Kristina und Bernhard Laabs senden Hoffnung per Video nicht nur an ihre Gemeinde Ein Pastorenpaar im YouTube-Kanal

Hüllhorst (WB). Seitdem von den Regelungen der Kontaktsperre auch die Religionsgemeinschaften betroffen sind, suchen die Seelsorger vieler Kirchengemeinden auch für sich selbst ungewohnte Wege, um mit ihren Schäfchen in Verbindung zu bleiben. Sehr kreativ und erfolgreich gelingt das dem Pastorenehepaar Kristina und Bernhard Laabs aus Oberbauerschaft und Schnathorst.

Von Arndt Hoppe
Auf dem YouTube-Kanal von Pfarrer Bernhard Laabs schickt er mit seiner Frau, Pfarrerin Kristina Laabs, geistlichen Input in die Welt. In unterhaltsamen Dialogen und kurzweilig gestaltet halten sie während der Kontaktsperre die Verbindung zu den Gläubigen.
Auf dem YouTube-Kanal von Pfarrer Bernhard Laabs schickt er mit seiner Frau, Pfarrerin Kristina Laabs, geistlichen Input in die Welt. In unterhaltsamen Dialogen und kurzweilig gestaltet halten sie während der Kontaktsperre die Verbindung zu den Gläubigen. Foto: Bernhard Laabs (Repro)

Weil die Kirchen geschlossen sind, haben sie seit dem 20. März begonnen, Videos mit geistlichem Input auf ihren eigens dafür eingerichteten YouTube-Kanal einzustellen. „Wir wollen damit die Menschen, vor allem unsere Gemeindeglieder vor Ort,  in dieser schwierigen Zeit ermutigen und aufbauen“, sagt Kristina Laabs.

„Mein Mann hat richtig Blut geleckt“

Dabei begeben sich die beiden auf echtes Neuland. „Ich verstehe von Videos und dergleichen gar nichts“, gesteht Kristina Laabs. „Aber mein Mann hat sich da reingefuchst und inzwischen auch richtig Blut geleckt.“ Das bestätigt ihr Mann: „Ich kenne mich ganz gut mit Power-Point-Präsentationen aus. Und da kann man Clips, Texte und Bilder einfügen.“ Bernhard Laabs beschreibt, dass er einiges an Mühe in die Videoproduktion steckt. „Am Anfang hat es etwa zwei Stunden pro Beitrag gedauert, und jetzt schaffen wir es in etwa anderthalb Stunden.“ Denn die Beiträge sind nicht nur abgefilmte Predigten, sondern voller kreativer Einfälle.

Bisher haben die Laabs vier Videos gedreht und auf YouTube veröffentlicht. Und damit die Filme kurzweilig sind, nimmt sich das Paar jeweils ein möglichst aktuelles Thema vor. Darüber führen die Beiden vor der Kamera einen Dialog, für den sie vorher gemeinsam ein Skript schreiben. Darüber hinaus sind auch Kollegen aus Hüllhorst und Tengern in einigen der Videos vertreten.

Von der Haupt-Rolle im Leben

Dabei geht es auch nicht immer bierernst zu, sondern aktuelle Themen werden auch mit einer gewissen Prise Humor angegangen. So heißt der Titel eines Videos „Die Haupt-‚Rolle‘ in unserem Leben?“ und befasst sich mit Hamsterkäufen von Toilettenpapier. „Das bringen wir zum Beispiel gedanklich mit der Arche Noah in Verbindung“, sagt Kristina Laabs. „Wie haben sie es 40 Tage lang ohne Klopapier auf der Arche ausgehalten?“ Doch macht sich das Paar nicht darüber lustig, sondern schafft den Schritt, die Zuschauer im Glauben zu stärken und ihre Hoffnung zu nähren. Das Video, das zum Palm-Sonntag online ging, trägt den Titel „Das pralle Leben “. Darin geht es um die vielen Feste, die zurzeit nicht gefeiert werden können und die Hoffnung, sie später wieder feiern zu können.

Und diese Filme kommen offenbar sehr gut an. Das jedenfalls schließt die Pfarrerin einerseits aus der Zahl der Zugriffe auf die Videos, andererseits auch aus den Reaktionen aus der Gemeinde, die sie und ihr Mann bekommen. „Wir hatten schon viele positive Rückmeldungen – eines der Videos wurde schon mehr als 1200 Mal angeklickt“, sagt Kristina Laabs. Das Lob sei von ganz unterschiedlich alten Menschen gekommen. „Ein älteres Gemeindemitglied hat sich ganz herzlich bedankt. Es konnte den Film zwar nicht selbst auf dem Computer aufrufen, aber es hat sich den Inhalt zeigen lassen und war ganz begeistert.“ Doch auch von Jugendlichen sei positives Feedback gekommen. „Ein Konfirmand schrieb im Kommentar, dass er lange Zeit keinen Zugang zum Glauben gehabt habe und dass der Film dazu beigetragen habe, ihn zu finden“, berichtet die Pfarrerin.

Weiter Videos geplant

Für die hohen Feiertage bereiten die Laabs weitere Videos vor, eines zum Karfreitag und eines zum Osterfest. „Der Film zu Karfreitag wird eher meditativ sein mit Bildern aus der Oberbauerschafter Kirche und einem meditativen Text“, sagt Bernhard Laabs. „Und an Ostern kommen wir dann im übertragenen Sinn ‚aus dem Versteck‘ und teilen die Hoffnung, dass es bald wieder weitergehen wird.“ Nach Ostern haben beide Urlaub, dann ist erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes „Sendepause“.

Kristina Laabs betont, dass auch den Pfarrern der persönliche Kontakt sehr fehle. „Besonders bei Trauerfeiern möchte man den Menschen gern nah sein und ihnen mal die Hand auf die Schulter legen können“, sagt sie. „Wir freuen uns jedenfalls auf die Zeit, wenn wir den Menschen wieder persönlich begegnen können.“ Bis dahin sind die Videos bei YouTube unter „Bernhard Laabs” zu finden.

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