30 Kinder aus Lübbecke und Hüllhorst machen sich auf den Weg und sammeln Spenden für den Libanon Sternsinger tragen Segen ins Haus

Lübbecke/Hüllhorst (WB/fn). 30 Mädchen und Jungen sowie 20 jugendliche und erwachsene Begleiter sind am Sonntag ausgesandt worden, um als Sternsinger den traditionellen Segen der Aktion Dreikönigssingen in die Häuser zu tragen.

Mit goldenen Sternen, glänzenden Kronen und orientalischen Gewändern haben sich die Sternsinger gestern von der Kirche St. Johannes Baptist auf den Weg gemacht. Sie haben die Häuser von Gläubigen in Hüllhorst und Lübbecke gesegnet und Spenden gesammelt, die Kindern im Libanon zugute kommen sollen. Zuvor erhielten sie selbst einen Segen.
Mit goldenen Sternen, glänzenden Kronen und orientalischen Gewändern haben sich die Sternsinger gestern von der Kirche St. Johannes Baptist auf den Weg gemacht. Sie haben die Häuser von Gläubigen in Hüllhorst und Lübbecke gesegnet und Spenden gesammelt, die Kindern im Libanon zugute kommen sollen. Zuvor erhielten sie selbst einen Segen. Foto: Friederike Niemeyer

Ausgehend von den Pfarreien St. Johannes Baptist in Lübbecke und St. Raphael in Preußisch Oldendorf sammelten sie dabei auch Spenden für bedürftige Kinder. In diesem Jahr geht es um den Libanon. Traditionell kommen dabei mehr als 3000 Euro zusammen, sagte Susanne Leimbach, die die Aktion in Lübbecke gemeinsam mit Maria Schumacher und Iris Diekemper organisiert.

Kinder sind in Dreierteams unterwegs

In einem Gottesdienst segneten Pfarrer Karl-Heinz Graute und Diakon Wilfried Schulz die Kinder, die sich bereits am Vortag intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet haben. In Dreierteams stellen sie die biblischen Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar dar. Sie besuchen 74 Haushalte im Lübbecker Land, dazu acht Altenheime und bringen mit ihren Liedern Glaubensfreude zu den Menschen. Den Segen „Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus“ schreiben sie abgekürzt und mit Jahreszahl versehen an die Türrahmen: „20 C M B 20“. Die Buchstaben stehen dabei zugleich für die Namen der drei Heiligen.

Die 15-jährige Filliz Hilgefort hatte in diesem Jahr die Aufgabe, zu Beginn den Segen über die Kirchentür zu schreiben. Sie macht bereits zum achten Mal mit, und das, obwohl sie evangelisch ist. „Es ist einfach so schön, zu den Leuten zu gehen und zu sehen, wie viel Freude das den Menschen macht“, sagt Filliz. „Die Spendensammlung ist natürlich auch wichtig. Aber erst zusammen mit dem Besuch bei den Menschen ist die Aktion etwas Besonderes.“ Im Gemeindehaus gab es dann noch Getränke und belegte Brötchen, und dann ging es los, zwei Teams zu Fuß, die anderen mit Fahrern, in der Gemeinde liebevoll „Kamele“ genannt.

„Im Libanon ist jeder vierte Einwohner ein Flüchtling“

Den Samstag über hatten sich die Kinder und Jugendlichen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Auch einige ganz Kleine haben mitgemacht und ihren Part auswendig gelernt. Die Kostüme werden immer wieder verwendet, aber es kommen auch jedes Jahr neue Gewänder oder Kopfbedeckungen hinzu. Susanne Leimbach ist es wichtig, dass die Sternsinger gut informiert sind über die Situation in dem Land, für das gesammelt wird. „Im Libanon ist jeder vierte Einwohner ein Flüchtling“, weiß sie. Und besonders beeindruckt hat die Kinder auch der Satz einer Lehrerin aus dem von Krieg und Not heimgesuchten Libanon, der in einem Vorbereitungsfilm zu hören war: „Frieden fängt mit einem Lächeln an.“ Das wollen auch die Lübbecker Sternsinger gerne praktizieren.

Bundesweit sind zum 62. Mal Sternsinger unterwegs. In Lübbecke gibt es die Aktion Dreikönigssingen seit Ende der 1970er Jahre – Maria Schumacher setzte sich damals sehr dafür ein, sagte Susanne Leimbach. „Wir sind hier ja katholische Diaspora. Da funktioniert so etwas nicht automatisch.“ Sie hofft, dass das Engagement im Pfarrverbund für das Dreikönigssingen vielleicht auch einmal in Berlin gehört wird: „Jedes Jahr aufs Neue bewerben wir uns aus Lübbecke um die Teilnahme am traditionellen Dreikönigsempfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Irgendwann muss es doch klappen.“

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