Sprecher der BSSW geben Stellungnahme zum „Friedens-Spaziergang“ am vergangenen Wochenende ab
„Wir sind ziemlich schockiert“

Espelkamp -

Die Demo gegen die Corona-Auflagen, die am 30. Januar in Espelkamp stattfand, hat Vertreter der Aktion „Bunt statt Schwarz-Weiß“ auf den Plan gerufen. In einer Stellungnahme üben sie Kritik an den Organisatoren.

Freitag, 05.02.2021, 20:50 Uhr
Die Demonstration, die unter dem Motto „Friedens-Spaziergang“ am vergangenen Wochenende ausgerichtet wurde, wird von den Sprechern der BSSW kritisiert. Foto: Peter Götz

Der so genannte Friedens-Spaziergang am 30. Januar hat nun die Sprecher der Aktion „Bunt statt Schwarz-Weiß“ (BSSW) dazu bewegt, eine Stellungnahme zu verfassen. Darin kritisieren sie unter anderem, dass die Veranstalter des „Spaziergangs“ offensichtlich in großen Teilen das Logo der BSSW übernommen haben.

Werte

Bei der BSSW handelt es sich um einen Zusammenschluss mehrerer Organisatoren – zum Beispiel Verein Mit-Menschen, Stadt Espelkamp und Stadtjugendpflege sowie Espelkamper Unternehmen und Parteien – die sich für Toleranz und Gleichheit in Espelkamp einsetzen.

In der BSSW-Stellungnahme heißt es: „Wir als Zusammenschluss unterschiedlichster Organisatoren und Akteure stehen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Das sind unsere Werte, die wir vertreten und dazu seit einigen Jahren Aktionswochen im Rahmen der Anti-Rassismus-Wochen durchführen. Uns alle eint das dazu geschriebene Grundgesetz.“

Nicht akzeptieren werden wir eine unbekannte Gruppe ohne verantwortliche Person.

BSSW-Sprecher

Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass sie aus den sozialen Medien vom Aufruf zum „Spaziergang“ erfahren hätten und sie seien „ziemlich geschockt“ gewesen. „Man hat unser Logo einfach für sich zu eigen gemacht: ‚Bunt statt Schwarz-Weiß‘ hat sich als überparteiliches Aktionsbündnis von Mitmenschen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie als Marke etabliert. Jeder, der diese Ziele unterstützen will, ist herzlich eingeladen, sich an unseren Aktionswochen zu beteiligen. Nicht akzeptieren werden wir eine unbekannte Gruppe ohne verantwortliche Person, die sich unter nur leichter Veränderung unseres Logos an unsere Aktionen anhängen und damit unterschwellig vermitteln will, dass sie ein Teil unserer BSSW-Organisation ist.“

Forderungen

Zudem kritisieren die BSSW‘ler, dass die Veranstalter des „Friedens-Spaziergangs“ mit den Worten „Gemeinsam für mehr Toleranz und Akzeptanz der Ängste vor Existenzverlust, Krankheit und politischer Bevormundung“ werben würden.

Dies sei eine Forderung, die vermutlich alle Bürger in etwa unterschreiben könnten, „abgesehen davon, dass die Formulierung ‚Akzeptanz der Ängste‘ problematisch ist, da es ja auch darum gehen sollte, Menschen die zu Ängste nehmen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen.“

Wenn es den Veranstaltern mit dieser Forderung ernst sei, bräuchten sie sich nicht in der Anonymität zu verstecken, sondern könnten durchaus auf breite Unterstützung von vielen Gruppen hoffen. Sich ungefragt und anonym hinter positiv besetzten Grundforderungen wie Toleranz und Friedensbewegung zu verstecken, wecke jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Veranstalter, schreiben die BSSW‘ler weiter.

Diese Veranstaltungen wurden offen von rechtsradikalen Populisten unterstützt.

BSSW-Sprecher

„Bei vorangegangenen Demonstrationen der ‚Querdenker‘-Bewegung in ganz Deutschland, aber auch zuletzt in Lübbecke, wurde mit angstmachenden Verkleidungen, Kontaminierungsmusik und einstudierten Marschbewegungen nicht für Frieden und Toleranz, sondern für Hass und Spaltung demonstriert. Diese Veranstaltungen wurden offen von rechtsradikalen Populisten unterstützt. Wollen die Veranstalter in Espelkamp sich davon distanzieren oder dient die Deklaration als ‚Spaziergang‘ nur der Verkleidung als Wolf im Schafspelz?“, schreiben sie weiter.

Wachsam

„Wir als Sprecher der BSSW-Wochen bleiben wachsam und beobachten das weitere Geschehen, stehen aber jederzeit auch für ein Gespräch zur Verfügung.“ Die BSSW‘ler betonten ausdrücklich: „Nicht akzeptieren werden wir, dass mit weiteren Aktionen dieser Gruppen Unfrieden in der Bevölkerung verbreitet werden soll. Wenn die Veranstalter des ‚Friedens-Spaziergangs‘ an einem offenen und ehrlichen Gedankenaustausch und Gesprächen interessiert sind, sind wir dafür immer bereit. Einer Verwendung unseres Namens, unseres Logos oder unseres Slogans, um damit extremistische und menschenverachtende Parolen zu verbreiten, werden wir jedoch entschieden entgegentreten.“

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