Hunderte Besucher säumen Umzug – Kreativwerkstatt siegt So rollt Tengernin den Mai

Tengern (WB). Seit mehr als 70 Jahren hat das kleine Tengern (Gemeinde Hüllhorst) eine außergewöhnliche Veranstaltung, um den Mai zu begrüßen. Auch diesmal haben hunderte Besucher die Straßen gesäumt, als der große Wagenumzug durchs Dorf rollte – Prädikat sehenswert.

Von Eva Rahe

Der Umzug am 1. Mai, der ein wenig an Karneval in Köln erinnert, steht immer unter einem speziellen Motto. Diesmal lautete es selbstbewusst: »Tengern hat die besten Clubs der Welt«. Bei der Umsetzung waren in den Vereinen und Gruppen die kreativsten Köpfe gefragt.

Erdferkel gewinnt

Besonders gelungen fand die Jury die Lösung der Kreativwerkstatt. Die Mitglieder präsentierten den 1. Tengeraner Footballclub »Die Erdferkel«. Auf dem Wagen war ein Pokal zu sehen, aus dem ein großes Erdferkel lugte. Mit spontanen Ballspiel- und Cheerleading-Einlagen wurde das Publikum am Wegesrand geschickt in die Choreographie eingebunden. All das honorierte die Jury mit dem 1. Platz in der Wagenwertung.

Dekadenz im Festwagen

Höchst interessant (und mit beißender Sozialkritik versehen) war der Wagen vom »Club der Millionäre«, den der Heimatverein Tengern-Huchzen zur Schau stellte: Dekadent ging es zu, mit viel »Bling bling« und zu lesen war »Armut adé, wie uns in Tengern jeder kennt, operiert und dekadent.« Die Wohlstandskritik brachte es auf den 2. Platz.

Dritter wurden die »Prototypen« aus Oberbauerschaft. Sie hatten in den vergangenen drei Jahren die Jurywertung gewonnen und machten sich diesmal einfach selbst zum Thema – mit einem Riesenpokal auf dem Wagen.

Fußball-Torwart wird Maikönig

Kein Maiumzug ohne Maikönigspaar: Nadine Kuhlmann und Fußballer Dennis Schmidt (beide 18 Jahre) wurde diese Ehre zuteil. Um Mitternacht krönte Ortsvorsteher Karl-Heinz Kröger das junge Glück. Mitglieder des TuS Tengern, des diesjährigen Ausrichters, hatten den Torwart der A-Jugend und seine Freundin für die besondere Ehre auserkoren. Maikönigin Nadine Kuhlmann sagte, dass es keine schwierige Entscheidung gewesen sei, das Amt anzunehmen: »So eine Gelegenheit bekommt man ja nicht alle Tage.«

Nach dem Umzug hatte das Königspaar einen Ehrenplatz im Zelt, wo die Gäste schon Schlange standen, um mit dem Maikönigspaar nach alter Sitte anzustoßen.

Winkelmann lobt Dorfgemeinschaft

Unter den Ehrengästen der Veranstaltung weilte die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann. Sie stellte in ihrer Mairede anerkennend fest, dass es bemerkenswert sei, »wenn man so ein Fest mehr als 70 Jahre erhalten kann« und es immer wieder neuen Schwung gäbe. »Letztes Jahr war ich zum ersten Mal beim Festumzug dabei. Ich konnte es nicht fassen, was hier für eine tolle Stimmung herrscht«, sagte Winkelmann. Sie freue sich darüber, dass man in Tengern so großartig zusammenstehe.

Dieser Zusammenhalt war schon beim Tanz in den Mai am Vorabend zu erkennen. Bereits um 10.30 Uhr sei das Festzelt voll gewesen, das sei in früheren Jahren anders gewesen, berichtete Ortsvorsteher Karl-Heinz Kröger. Das Organisationsteam hatte die Zeltparty etwas exklusiver gestaltet. Schon weit im Vorfeld konnten Tische reserviert werden. Diese Option hatten nicht zuletzt auch heimische Firmen genutzt.

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