Förderbescheid für Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses wird nicht beansprucht
Hüllhorst verzichtet auf 250.000 Euro

Büttendorf (WB). Mitte Juni ist Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl zu Gast im Hüllhorster Rathaus gewesen. Sie überreichte Bürgermeister Bernd Rührup den langersehnten Förderbescheid über 250.000 Euro für ein neues Dorfgemeinschaftshaus in Büttendorf. Dieses Geld werden die Hüllhorster aber nicht in Anspruch nehmen können.

Freitag, 05.07.2019, 06:38 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 06:50 Uhr
Das Dorfgemeinschaftshaus in Büttendorf. Foto: Lena Knickmeier

Der Grund: Der Neubau ist Geschichte . Die Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen haben in einem gemeinsamen Antrag an Bürgermeister Bernd Rührup den sofortigen Stopp der Planungen gefordert. Diesem Ansinnen folgte der Rat am Mittwochabend nach hitziger Debatte mit 19 Ja-Stimmen und elf Enthaltungen. Diese überraschende Abkehr der bis dato favorisierten Variante bedeutet auch eine Abkehr dessen, was die Verwaltung für das Klügste hält. »Wir hatten Gespräche mit Sachverständigen, mit Planern, und erachten den Neubau in der Gesamtbetrachtung nicht nur für Büttendorf und aus Sicht der kommunalen Finanzen als die beste Lösung für den Ortsteil für die nächsten 25 Jahre«, sagte Bürgermeister Bernd Rührup. Doch der politische Wille ist nun ein anderer. Es soll saniert werden.

Seit drei Jahren ist der Dorfgemeinschaftsraum im Kellergeschoss der Grundschule Büttendorf wegen Schimmelbefalls gesperrt – damit fehlt den ortsansässigen Vereinen die Möglichkeit für Zusammenkünfte und Veranstaltungen. Überdies nutzten Schule und Förderverein den Raum tagsüber für pädagogische und betreuerische Zwecke. Im Antrag von SPD und Grünen heißt es. »In Büttendorf wird der aktuell gesperrte Dorfgemeinschaftsraum grundlegend instandgesetzt. Der Gemeindeanteil an dieser Maßnahme wird auf 35.000 Euro begrenzt. Weitere finanzielle Mittel sowie die zeitnahe Umsetzung der Arbeiten durch ortsansässige Unternehmen wurden in Vorgesprächen verbindlich zugesagt.«

Firma unterstützt Sanierung mit 100.000 Euro

Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Friese sagte in der Ratssitzung, dass er in den vergangenen drei Wochen Gespräche geführt und unter anderem Kontakt mit einem großen Hüllhorster Unternehmen aufgenommen habe. Mit 100.000 Euro würde die Firma die Sanierung des Dorfgemeinschaftsraumes unterstützen, sagte Friese gegenüber dieser Zeitung. Auch die Aushubarbeiten könnten kostenfrei erledigt werden. Nach Einschätzung des Grünen-Politikers könnte der Dorfgemeinschaftsraum schon seit mindestens einem Jahr wieder nutzbar sein, wenn man mit allen »sachliche Gespräche« geführt hätte. Büttendorfs Ortsvorsteherin Dietlind Scheding warfen Friese und SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Picker einen Alleingang vor. »Wenn man in einem Ortsteil etwas erreichen will, holt man alle an einen Tisch«, so Picker.

Dietlind Scheding betonte, dass sich die Dorfgemeinschaft von Anfang an für die Sanierung ausgesprochen habe. »Da waren immer die Aussagen, auch von Rot-Grün: ›Kinder gehören nicht in den Keller‹.« Auch auf Veranstaltungen hätten Picker und Friese gesagt, es müsse ein Neubau nach Büttendorf. »Jetzt wäre es in die nächste Planungsphase gegangen, doch plötzlich ist alles null und nichtig. Und dass die Bürger alle gegen einen Neubau sind, stimmt nicht. Es gibt Für und Wider«, sagte die Ortsvorsteherin. Fest stehe: Die Büttendorfer wollen einen Treffpunkt im Ort. »Dafür kämpfen wir seit drei Jahren.«

Verwaltungsintern die nächsten Schritte abstimmen

Bürgermeister Bernd Rührup verneinte auf Anfrage dieser Zeitung, dass es im Förderbescheid des Landes eine direkte Zweckbindung gebe und entkräftete damit Aussagen, die Grundschule habe für einen Neubau zurückgebaut werden müssen. »Das halten wir als Verwaltung jedoch für eine legitime Option.« Schließlich hätte es im Falle eines Neubaus zwei Gebäude gegeben.

Verwaltungsintern müsse man nun die nächsten Schritte abstimmen. So müssten das private Sponsoring und die Vergabevorschriften für öffentliche Aufträge in Einklang gebracht werden. Eine zu prüfende Variante wäre, dass die Gemeinde das Geld gebe und die Dorfgemeinschaft in Eigeninitiative die Sanierung vornehme.

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