Wer in Hüllhorst einen Tierheim-Hund aufnimmt, muss ein Jahr lang nicht zahlen
Die steuerfreie Schnauze

Hüllhorst (WB). Jahr für Jahr spült die Hundesteuer beachtliche Summen in die Kassen der deutschen Gemeinden und Kommunen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden in NRW allein im Jahr 2018 annähernd 114 Millionen Euro eingenommen. In der Gemeinde Hüllhorst betrugen die Einnahmen im vergangenen Jahr exakt 83.598 Euro. Auf einen Teil der Einnahmen will die Gemeinde künftig verzichten. Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Mittwoch eine entsprechende Satzungsänderung verabschiedet.

Freitag, 06.12.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 11:08 Uhr
In Hüllhorst werden Halter, die ihren Vierbeiner aus einem Tierheim haben, für ein Jahr von der Hundesteuer befreit. Foto: dpa

Demnach soll ein Hundehalter, sofern er einen Vierbeiner aus einem Tierheim übernimmt, ab 2020 für zwölf Monate von der Hundesteuer befreit werden. Hierzu lag ein entsprechender Antrag der Grünen vor. Der Ausschuss folgte dem Antrag einstimmig.

Die Ersparnis beträgt für den Hundehalter 55 Euro. Diesen Betrag verlangt die Gemeinde pro Jahr für den ersten Hund in einem Haushalt. Um in den Genuss der befristeten Steuerbefreiung zu kommen, muss der Halter einen Antrag einreichen und den Nachweis erbringen, dass er seinen Hund aus einem Tierheim hat. Ursprünglich war hier nur das Tierheim Lübbecke vorgesehen, an dem die Gemeinde Hüllhorst mit 10.700 Euro jährlich beteiligt ist. Der Ausschuss verständigte sich aber darauf, dass alle Tierheime für die Steuerbefreiung berücksichtigt werden. Durch die Steuerbefreiung soll ein Anreiz geschaffen werden, einen Hund aus einem Tierheim zu wählen.

CDU-Antrag ohne Mehrheit

CDU-Fraktionschef Michael Kasche hatte einen weitergehenden Antrag eingereicht. Er schlug vor, die Hundesteuer ganz abzuschaffen oder zumindest den ersten Hund komplett von der Hundesteuer zu befreien. Ausnahme sollten auch hier Kampfhunde beziehungsweise Listenhunde bilden. Die Union begründete ihren Antrag mit dem damit verbundenden Bürokratieabbau und einer Senkung der Verwaltungskosten. SPD-Fraktionschef Frank Picker entgegnete, dass ihm keine einzige Kommune bekannt sei, die komplett auf die Steuer verzichte. Zudem kam im Ausschuss der Hinweis, dass Hüllhorst ohnehin per Gesetz dazu verpflichtet sei, jeden ihrer derzeit 1331 Hunde zu erfassen. Daher sei ein gewisser Verwaltungsaufwand ohnehin nicht zu vermeiden. Für den CDU-Antrag fand sich keine Mehrheit.

Die Hundesteuer beträgt in Hüllhorst für den ersten Hund 55 Euro pro Jahr. Bei zwei Hunden schlägt jeder mit 70 Euro zu Buche. Bei drei und mehr Hunden sind 85 Euro pro Tier fällig.

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