Premiere: Kahle-Wart-Ensemble gibt »Schneewittchen« ganz neuen Pepp Klassiker mit Elch und Trump-Frisur

Hüllhorst (WB). Es war einmal ein Prinz, der lieber Tänzer werden wollte als König und eine Prinzessin, die Spiegel nicht ausstehen konnte. Noch nie was von dem Märchen gehört? Auf der Freilichtbühne Kahle Wart können Interessierte »Schneewittchen einmal anders« erleben.

Von Jessica Eberle
Foto: Jessica Eberle

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des Mädchens mit der Haut so weiß wie Schnee, den Lippen so rot wie Blut und dem Haar so schwarz wie Ebenholz. Schneewittchen hat in der Vergangenheit Mädchen und Jungen, Männer und Frauen, Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Ein Grund mehr für Regisseur Jürgen Wiemer diesen Klassiker aufzugreifen und gemeinsam mit dem Ensemble aufzupeppen. Erstmals nach 70 Jahren feierte ein Familienstück Premiere auf der Kahlen Wart.

Ein bisschen anders

Verfechter der klassischen Schneewittchen-Variante müssen sich jedoch keine Sorgen machen und können trotzdem auf ihre Kosten kommen. In dieser Version ist nämlich nicht alles vollkommen neu, nur eben ein kleines bisschen anders. Und das geht so:

Schneewittchen (Maxime Persicke) wächst zusammen mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter (Sina Lütkenhöner) auf. Während die Prinzessin sich zu einer wahren Schönheit entwickelt, packt die Königin die Eifersucht und sie befiehlt dem Jäger, das Mädchen zu töten – doch er bringt es nicht über das Herz und lässt sie laufen. Schneewittchen flieht und kommt bei den Zwergen unter – soweit scheint alles sehr nah an der Originalvariante dran zu sein.

Elch Lasse ist Publikumsliebling

Aber auch neue Elemente finden in dem Stück Platz. So wurden teilweise einige Charaktere dazu erfunden. Da wären zum Beispiel Wilhelmine, der Waschbär (Sara Weßler), und der Elch Lasse Bleiben (Frederik Kirchhoff). Sie dienten der Prinzessin als treue Gefährten. Besonders der pelzige Lasse aus Schweden hatte es den Kindern angetan. Der sorgte aufgrund von Sprachschwierigkeiten für Gelächter im Publikum und erschlich sich durch seine naive Art sämtliche Sympathien.

Auch der Prinz ist in diesem Stück nicht derselbe. Mit seiner karottenblonden Föhnfrisur und der etwas eigensinnigen Art verkörperte der Königssohn ein Abbild des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, das dem Original erschreckend ähnlich sieht. Die Zuschauer nahmen es mit Humor…

Extra fiese Königin

Etwas mehr Pfiff erhielt das »etwas andere Schneewittchen-Stück« durch Zaubertricks von Königin Sina Lütkenhöner. Da gab es den Giftapfel, der von der einen auf die andere Sekunde plötzlich riesengroß wurde. Gepaart mit durchaus schaurigem Gelächter brachte sie vor allem die Kinder gegen sich auf. Die bangten spürbar um Schneewittchen. Außerdem sorgten die Zwerge mit Tänzen und Liedern für ausgelassene Stimmung auf der Kahlen Wart.

Während der Prinz an seiner Tanzkarriere feilt (inklusive Hip-Hop Tanzschritte und anerkennendem Beifall der Zuschauer), glänzt Maxime Persicke in ihrer Rolle als Schneewittchen durch Charakterstärke. Denn sie hatte »die Nase voll von Spiegeln und Prinzen.«

Weitere Vorstellungen bis 5. Juli

Schneewittchen-Fans der ersten Stunde werden sich für dieses Stück genauso begeistern können wie absolute Märchen-Laien. Denn Schneewittchen ist Schneewittchen, wie man sie aus Märchenbüchern kennt, und gleichzeitig eben doch ganz anders. Das kam an bei den mehr als 200 Zuschauern. Wer wissen will, ob das Mädchen sich doch noch in den Prinzen verliebt, oder an jemand anderen ihr Herz verliert, hat die Chance, das Stück bis zum fünften Juli, jeweils sonntags ab 16 Uhr zu sehen.

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