Missbrauchsprozess gegen Hüllhorster (57) hat begonnen
Angeklagter schweigt

Hüllhorst/Bielefeld (WB). Vor dem Landgericht Bielefeld hat am Montagmorgen der Prozess gegen einen 57-jährigen Hüllhorster wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs begonnen. Er soll einem 13-Jährigen mehrfach schwere sexuelle Gewalt zugefügt haben.

Dienstag, 03.11.2020, 01:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 02:00 Uhr
Ein 57-jähriger Hüllhorster muss sich seit Montagmorgen vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Er soll einen 13-Jährigen mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Der Hüllhorster äußerte sich zum Prozessauftakt nicht zu den erheblichen Vorwürfen. Foto: dpa

Zwei Justizbeamte führten den tatverdächtigen Mann gegen 9 Uhr in den Sitzungssaal des Bielefelder Landgerichts. Der Blick des Angeklagten ging zu Boden. Der Hüllhorster befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Mit der Verlesung der Anklageschrift begann der erste Verhandlungstermin im Prozess. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, sich an einem damals 13-jährigen Jungen in der Zeit von Juni 2004 bis Anfang 2005 insgesamt 18 Mal sexuell vergangen zu haben. Dabei soll der Angeklagte den Geschädigten bei 16 Gelegenheiten schwer sexuell missbraucht und bei 14 Gelegenheiten sogar vergewaltigt haben.

Trotz des mehrfachen Hinweises des Vorsitzenden Richters, dass sich ein frühes Geständnis strafmildernd auswirken könne, schwieg der Angeklagte zum Tathergang. Nach Angaben der als Zeugin vernommenen Kommissarin soll der Beschuldigte im Rahmen der Ermittlungen bereits Zugeständnisse gemacht haben. Diese habe er aber nicht weiter erläutert und seine Handlungen als „Ausrutscher“ bezeichnet. Der damaligen Ermittlerin habe der Angeklagte zudem eine Art „Schweigevertrag“ mit dem Geschädigten vorgelegt. Laut dieses Papiers soll der Tatverdächtige dem Geschädigten ein Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro gezahlt haben – im Austausch für das Absehen rechtlicher Schritte gegen den 57-Jährigen.

Weitere Beweisaufnahme mit Zeugenaussagen

Kenntnis hatte die Polizei von dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch durch eine Aussage des Jungen erhalten. Weniger wortkarg zeigte sich der Angeklagte, als es um die Angaben zu seiner Person ging. So betonte er mehrfach, seit Jahren erkrankt zu sein. Zudem sei er aktives Mitglied in einer Religionsgemeinschaft.

Ob sich der Angeklagte zu den erheblichen Tatvorwürfen noch äußert, wird sich in den Folgeverhandlungen zeigen. Eine weitere Beweisaufnahme mit Zeugenaussagen ist für die kommenden Wochen geplant.

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