Kahle Wart: Freilichtbühne präsentiert Neufassung des Grimm’schen Märchens Schneewittchen gefällt der Prinz nicht

Hüllhorst (WB). Was haben die Gebrüder Grimm mit Donald Trump zu tun? Und wieso steht Schneewittchen plötzlich nicht mehr auf fesche Prinzen? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, sollte einen Besuch der Freilichtbühne Kahle Wart in Oberbauerschaft in Erwägung ziehen. Das Kinderstück »Schneewittchen – einmal anders« feiert am Pfingstsonntag, 4. Juni, seine Premiere.

Von Kai Wessel
»Make Oberbauerschaft great again« – oder so ähnlich: Der König (Helmut Becker) zeigt seinem Sohn (Lino Burkamp) das Reich. Dass die Frisuren von König und Prinz Ähnlichkeit mit der des amerikanischen Präsidenten aufweisen, ist kein Zufall.
»Make Oberbauerschaft great again« – oder so ähnlich: Der König (Helmut Becker) zeigt seinem Sohn (Lino Burkamp) das Reich. Dass die Frisuren von König und Prinz Ähnlichkeit mit der des amerikanischen Präsidenten aufweisen, ist kein Zufall. Foto: Kai Wessel

Die Inszenierung von Regisseur Jürgen Wiemer (63) weist neue Aspekte auf: »Bislang ist der Prinz im Märchen immer einfach so aufgetaucht. Niemand weiß, woher er kommt. Das haben wir geändert«, sagt Wiemer, der seit Jahrzehnten die Stücke der Freilichtbühne in Szene setzt.

König und Prinz mit Trump-Frisur

Das Publikum wird nicht nur einen Prinzen (Lino Burkamp) kennenlernen, den sich die Brüder Grimm etwas anders vorgestellt haben, sondern auch einen eigenartigen König (Helmut Becker). Wiemer zeichnet ihn als Monarchen mit Tendenz zur Selbstüberschätzung. Er hat ihm die Frisur von Donald Trump verpasst. Die trägt auch der Prinz: »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm«, sagt der Regisseur.

Schneewittchen und der Jäger?

Es soll nicht zuviel verraten werden, aber Schneewittchens Gefühle für den seltsamen Prinzen mit Präsidentenfrisur halten sich in Grenzen. Wie gut, dass es noch andere Charaktere gibt – beispielsweise den jungen und wirklich netten Jäger . . .

Spielleiterin Sina Lütkenhöner verkörpert die fiese Königin: »Die Zuschauer sollen es lieben, sie zu hassen«, sagt Jürgen Wiemer. Aufführungen sind am Sonntag, 4., 11., 18., 25. Juni sowie am Montag, 5. Juni, jeweils um 16 Uhr. Karten gibt es an der Tageskasse. Am Montag, 10. Juli, 10 Uhr sind Schulen und Kindergärten zur Aufführung eingeladen.

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