Ingenieure stellen Details vor – Grundsatzentscheidung im Rat
Sanierung dauert neun Monate

Hüllhorst(WB). Die Sanierung der Lehrschwimmbecken in Oberbauerschaft und Schnathorst kommt viel teurer als ursprünglich geplant. Im Bau- und Umweltausschuss haben drei Fachingenieure Details zu Technik, Instandsetzung und Kosten vorgetragen.

Donnerstag, 24.11.2016, 19:22 Uhr aktualisiert: 24.11.2016, 19:24 Uhr
Im Lehrschwimmbecken in Oberbauerschaft ist seit geraumer Zeit der Schwimmbetrieb eingestellt. Im Bauausschuss wurden Details zu Schäden, Instandsetzung und Kosten vorgetragen. Auch zwei Neubauvarianten wurden vorgestellt. Foto: Kai Wessel

Bereits Anfang 2015 habe man vorgehabt, das Lehrschwimmbecken in Oberbauerschaft (Baujahr 1968) zu sanieren, sagte Bürgermeister Bernd Rührup eingangs der Referate. Im Mai sei jedoch festgestellt worden, dass die Regulierungs- und Steuerungstechnik defekt ist. »Somit reichen die veranschlagten 350 000 Euro bei weitem nicht aus.« Außerdem gebe es in Schnathorst eine ähnliche Technik und das dortige Becken habe ein ähnliches Baualter (1961).

Im Bauausschuss führte Diplom-Ingenieur Jörg Deutschendorf aus Bielefeld die Mängel vor Augen: In Oberbauerschaft sind die Hauptprobleme fehlende Beckenabdichtungen, so dass das Wasser über die Jahre ungehindert den Beckenkörper durchfeuchtet hat, und falsche Materialauswahl bei Einbauteilen. Die Bewehrung ist teilweise stark angerostet.

Deutschendorf: »Das muss abgestrahlt werden, Beton muss ersetzt und ein Schutzanstrich aufgetragen werden.« Bereits im September 2015 empfahl der Fachplaner den Einbau eines Fliesenbelages auf einer Verbundabdichtung. Ansonsten werde alles 1:1 wieder hergestellt. Auf Nachfrage hin sagte Deutschendorf, dass man nach der Sanierung mindestens 25 Jahre Ruhe habe. »Und wie lange wird es vom Auftrag bis zur Fertigstellung dauern?«, fragte Karl-Heinz Kröger (CDU). »Neun Monate«, so Deutschendorf.

Das Sanierungskonzept enthält folgende Bereiche: Instandsetzung des Schwimmbeckens mit Beckenumgang, der Stahlbetonwände und Umgang im Untergeschoss, Instandsetzung der an die Badehalle angrenzenden Duschen und Sanierung der Wasseraufbereitungsanlage. Durch Vergrößerung der Filterfläche soll eine Nutzung an sechs Tagen in der Woche, zwischen 8 und 22 Uhr, möglich sein. Aktuell sei eine erweiterte Nutzung am Standort Schnathorst wegen der Wasserwerte nicht möglich. Die geschätzten Kosten für die Sanierung belaufen sich auf eine knappe Million Euro.

Das Schnathorster Becken wurde ebenfalls gutachterlich untersucht. Der Fachplaner geht davon aus, dass dieses maximal zwei Jahre bis zur erforderlichen Sanierung genutzt werden könne. Mängel sind hier die ebenfalls fehlenden Abdichtungen sowie unterschiedlich hohe Überlaufrinnen, verrostete Bodenabläufe, Risse im Fliesenbelag, verrostete Beckentreppe, Schwellwasserbehälter mit Ablagerungen und Undichtigkeiten und Zulaufdüsen mit zu wenig Strömungsdruck. Die Sanierung sieht die Erneuerung aller Fliesenbeläge in der Schwimmhalle, des außen liegenden Schwallwasserbehälters und die Modernisierung der Beckentechnik vor. Die Kosten werden auf gut 700 000 Euro geschätzt.

Ein Neubau mit einem Nichtschwimmbecken (Anschaffungskosten für Grundstück und Erschließung nicht miteingerechnet) würde 2,75 Millionen Euro kosten, ein Neubau mit einem Nichtschwimmbecken und einem Schwimmbecken wird mit 5,13 Millionen Euro veranschlagt. Ein Neubau kann 60 Jahre genutzt werden.

Die Grundschulen sollen bei der Planung miteinbezogen werden, da die Lehrpläne ausschlaggebend für die Nutzungszeiten der Schulen seien, so die Verwaltung. Eine Grundsatzentscheidung soll in der Ratssitzung am 14. Dezember gefasst werden. Es soll sichergestellt werden, dass weiter regelmäßig Schwimmunterricht in Hüllhorst angeboten werden kann.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4456985?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516043%2F
Nach Innenstadt-Attacke: Tatverdächtiger wieder frei
Im Krankenhaus haben Polizisten der Familie Hammoud eine Gefährderansprache gehalten. Foto: Ruthe
Nachrichten-Ticker