor Corona in Papierform hatten, und es fällt auch sehr viel Wäsche an. In der jetzigen Situation waschen wir lieber einmal mehr als zu wenig“, betont Birgit Breder. Auch der Verbrauch an Desinfektionsmitteln ist beträchtlich. „In unserer Einrichtung haben wir allein 72 Mittagskinder. Da muss viel gewischt werden – Tische, Stühle und sonstige Kontaktflächen.“

Gelüftet wird in der Arche natürlich auch vorschriftsmäßig, das heißt alle 20 Minuten. Die Leiterin rät den Kindern bei der Kleidung zum Zwiebellook, um sich den Temperaturunterschieden anzupassen. Birgit Breder wünscht sich allerdings, dass für die Kitas mehr über Lösungen nachgedacht wird in punkto Belüftung, wie es für Schulen der Fall ist.

Abgesehen von der Umsetzung von Verordnungen, gestiegenen Materialkosten, erhöhtem Arbeitsaufwand und einem Mehrbedarf an personeller Unterstützung verlieren Birgit Breder und ihre Kolleginnen natürlich nicht den Blick auf das Kind und dessen Bedürfnisse und Gefühle. In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie sagt sie: „Wir brauchen kein Laternenfest, wir brauchen Menschen.“

Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Tengern

Im evangelischen Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Tengern (13 pädagogische Kräfte, 80 Kinder in vier Gruppen) ist man ebenfalls hochzufrieden mit dem Konzept der Kita-Helferin. Hier war es sogar so, dass die Kraft nicht eingearbeitet werden musste, sondern schon im Haus tätig war. „Sie ist bei uns als Küchenkraft beschäftigt und hat für die zusätzlichen Aufgaben als Alltagshelferin ihre Stunden aufgestockt mit einer nun 30-Stunden-Woche“, sagt Leiterin Jessica Vortmeyer. „Das läuft richtig gut.“ Essensvorbereitung, nach dem Essen die komplette Desinfektion und vieles mehr gehören zum Ressort der Kita-Helferin. Wünschenswert sei eine Verlängerung der Landeskampagne und somit der Förderung, betont die Leiterin.

Positiv hebt Vortmeyer auch die Gelder für zusätzliche Anschaffungen im Zuge der Corona-Situation hervor – von der Handdesinfektion bis hin zu den Papierhandtüchern. Auch wer keine Alltagshelferin beanspruche oder habe finden können, bekomme zehn Prozent der vom Land bereitgestellten Summe für Materialien.

Kindergarten „Huckepack“ in Hüllhorst

Das ist der Fall im evangelischen Kindergarten „Huckepack“ in Hüllhorst (14 Pädagogen). „Wir haben jemanden in einer Arbeitsmaßnahme. Sie macht ganz viel, ist einfach prima und zuverlässig. Darum brauchen wir das nicht“, sagt Leiterin Petra Knost. Die Kraft sei mit dem Hygienekonzept vertraut und auch die beiden Reinigungskräfte seien dahingehend sensibilisiert.

Petra Knost ist froh über den Zuschuss bei der zur verstärkten Hygiene erforderlichen Ausstattung. Sie bräuchten jede Menge Einmalhandschuhe und selbstverständlich auch ein Gros an Papiertüchern und Desinfektionsmitteln. „So etwas sprengt schon unser Budget. Ich denke aber, dass die finanzielle Unterstützung nicht zur Deckung bis Ende Dezember reicht.“ Eine Folgeerscheinung der Krise sei zudem, dass die Abnahmen der Hygieneartikel mittlerweile kontingentiert seien.

Kindertageseinrichtung „Schatzkiste“ in Schnathorst

In der evangelischen Kindertageseinrichtung „Schatzkiste“ in Schnathorst (19 festangestellte Mitarbeiter, fünf Jahrespraktikanten, 106 Kinder in fünf Gruppen) ist man sowohl personell als auch räumlich gut aufgestellt, dass eine solche zusätzliche Kraft nicht benötigt wird, wie Leiterin Anette Niggemann erläutert. „Wir sind ein gut aufeinander eingespieltes Team und möchten nicht so gern unausgebildetes Personal in unserer Einrichtung“, sagt sie. Auch wenn dieses wie im Fall der Kita-Helfer keine pädagogische Arbeit übernehme.

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