Bundeswaldbeauftragter Cajus Caesar zum Arbeitsgespräch beim Bundesverband in Hille
Den Wald lesen und verstehen

Hille/Hüllhorst-Schnathorst (WB). „Im und mit dem Wald gesund alt zu werden, ist eine große Chance für Mensch und Natur.“ Das sagt Cajus Caesar, erster Bundeswaldbeauftragter Deutschlands, der an einem Arbeitsgespräch beim Bundesverband Waldbaden (BVWA) in Hille teilgenommen hat. Waldgesundheitsformate könnten eine emotionale Bindung an den Wald fördern, die ein umweltbewusstes Verhalten wachsen lasse.

Donnerstag, 06.02.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 15:58 Uhr
Bundeswaldbeauftragter Cajus Caesar (Mitte) hat den Bundesverband Waldbaden mit dem Vorsitzenden Jörg Meier und Vizepräsidentin Regina Kindermann im Rahmen eines Arbeitsgespräches in Hille-Oberlübbe besucht. Das Waldstück im Hintergrund hat Cajus Caesar vor gut drei Jahrzehnten selbst aufgeforstet, damals schon mit Küstentannen, Mammutbäumen und Douglasien.

Cajus Caesar, Waldbeauftragter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, hält es für sinnvoll, beim Waldbaden und bei entsprechenden Ausbildungen außer den gesundheitlich relevanten Inhalten auch fundiertes Waldwissen zu vermitteln: „Wer einen Wald lesen und verstehen kann, entwickelt auch Verständnis für Forstwirtschaft und Waldpflege.“ Davon konnten sich die Beteiligten beim Ortstermin am Lübber Berg im Wiehengebirge gleich ein Bild machen.

Bundesverband Waldbaden 2019 gegründet

Cajus Caesar, gelernter Diplom-Forstingenieur und lange Zeit der einzige Förster im Deutschen Bundestag, hat in Oberlübbe vor gut 30 Jahren Waldgebiete aufgeforstet. Damals schon mit zukunftsträchtigen Bäumen wie Küstentannen, Mammutbäumen und Douglasien. „Heute ist dies eines der wohl schönsten und vitalsten Areale hier im Wald“, sagt BVWA-Vorsitzender Jörg Meier, der im August 2018 im Café Waldkristall in Schnathorst einen Vortrag über Waldbaden gehalten und sein Buch zum Thema vorgestellt hat. „Seitdem hat sich Einiges getan“, sagt er. „2019 haben Waldfreunde aus ganz Deutschland in Minden den gemeinnützigen Bundesverband gegründet.“

In unmittelbarer Nähe zu Oberlübbe bietet Meier auf eigenen Waldgrundstücken seit 2017 Wald-Seminare und Waldbaden-Ausbildungen an. „Ich sehe eine gute Möglichkeit der Kooperation zwischen naturnaher nachhaltiger Forstwirtschaft und dem Waldbaden als Gewinn für die Waldbesitzer und für die Waldbesucher gleichermaßen“, so Caesar. Er fordert die Akteure im Bereich Waldbaden und Waldtherapie auf, die Ziele der naturnahen Forstwirtschaft in Deutschland zu fördern. Der BVWA sieht sich in der Verantwortung, genau dies zu verfolgen.

Beitrag zur wirtschaftlichen Nutzung

„Für Waldbaden braucht es Wald. Und somit die Zustimmung, das Wohlwollen und eine positive Grundstimmung der Waldbesitzer und Forstverwaltungen“, so Verbandspräsident Jörg Meier, „dies kann auch durch entsprechende Erlöse gefördert werden.“ So zeigt der BVWA Verständnis, wenn für Waldgesundheitsangebote Umlagen durch die Waldbesitzer oder Forstbehörden erhoben werden. „Waldbaden kann so einen Beitrag zur wirtschaftlichen Nutzung der Wälder leisten“, so BVWA-Schatzmeisterin Stefanie Peick.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7241366?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516043%2F
Ein Ende und ein Anfang
Rheda-Wiedenbrück: Eine Luftaufnahme der Tönnies Holding. Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachrichten-Ticker