Erneuter Bakterienbefall: Schul- und Sportduschen geschlossen
Legionellen bleiben hartnäckig

Hüllhorst (WB). Anfang vergangener Woche hat es die Duschen in der Grundschule Oberbauerschaft getroffen, jetzt mussten die Anlagen in der Grundschule Schnathorst und der Sporthalle der Gesamtschule Hüllhorst geschlossen werden. Der Grund: zu hohe Legionellenwerte.

Mittwoch, 05.06.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 18:24 Uhr
Auch die Gesamtschule Hüllhorst ist nun von einem Legionellenbefall betroffen. In der Sporthalle mussten die Duschen geschlossen werden, da das Gesundheitsamt bei der turnusmäßigen Beprobung erhöhte Werte der Bakterien festgestellt hat. Foto: Kathrin Kröger

Die Keime vermehren sich vor allem in stehendem Wasser, wenn es zudem eine Temperatur zwischen 25 und 45 Grad Celsius hat. Die Gemeinde ist in den vergangenen zwei Jahren immer wieder von dem Befall der gefährlichen Bakterien heimgesucht worden. Im August 2017 musste die Turnhalle in Tengern gesperrt werden, weil Keime im Duschwasser festgestellt wurden, im November desselben Jahres erwischte es das Lehrschwimmbecken in Schnathorst – hier fanden sich die Krankheitserreger im Badewasser .

Wasser steht häufiger still

»Das trifft uns jetzt geballt«, sagte Susanne Sassenberg, Leiterin des Fachbereichs Technik, auf Anfrage dieser Zeitung. Die Installationen in den Gebäuden seien teilweise weit über 30 Jahre alt. »Außerdem sind nun die Handball- und Fußballspiele vorbei und da wird weniger in der Sporthalle der Gesamtschule geduscht. Somit ist die Gefahr größer, dass das Wasser stagniert.«

Wie es in den Duschen der Grundschule Schnathorst zu einem Legionellenbefall kommen konnte, ist ebenfalls noch unklar. Dort hatte die Gemeinde nämlich bereits bauliche Maßnahmen gegen die Krankheitserreger getroffen. 2010 wurden nach Angaben von Susanne Sassenberg Spülstationen installiert. »Das müssen wir uns ganz genau ansehen. Offenbar liegt ein Defekt vor.« Auch im Oberbauerschafter Gebäude sowie in der Gesamtschule wurden Frischwasser- und Spülstationen eingebaut – bislang aber nur in Teilbereichen.

Desinfizieren und spülen

Die Verwaltung versuche, das Problem ganz schnell zu lösen, betonte Sassenberg. Grundsätzlich sei es wichtig, das heiße Wasser in Bewegung zu halten, damit sich die Legionellen, die grippeartige Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen auslösen können, erst gar nicht ausbreiteten. Kurzfristige Maßnahme zur Bekämpfung der Keime: Die Leitungen werden zunächst thermisch desinfiziert und gespült. Abzuwägen sei außerdem, welche Maßnahmen mittel- und langfristig angestrengt werden müssten, um einen immer wieder neuen Bakterienbefall zu vermeiden.

Rückbau, Einbau von Zirkulationspumpen, aber auch generell die Frage der Sanierung oder des kompletten Austausches von in die Jahre gekommenen Installationen – das seien alles zu erörternde Aspekte für den jeweiligen Standort, sagte Sassenberg.

Ende der Sperre noch unklar

Wann die Duschen wieder genutzt werden können, steht noch nicht fest. Nach einer erneuten Probe durch das Labor dauert es zehn Tage, bis ein Ergebnis vorliegt. »Bis zur Freigabe durch das Gesundheitsamt bleiben die Duschen geschlossen, um die Gefahr des Einatmens der Aerosole (flüssige Schwebeteilchen) zu vermeiden«, so die Verwaltung.

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