Hüllhorster Verwaltung stellt Möglichkeiten und geeignete Gebäude vor
Rathaus bekommt Solarzellen

Hüllhorst (WB). Welche Gebäude der Gemeinde Hüllhorst eignen sich für eine Photovoltaikanlage? Dieser Frage sind die Mitarbeiter des Fachbereichs Technik nachgegangen. Anstoß war ein Antrag der CDU-Fraktion. Darin wurde die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, „in welchem Ausmaß auf dem Dach der Gesamtschule Hüllhorst eine Photovoltaikanlage installiert werden kann, um Energiekosten zu sparen und einen erhöhten CO2-Ausstoß zu vermindern“. Auch die Bestandsobjekte sowie Neubauten sollten dahingehend überprüft werden.

Dienstag, 09.06.2020, 12:00 Uhr
Photovoltaikanlagen sollen auf Gebäuden der Gemeinde Hüllhorst installiert werden. Als wirtschaftlichste Variante wird angesehen, die Anlage selbst zu betreiben und den Strom zu 100 Prozent selbst zu nutzen. Foto: dpa

Im jüngsten Bau- und Umweltausschuss berichtete Joachim Struckmeyer, dass sich die Verwaltung von zwei Unternehmern beraten lassen habe. „Denn das ist für uns Neuland.“ Die ungünstigste Variante sei die Vermietung einer solchen Anlage, da es dabei keine Stromeinsparung gebe. Sowohl die Solaranlage selbst zu betreiben als auch die Dachflächen für die Errichtung und den Betrieb zu vermieten, sind als Möglichkeiten im Klimaschutzkonzept aufgeführt. Mehrere Dachflächen sind an die Gesellschaft „Hüllhorst Solar“ vermietet. Bei einer Vermietung der Dachflächen sind nach Angaben der Verwaltung zehn Euro pro kWp (Kilowatt-Peak, also die Spitzenleistung von Photovoltaik-Modulen) im Jahr zu erzielen.

Wenn man die Anlage selbst betreibt, gibt es drei Möglichkeiten, den produzierten Strom zu nutzen, wie der Fachbereich erklärt: 1. Der Strom wird komplett eingespeist – bei den aktuellen Einspeisevergütungen und den Strompreisen die ungünstigste Variante; 2. Der Strom wird selbst genutzt und der Überschuss eingespeist – dort sinnvoll, wo der Stromverbrauch niedriger als die mögliche Stromproduktion ist; 3. Der Strom wird zu 100 Prozent selbst genutzt – nur möglich, wenn ein materieller Speicher zusätzlich installiert wird und ein virtueller Speicher genutzt wird. „Dies ist die wirtschaftlichste Variante“, so die Gemeindeverwaltung. Die Ausrichtung nach Süden, so Struckmeyer, sei nicht zwingend erforderlich. Vielmehr sei eine Ost-West-Aufstellung ratsam.

70.000 Euro Kosten für Anlage auf Rathausdach

Die Verwaltung schlägt vor, als erstes Objekt das Rathaus stromautark zu machen. Dazu wäre eine PV-Anlage mit 50 kWp inklusive materiellem und virtuellem Speicher erforderlich. Die gesamte Konstruktion würde bei der jetzigen Preissituation etwa 70.000 Euro Kosten und hätte sich nach sieben bis acht Jahren amortisiert. Die CO2-Einsparung beträgt dabei jährlich etwa 26 Tonnen. Frank Picker (SPD) lobte diese Priorisierung. „Wir sehen es als richtig an, mit dem Rathaus anzufangen.“

Als geeignete Gebäude benannte die Verwaltung ferner: Dorfgemeinschaftshaus und Sportlergebäude Schnathorst, Feuerwehrgerätehaus Hüllhorst, DGH, Sporthalle und Feuerwehrgerätehaus Holsen sowie Grundschule und Sportlerheim Oberbauerschaft. Eine Anlage mit 99 kWp würde bei einer auf Flachdächern üblichen Ost-West-Aufstellung im Jahr etwa 79.200 Kilowattstunden produzieren und damit etwa 47 Tonnen CO2 einsparen.

Auch die Gesamtschule mit Sportlergebäude und Ilex-Halle steht mit auf der Liste. Eine vollständige Eigenversorgung der Gesamtschule mit einem Jahresverbrauch von mehr als 350.000 Kilowattstunden sei jedoch nicht möglich, erklärt der Fachbereich.

Geld für Installationen im nächsten Doppelhaushalt

Das Problem stellen vor allem zu hohe Baukosten für eine ausreichende Anlage dar. Denn: Bei Anlagen ab 150 kWp erhöhen sich die Investitionskosten durch den Bau einer Trafoanlage. Bei einer Anlage ab 100 kWp muss zudem der Strom selbst vermarktet werden, unabhängig vom Eigenverbrauch. Aus diesen Gründen sollte die Größe einer Photovoltaikanlage 99 kWp nicht überschreiten, so die Verwaltung.

Es erging einstimmiger Beschluss zum vorgelegten Bericht. Dem Klimaschutzkonzept entsprechend sind für den nächsten Doppelhaushalt Mittel für die Installation von Photovoltaikanlagen anzumelden.

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