Oberbauerschaft veranstaltet Party zum Glasfaseranschluss
Ein Dorf feiert den »Highspeed«

Hüllhorst-Oberbauerschaft (WB/eva). Sind Sie schon drin? Diese Frage haben die Besucher der »Highspeedparty« gerne mit einem »Ja« beantwortet. Im Heimathaus auf der Kahlen Wart feierten am Freitag die Oberbauerschafter ihren Glasfaseranschluss und den damit verbundenen Gewinn des Heimatpreises 2019.

Montag, 15.07.2019, 10:16 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 10:18 Uhr
Ralf Schröder (links) hat jedes Mal ein breites Grinsen im Gesicht, wenn die Geschwindigkeitsmessung voll ausschlägt. Er, seine Frau Bettina (Mitte) und ihr Nachbar Frank Buhlmann waren Paten beim Bewerben der Anschlüsse. Foto: Eva Rahe

Während andere mit der Anbindung ins Glasfasernetz noch in der Warteschleife hängen, ist Oberbauerschaft schon komplett angeschlossen. Seit Juli hat jeder Haushalt, der schnelles Internet wollte, einen Glasfaseranschluss bis ins Haus liegen.

Und darauf sind die Oberbauerschafter mächtig stolz. So wie Ralf Schröder. Für ihn war eine schnelle Internetverbindung lange ein Wunschtraum. Allerdings zahlten sich seine frühen Bemühungen zu guter Letzt doch noch aus. »Irgendwann hatte ich jemanden von der Firma Gustav-Internet am Telefon und sie fragten, ob ich weitere Leute kennen würde, die auch gerne schnelles Internet hätten. So kam der Stein ins Rollen«, erzählt er.

»Heute sind wir überglücklich«

Dann habe sich die Dorfgemeinschaft der ganzen Sache angenommen und die Geschichte sei zum Selbstläufer geworden. »Heute sind wir überglücklich, dass wir als eine der ersten Ortschaften flächendeckend Glasfaseranschluss haben«, sagt Ralf Schröder.

Günter Obermeier, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft (links) und Jan Dreisörner (Digitales Dorf) haben die Party organisiert.

Günter Obermeier, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft (links) und Jan Dreisörner (Digitales Dorf) haben die Party organisiert. Foto: Eva Rahe

Auch Günter Obermeier, der erste Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, ist mit dem neuen Internet mehr als zufrieden. Da sein Sohn in Kanada lebt, nutzt die Familie Obermeier das schnelle Internet regelmäßig. »Face-Time funktioniert jetzt wie Fernsehgucken. Kein Stocken und Laden mehr, einfach problemlos miteinander reden, das ist toll«, erklärt er. Mit 40 Paten seien sie damals unterwegs gewesen, um die Vorverträge für den Ausbau zu sammeln. Die Straßen-Paten seien die Grundvoraussetzung gewesen, dass es klappt. »Ohne sie wären wir aufgeschmissen gewesen«, sagt Günter Obermeier.

Flatrate statt Datenvolumen

Viele der Anwesenden waren selbst Straßenpaten und die meisten kennen das Datum, wann Gustav-Internet das Glasfaser frei geschaltet hat, ganz genau. Wie zum Beispiel Jürgen Hahne. Seit 22. Februar ist er mit schnellem Internet verbunden.

»Früher hatte ich eine Excel-Tabelle, wo ich eingetrug, wie viel Datenvolumen ich jeden Abend verbrauche, damit ich am Monatsende etwas übrig war. Das ist jetzt vorbei«, erzählt er. Und Jürgen Kuhlmann, der seit November »drin ist«, ergänzt: »Wie bei einem Fernsprecher immer wieder Geld reinschmeißen, damit neues Datenvolumen zur Verfügung steht, damit ist jetzt Schluss!« Sie hätten jetzt eine Flatrate. Ganz unterbrechungsfrei kann er jetzt digitales Radio genießen.

»Ich wollte die Glasfaserbox mit eigenen Augen sehen«

Als Carsten Vogt und Iris Deppermann sich auf die Suche nach einem Eigenheim begaben, war eine Glasfaserleitung bis ins Haus ausschlaggebend. »Obwohl ich wusste, dass das Haus den Anschluss hatte, war mein erster Gang bei der Besichtigung in den Keller. Ich wollte die Glasfaserbox mit eigenen Augen sehen«, erzählt Carsten Vogt unf fährt fort: »Freigeschaltet worden sind wir am 23. Januar. Es war ein Mittwoch.« Er habe als erstes einen Speedtest durchgeführt, um ganz sicher zu gehen. Dann hätten sie sich den ersten Film heruntergeladen.

Das digitale Fernsehen schient bei den Oberbauerschaftern ein Top-Thema zu sein. »Am meisten profitieren meine Kinder«, erklärt Barbara Timmer. Ihr Sohn habe sich am nächsten Tag gleich bei Netflix angemeldet. Und Ulla Lagmüller ergänzt, dass ihr Enkel am liebsten von Hüllhorst nach Oberbauerschaft ziehen würde, so neidisch sei er auf das Glasfaser.

Mit der gelungenen »Glasfaseroffensive« gewann die Dorfgemeinschaft im April den Heimatpreis des Kreises Minden Lübbecke.

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