VHS-Verbandsversammlung Lübbecker Land mit Rückblick auf Corona – Leiterin Anke Steinhauer:
„Die Volkshochschule ist startklar“

Lübbecke/Preußisch Oldendorf/Espelkamp (WB) -

Im Januar 2020 war die Welt noch in Ordnung, als das Team der Volkshochschule Lübbecker Land das neue Programmheft vorstellte. 10.500 Unterrichtsstunden verteilt auf etwa 500 Kurse, die von 200 Dozenten geleitet werden sollten – so lautete die Ankündigung. Doch dann kam die Corona-Pandemie dazwischen.

Dienstag, 02.02.2021, 15:56 Uhr
Da waren sie noch guter Dinge: VHS-Leiterin Anke Steinhauer (vorne links), Geschäftsführer Jürgen Hackemeier (vorne rechts) und das Team bei der Vorstellung des Programms im Januar 2020 in Espelkamp. Foto: Felix Quebbemann

„Wir mussten uns mit erheblichen Schwierigkeiten und Herausforderungen ausein-ander setzen“, sagte VHS-Leiterin Anke Steinhauer ziemlich genau ein Jahr später am Montag im Rahmen des Verbandsversammlung in der Lübbecker Stadthalle. „Wir wissen auch noch nicht, wie es nach dem 15. Februar weitergeht, aber wir sind startklar.“

„Die Anmeldezahlen waren exzellent“, blickte Steinhauer in ihrem gut halbstündigen Referat zurück auf den Jahresbeginn 2020. Doch die Freude währte nicht lange: Am 13. März wurde aufgrund der Pandemie das gesamte VHS-Programm auf unbestimmte Zeit untersagt. Anders als andere Volkshochschulen im Land habe man bewusst das Semester nicht nach Ostern abgebrochen – ganz im Sinne der Dozenten und Kursteilnehmer. So konnte es im Mai weitergehen, hinzu kam eine kurzfristige aufgelegte Sommer-VHS: „Das ist gut gelaufen.“ Das gesamte Prozedere wiederholte sich nach Steinhauers Darstellung im September. Wieder waren die Anmeldezahlen gut, wieder liefen die Kurse an – bis zur Unterbrechung im Oktober, die bis heute anhält.

Es sei durchaus gelungen, in Zusammenarbeit mit einigen Dozenten Online-Kurse anzubieten, „sie werden auch gut angenommen“. Die VHS-Leiterin sprach sich aber ausdrücklich dagegen aus, zukünftig die meisten Angebote ins Netz verlegen zu wollen: „Wenn die Zukunft digital und Präsenz-Veranstaltungen auf ein Minimum herabgesetzt werden sollten, dann wäre das meiner Meinung nach ein langsames Ende aller Volkshochschulen.“ Ihr Credo lautet: „Wir sind eine VHS im ländlichen Raum. Die Teilnehmenden brauchen uns als sozialen Ort, als Treffpunkt.“ Das gelinge am besten in einem Kursus, einer Exkursion oder einem Vortrag.

Die Volkshochschule Lübbecker Land, die von den Kommunen Lübbecke, Espelkamp, Preußisch Oldendorf, Hüllhorst, Rahden und Stemwede getragen wird, beschäftigt an ihrem Sitz in Espelkamp derzeit zwölf Mitarbeiter. Seit Ende 2020 ist die dezentrale Organisation aufgehoben, das heißt, es gibt in den sechs Rathäusern keine direkten Ansprechpartner mehr. Dies sei eine Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung, erklärte Anke Steinhauer.

Sie äußerte auch einige grundlegende Gedanken, mit denen sie sich vor allem an die neuen Mitglieder der Verbandsversammlung wenden wollte. „Weiterbildung zählt zur staatlichen Daseinsfürsorge“, betonte sie. Es werde auch in Zukunft ohne Volkshochschulen nicht gehen. Bildung müsse bis ins hohe Alter gefördert werden, „denn anders als bei Kindheit oder Jugend ist das die längste Phase in unserem Leben.“ Leitziel der Arbeit des VHS-Teams sei die Zufriedenheit der Kunden. Deshalb lege man großen Wert auf das Qualitätsmanagement und dessen stetige Weiterentwicklung: „Unsere Arbeit ist viel professioneller geworden.“

Einige Personalien gab es während der Versammlung, die aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht in Espelkamp, sondern in der Lübbecker Stadthalle stattfand, ebenfalls. Für Karl-Friedrich Rahe, der den Vorsitz der Verbandsversammlung abgegeben hatte, rückte Jaroslaw Grackiewicz nach. Neuer Verbandsvorsteher ist der Lübbecker Bürgermeister Frank Haberbosch. Dieses Amt wechselt regelmäßig zwischen den Bürgermeistern von Lübbecke und Espelkamp. Die Wahlen erfolgten einstimmig.

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