Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen baut zusätzlichen Hochbehälter in Bad Oeynhausen
Damit genug Trinkwasser da ist

Bad Oeynhausen/Löhne/Hüllhorst (WB). Auf dem Gelände an der Wellenstraße in Bad Oeynhausen-Bergkirchen errichtet der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen einen zusätzlichen Hochbehälter für die kommunale Trinkwasserversorgung.

Samstag, 28.03.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 08:46 Uhr
Zu einem virtuellen Spatenstich – mit Spaten, aber ohne Akteure – kam wegen Corona nur der Fotograf. Eigentlich hätten auf dem Foto sein sollen: der Vorstand des WBV Am Wiehen mit seinen Vertretern Bernd Poggemöller (Bürgermeister von Löhne, Verbandsvorsteher), Bernd Rührup (Bürgermeister von Hüllhorst), Michael Schweiß (Bürgermeister von Hille) und Achim Wilmsmeier (Bürgermeister von Bad Oeynhausen, stellvertretender Verbandsvorsteher). Foto: WBV Am Wiehen

Der obligatorische erste Spatenstich musste mit Rücksicht auf die aktuellen Corona-Regeln in virtueller Form stattfinden.

Mitglieder des WBV Am Wiehen sind die Stadt Bad Oeynhausen, die Gemeinde Hüllhorst, die Stadt Löhne und der Wasserbeschaffungsverband des Amtes Hartum mit Sitz in Hille. Der WBV fördert Trinkwasser im Gebiet Hille-Südhemmern und beliefert die örtlichen Trinkwasserversorger in den genannten Kommunen. Die Bürger erhalten ihr Trinkwasser letztlich vom örtlichen Trinkwasserversorger.

Verbandsvorsteher Bernd Poggemöller sagte: „Alles ist bestens vorbereitet, die Baumaschinen rollen. Wir wollen da jetzt nicht an der falschen Stelle eitel sein und am Ende wegen eines Pressefotos Zeit verlieren. Deswegen haben wir uns für diesen ungewöhnlichen offiziellen Projektstart entschieden. Wichtig ist jetzt einzig und allein, dass die Wasserversorgung im Verbandsgebiet vorankommt.“ Der insgesamt 10.000 Kubikmeter Trinkwasser fassende Hochbehälter soll im April 2021 in Betrieb gehen. Um diese kurze Bauzeit zu erreichen, wird der Behälter mit vorproduzierten Spannbetonbauteilen errichtet. Bei herkömmlicher Bauweise hätte die Bauzeit zwei Jahre in Anspruch genommen, so der WBV.

3,8 Millionen Euro werden investiert

Die Investitionssumme liegt bei 3,8 Millionen Euro. Der Hochbehälter wird in der Nähe von zwei bereits vorhandenen Hochbehältern errichtet. Derzeit werden die Erd- und Oberflächenarbeiten vorgenommen. „Wir ziehen damit die Konsequenz aus den veränderten Anforderungen an die kommunale Trinkwasserversorgung“, erläuterte Poggemöller. In den zurückliegenden Jahren hatte es Versorgungsengpässe gegeben. Daraufhin hatten die Verbandsmitglieder und der Wasserbeschaffungsverband reagiert und Anstrengungen zur Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur unternommen.

Die Wasserbeschaffungsverbände Am Wiehen und der Wasserbeschaffungsverband Kreis-Herford-West haben in diesem Zusammenhang Anfang des Jahres das Netzwerk „Trinkwasser in Ostwestfalen“ gegründet, „um noch enger zusammen zu arbeiten und um die Bevölkerung kontinuierlich mit Informationen zu versorgen“, so der WBV. „Wir planen und bauen so schnell wir können. Aber es kann sein, dass wir auch im bevorstehenden Sommer wieder an einigen Tagen zur Besonnenheit und zum Wassersparen aufrufen müssen“, sagte Achim Wilmsmeier, Bürgermeister von Bad Oeynhausen.

Mit dem zusätzlichen Behälter am Standort Bergkirchen werde der sommerliche Spitzenbedarf über einen längeren Zeitraum ausgeglichen und zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung beigetragen. Es handelt sich bei dem Bauwerk um einen so genannten Brillenbehälter mit zwei runden Kammern von je 5000 Kubikmetern Fassungsvermögen und einem Durchmesser von rund 36 Metern. Die beiden Kammern grenzen unmittelbar aneinander und werden durch eine Schieberkammer verbunden, was die Form einer Brille ergibt.

17.250 Kubikmeter Trinkwasser

Das Gebäude wird außen weitestgehend mit Boden angefüllt; es wird daher nur im unteren Hangbereich aus dem Boden herausragen. Die Dächer der Wasserkammern werden aus statischen und ästhetischen Gründen nicht wie üblich mit Erde überdeckt, sondern als Gründächer hergestellt. Beauftragt wurden die Firmen Otto Tiefbau aus Hopsten für die Erdarbeiten und die Firma Drössler Umwelttechnik aus Siegen für die Betonarbeiten.

Befüllt wird der Hochbehälter später über die bestehende Rohrleitung des WBV vom Wasserwerk Südhemmern aus. Auch die beiden unmittelbar benachbarten Hochbehälter mit 7250 Kubikmeter Volumen werden so mit Trinkwasser befüllt. Insgesamt steht damit für die etwa 125.000 Menschen im Verbandsgebiet ein Speichervolumen von 17.250 Kubikmetern Trinkwasser in den Hochbehältern zur Verfügung, so der WBV. Die durchschnittliche tägliche Abgabemenge liege bei 14.000 Kubikmetern. An heißen Sommertagen werden im Extremfall bis zu 18.500 Kubikmeter abgegeben.

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