Abfallentsorgung in Hüllhorst: Bei zu vielen Störstoffen wird’s teurer Plastik raus aus Biomüll

Hüllhorst (WB). In die Biotonne wirft so mancher Bürger zu viel, was nicht hineingehört. Die Kreisabfallverwertungsgesellschaft (KAVG) moniert eine anhaltend schlechte Qualität des Bioabfalls. Das hat nun Konsequenzen.

Von Kathrin Kröger
Im Bürgerbüro im Hüllhorster Rathaus gibt es Muster für Bioabfalltüten aus Papier.
Im Bürgerbüro im Hüllhorster Rathaus gibt es Muster für Bioabfalltüten aus Papier. Foto: Kathrin Kröger

Für angelieferten Bioabfall mit einem Störstoffanteil von mehr als drei Gewichtsprozent ist künftig eine erhöhte Gebühr zu entrichten, die sich nach den Gebühren für die Entsorgung von Hausmüll richtet. Die entsprechende Satzungsänderung zur Gebührenanpassung, die der Kreistag Mitte Dezember beschlossen hat, macht auch für die Gemeinde Hüllhorst das Pendant notwendig. „Es gibt die Verpflichtung, dass die Kommunen inhaltlich nachziehen“, sagte Peter Lücking vom zuständigen Fachbereich Bürger. Einstimmig hat sich der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend für die Satzungsänderung ausgesprochen.

Die Angabe „kompostierbar“ führe oft in die Irre

Das größte Problem stellen die Plastikabfallbeutel dar, die aus dem Bioabfall gefischt werden müssen. Auch die kompostierbaren kunststoffähnlichen Biotüten führen bei der Kompostierung zu einem erhöhten Sortieraufwand. Die Angabe „kompostierbar“ des Herstellers führt also in die Irre. Die Abfallsatzung des Kreises sieht daher ein Verbot dieser Säcke vor. „Zudem dürfen auch keine anderen biologisch abbaubaren Kunst- oder Werkstoffe im Bioabfall enthalten sein“, so die Hüllhorster Gemeindeverwaltung.

Hans Hamel (SPD) regte an, Handzettel an alle Haushalte zu verteilen – mit dem Hinweis, dass sich der Biomüll bei unsachgemäßer Befüllung verteuern könne. Dies sei jedoch recht kostspielig, gab Bürgermeister Bernd Rührup zu bedenken. Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Friese äußerte Unverständnis darüber, dass es in den Geschäften Plastikmülltüten, aber keine Papiermülltüten zu kaufen gebe. Rührup führte als positives Beispiel Kenia an. Dort habe man innerhalb von zwei Monaten Plastik abgeschafft.

Muster für Bioabfalltüten im Rathaus

Die KAVG weist mit der Kampagne „Wir für Bio“ durch Plakate, Informationsbroschüren und Werbebanner auf die richtige Sortierung hin. Zudem werden im Bürgerbüro des Hüllhorster Rathauses Muster für geeignete Bioabfalltüten aus Papier ausgegeben. Weitere Informationen dazu online unter www.wirfuerbio.de/kavg-ml.

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