Feuerwehr Hüllhorst rückte 2019 seltener aus als im Vorjahr – Schutzausrüstung ist da Pandemiestab „Corona“ greift

Hüllhorst (WB/gag). Auch bei der Feuerwehr Hüllhorst ist in Zeiten von Corona alles anders. Die obligatorische Jahresdienstversammlung im März musste ausfallen, viele Aktivitäten sind auf unbestimmte Zeit gestoppt.

Einer der spektakulärsten Fälle 2019: Ein Dekontaminationstrupp der Hüllhorster Feuerwehr war am 28. April in Preußisch Oldendorf im Einsatz. Hier waren nach einem Brandeinsatz in einer Halle große Mengen an Chemikalien gefunden worden.
Einer der spektakulärsten Fälle 2019: Ein Dekontaminationstrupp der Hüllhorster Feuerwehr war am 28. April in Preußisch Oldendorf im Einsatz. Hier waren nach einem Brandeinsatz in einer Halle große Mengen an Chemikalien gefunden worden. Foto: Feuerwehr

Stattdessen tagt regelmäßig der kurzfristig ins Leben gerufene Pandemiestab „Corona“, um die Abläufe an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. In dieser Woche sind bei der Hüllhorster Feuerwehr Schutzmasken eingetroffen. „Das Material wird jetzt verteilt. Im Einsatzfahrzeug ist es schwer, den nötigen Abstand einzuhalten. Da sind Masken notwendig“, sagt Wehrleiter Stefan Mehnert.

Gemeinde blieb von schweren Unwettern verschont

In vielen zusätzlichen Arbeitsstunden wurden Dienstanweisungen sowie ein System zur Über­wachung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr erstellt, um auf die aktuelle Lage angemessen reagieren zu können. „Bei Einsätzen rücken die Fahrzeuge möglichst mit reduziertem Personal aus und in den Gerätehäusern sind fast nur noch die Gerätewarte regelmäßig anzutreffen, die sich um die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft von Fahrzeugen und Geräten kümmern“, beschreibt Mehnert einige der in die Wege geleiteten Maßnahmen.

Fünf Kameradinnen und 136 Kameraden stehen in den einzelnen Löschgruppen aktuell zur Verfügung. Die Zahl der Einsätze lag 2019 mit 87 deutlich unter der des Vorjahres (114). Signifikant zugenommen hätte laut Mehnert die Zahl der Wohnhausbrände. Insgesamt war die Feuerwehr an der Rettung von 26 Personen beteiligt. Für eine Person kam jede Hilfe zu spät. Ein Feuerwehrmann wurde im Einsatz leicht verletzt.

Im direkten Vergleich macht sich bemerkbar, dass die Gemeinde Hüllhorst 2019 von schweren Unwettern verschont geblieben ist. Lediglich im Ortsteil Ober­bauerschaft ging es am 7. Juni 2019 stürmisch zu: Gleich fünf Mal rückte die Feuerwehr wegen umgekippter Bäume aus. Insgesamt wurden im Vorjahr 2621,5 Einsatzstunden geleistet.

Einsatz beim Drogenlabor

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz kam es am 28. April. Am Vormittag wurde die Feuerwehr Hüllhorst als Teil des ABC-Zuges Altkreis Lübbecke nach Preußisch Oldendorf gerufen. Nach einem Brandeinsatz waren dort in einer Lagerhalle, die sich später als „Drogenlabor“ entpuppte, große Mengen an Chemikalien aufgefunden. Die Feuerwehr Hüllhorst, die 2010 im Zuge einer Reorganisation der ABC-Abwehr im Kreis Minden-Lübbecke das Fahrzeug „GW Dekon-P“ übernommen hatte, war für die Dekontaminierung der Helfer zuständig.

Als eines der zentralen Themen des vergangenen Jahres nennt Stefan Mehnert die steigende Waldbrandgefahr. „2019 haben wir dazu eine große Übung durchgeführt“, sagt der Wehrleiter. Eine Herausforderung bei der Bekämpfung von Waldbränden stellt die Koordinierung der Einsatzkräfte in Gebieten dar, in denen keine Straßennamen und Hausnummern vorhanden sind. Um insbesondere bei Waldbränden in den Bereichen des Wiehengebirges vorbereitet zu sein, hat die Feuerwehr Hüllhorst mit dem Katasteramt des Kreises Minden-Lübbecke einen Waldbrandatlas erstellt. Dieser ermöglicht eine metergenaue Bestimmung von Schadensgebieten.

Aufgrund der in den Sommermonaten wiederholt aufgetretenen Trockenheit wurden auch bei der Hüllhorster Feuerwehr in den vergangenen zwei Jahren immer wieder umfangreiche Einsatzvorbereitungen durchgeführt. Zusätzlich wurde Ausrüstung beschafft, um die Einsatzoptionen zu verbessern. Einsätze im Bereich des Wiehengebirges sind für die Feuerwehr aufgrund der eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten und der nicht vorhandenen Löschwasserversorgung eine Herausforderung.

Beförderungen durchgeführt

Auch wenn die Jahresdienstversammlung mit Blick auf die sich im März abzeichnende Coronavirus-Entwicklung gestrichen wurde, wurden die anstehenden Beförderungen bei der Feuerwehr noch durchgeführt. „Die Urkunden werden dann im nächsten Jahr nachgereicht, genauso wie die weiteren Ehrungen bei den Leistungsabzeichen“, sagt Mehnert. Der stellvertretende Wehrleiter Sven Heuer (Löschgruppe Hüllhorst) ist vom Brandinspektor zum Gemeindebrandinspektor aufgestiegen. Peter Heine (Bröderhausen) trägt nun den Titel Brandinspektor. Jan-Frederik Frömel (Oberbauerschaft) und Markus Hagemann (Schnathorst) sind frischgebackene Oberbrandmeister. Sechs neue Anwärter konnte die Hüllhorster Feuerwehr zudem aufnehmen.

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