45 Prozent der Grundschüler werden gebracht – Kritik an Terminen »Eltern-Taxi« boomt

Hüllhorst (WB). Nur jeder fünfte Grundschüler der Gemeinde Hüllhorst (19 Prozent) bewältigt seinen Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Das hat eine aktuelle Umfrage unter den Schülern aller fünf Standorte der drei Grundschulen ergeben.

Von Philipp Bülter
Jetzt ist es nicht mehr nur ein gefühlter Trend: Sehr viele Eltern in Hüllhorst bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Zu Fuß oder mit dem Rad ist nur jedes fünfte Kind unterwegs. Das hat eine Umfrage ergeben.
Jetzt ist es nicht mehr nur ein gefühlter Trend: Sehr viele Eltern in Hüllhorst bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Zu Fuß oder mit dem Rad ist nur jedes fünfte Kind unterwegs. Das hat eine Umfrage ergeben. Foto: dpa

Kathrin Clausen, Leiterin des Grundschulverbundes Am Wiehengebirge, stellte die Ergebnisse in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses vor.

35 Prozent der Kinder fahren mit Bus

Demnach legen 35 Prozent der Kinder den Weg zu ihren Einrichtungen mit dem Bus zurück. Satte 45 Prozent, also fast jeder zweite Schüler, wird laut Clausen von Verwandten – meist Mama oder Papa – mit dem Auto zur Schule gebracht. »Diese Zahlen haben uns ziemlich überrascht«, betonte die Lehrerin.

Das Phänomen »Eltern-Taxi« ist auch andernorts im Altkreis ein Thema: In Rahden gibt es an der Grundschule gesondert gekennzeichnete Kurz-Halteplätze.

Wie berichtet, hatte Clausen im Zuge des Ausschusses eine auf lange Sicht angestrebte Zusammenlegung der drei Grundschulen der Gemeinde vorgeschlagen. Der Ausschuss hatte ihre Ideen wohlwollend aufgenommen. Deutlicher wurde, dass es an den heimischen Grundschulen sowohl an Sozial- als auch an Sonderpädagogen mangele. »Wir bräuchten viel mehr von diesem Personal. Bedarf hätten wir für jeweils eine Stelle an jeder der Schulen«, sagte Kathrin Clausen.

Kritik an wenigen Ausschuss-Terminen

Im Zuge der Versammlung kam unter den Ausschussmitgliedern Kritik daran auf, dass das Gremium im vergangenen Jahr nur einmal getagt hatte. Auch für dieses Jahr ist aktuell nur noch ein weiterer Sitzungstermin (15. November) geplant. »Das ist zu wenig«, sagte Lars Wunderlich (CDU). Bürgermeister Bernd Rührup (SPD) entgegnete, er habe »in meiner Amtszeit noch nie einen Vorschlag für einen Sitzungstermin abgelehnt«. Ginge es aber beispielsweise um Baumaßnahmen, liege dies in der Zuständigkeit des Bau- und Umweltausschusses.

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