Einstimmiger Beschluss im Rat – Bürger sollen beteiligt werden Wegekonzept wird erstellt

Hüllhorst (WB). Ein ländliches Wegekonzept soll für die Gemeinde Hüllhorst erstellt werden. Das hat der Rat am Mittwochabend einstimmig beschlossen – nach einer Sitzungsunterbrechung und längerer Diskussion.

Von Kathrin Kröger
Der Wurlitzerweg in Hüllhorst: Hier wie auch auf anderen Wirtschaftswegen in der Gemeinde gibt es erhebliche Beschädigungen. Der Teer ist durch Frostschäden aufgeplatzt, die Breite der Wege nicht mehr für heutige Fahrzeuge und Auslastungen geeignet.
Der Wurlitzerweg in Hüllhorst: Hier wie auch auf anderen Wirtschaftswegen in der Gemeinde gibt es erhebliche Beschädigungen. Der Teer ist durch Frostschäden aufgeplatzt, die Breite der Wege nicht mehr für heutige Fahrzeuge und Auslastungen geeignet. Foto: Knickmeier

Die heutigen Wegenetze wurden vor allem in den 1950er und 1970er Jahren für die seinerzeit vorherrschenden Besitz- und Bewirtschaftungsverhältnisse geplant und gebaut. Inzwischen haben sich jedoch Betriebsgrößen, Besitz und Produktionsweisen gravierend verändert und außerlandwirtschaftliche Nutzungen erheblich zugenommen, sagte Joachim Struckmeyer vom Fachbereich Technik. »Es gibt erhebliche Beschädigungen durch breite Fahrzeuge, Bankette werden mitbefahren.« Außerdem würden bestimmte Überfahrten gar nicht mehr genutzt.

Fachbüro beauftragt

Durch ein ländliches Wegekonzept, für das ein externes Fachbüro zu beauftragen ist, soll unter Einbeziehung der relevanten, örtlichen Akteure ermöglicht werden, ein zukunftsfähiges und bedarfsgerechtes Wegenetz zu entwickeln. Um ein solches Konzept aufstellen zu können, bekommt Hüllhorst von der Bezirksregierung Detmold die maximale Förderung von 75 Prozent (maximal 50 000 Euro), 25 Prozent muss somit die Gemeinde tragen. Der Förderbescheid wurde im April überreicht (wir berichteten).

Den Zuschuss wird es aber nur geben, wenn das Konzept bis zum 27. November dieses Jahres vorliegt – ausgerichtet an der verkehrlichen Bedeutung sowie Natur- und Landschaftselemente berücksichtigend. »Da haben wir ein relativ kurzes Zeitfenster«, sagte Struckmeyer.

Verwaltung verspricht sich Ersparnis

SPD-Chef Frank Picker bewertete die Maßnahme als positiv. In Stemwede nehme man ebenfalls die Förderung für ein Wirtschaftswegekonzept in Anspruch – Ende April hatte die dortige Gemeinde eine Infoveranstaltung ausgerichtet. Auch in Hüllhorst werde die Öffentlichkeit an dem Konzept mitwirken können und umfangreich beteiligt, betonte Bürgermeister Bernd Rührup. Auch Grünen-Chef Jürgen Friese äußerte sich zustimmend: »Es wird Zeit, dass wir Fördermaßnahmen endlich nutzen. Die haben wir aber nur bewilligt bekommen, weil SPD und Grüne dem Haushalt zugestimmt haben.«

CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Kuhlmann sah ein Wegekonzept sehr kritisch. »Was erfahren wir dadurch, was wir noch nicht wissen? Was ist der Nutzen?«, fragte er und fürchtete zudem eine Verschwendung von Steuergeldern. Es sei keineswegs eine zusätzliche Belastung der Bürger damit verbunden, betonte daraufhin der Bürgermeister. Im Gegenteil: Die Verwaltung verspreche sich eine Ersparnis.

Sitzungsunterbrechung

»Wir sollten das nicht kaputt reden«, sagte Picker. »Es gibt doch auch Wege, die wir gar nicht mehr brauchen und die somit nicht mehr von der Gemeinde unterhalten werden müssten.« Gräben räumen beziehungsweise für die Entwässerung sorgen, Durchlässe spülen und erneuern nannte Struckmeyer als anfallende Arbeiten. Nach einer Sitzungsunterbrechung fiel das Votum schließlich einstimmig für die Erstellung eines Konzeptes aus. Kuhlmann: »Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, dass wir irgendwelche Förderungen nicht bekommen.«

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