Der Verein Mitmenschen rüstet sich für die Zeit nach dem zweiten Corona-Lockdown
Neue Ideen sind immer gefragt

Espelkamp -

Der Verein Mitmenschen hat das Jahr 2021 fest im Blick. Claudia Strobel und Marei Nagel haben einen Einblick in die Planungen für dieses Jahr geworfen. Zudem haben sie auch auf 2020 zurückgeblickt. Und da war nicht alles negativ.

Donnerstag, 07.01.2021, 22:21 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 22:30 Uhr
Marei Nagel (links) und Claudia Strobel im Büro Hermann. Der erste Lockdown wurde unter anderem dafür genutzt, das Büro teilweise zu sanieren und auf Vordermann zu bringen. Foto: Felix Quebbemann

Der Verein Mitmenschen steht nicht nur für die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen. Er steht für ein gemeinsames Miteinander, für die Hilfe untereinander. Es ist natürlich in kontaktlosen Zeiten, wie sie momentan vorherrschen, nicht einfach, die angestrebten Ziele und Aufgaben zu erfüllen.

Daher wünscht sich Claudia Strobel vom Verein Mitmenschen auch für das neue Jahr: „Einfach wieder zurück zu den Kontakten, damit wir unsere Ideen vernünftig umsetzen können. Wir wollen etwas machen – unterstützen, helfen, gemeinsame Angebote“, sagt sie. Mit ihrer Kollegin Marei Nagel sitzt sie im Büro Hermann am Atrium und plant das Jahr 2021 für „Mitmenschen“. Den Hygienemaßnahmen entsprechend sind Türen und Fenster geöffnet. Da wird schon mal die Nase schnell kalt. Aber das ist den beiden egal. Dies zeigt schon, wie viel Mühen das Team auf sich nimmt, um für die Zeit nach dem Lockdown vorbereitet zu sein.

Strobel hofft, dass 2021 in jedem Fall besser wird als 2020. „Die Aktionswoche Bunt statt Schwarz-Weiß (BSSW, Anm. d. Red.) war geplant“, wirft sie einen Blick zurück. Dann kam der Lockdown. Alle seien erstmal geschockt gewesen, dass die BSSW abgesagt werden musste. „Man war wie vor den Kopf gestoßen.“

Nachdem klar war, dass nichts mehr ging, wurde der Verein anders aktiv. „Jeden Vormittag haben wir vor dem Eingang unseres Büros einen Stand aufgebaut und Masken verkauft“, erinnert sich Strobel.

Der Verein habe sich an der Hilfsplattform „Espelkamp hält zusammen“ beteiligt. Und im Laufe des Jahres konnte schließlich wieder geöffnet werden. Unter Auflage der Hygienemaßnahmen entwickelten die Beteiligten viele Ideen. Kurseinheiten liefen weiter. Die Sprachkurse der Volkshochschule Lübbecker Land – wie zum Beispiel „Deutsch als Fremdsprache – unterstützte der Verein zudem mit einem Nachhilfeangebot. Die VHS hatte den Verein zwecks Kooperation angesprochen. Der Verein sagte zu. Und der Erfolg stellte sich ein. „Die Kurse liefen richtig gut“, sagt Nagel. Zielgruppe sind dabei Azubis, die vor ihrer Prüfung stehen oder sich dieser nähern.

Ende des Jahres 2020 kam der zweite Lockdown. Da sei die Situation aber eine andere gewesen, sagt Strobel. Die Mitarbeiter wussten, was auf sie zukommt. Nun versuchten die Ehrenamtlichen, Fragen und Probleme, die per Whatsapp, Instagram oder Videos eingehen, zu lösen und zu beantworten. Es sei der Anspruch gewesen, kompliziertere Probleme per Technik zu lösen.

Für dieses Jahr sind die Planungen nun in vollem Gange. Die BSSW steht natürlich auf dem Zettel. Von der Ausrichtung einer Silent-Party, wie im vergangenen Jahr geplant, geht Strobel nicht aus. „Wir wollen sie nachholen, wann, wissen wir aber noch nicht.“

Ein großer Diskussionsabend sei zwar geplant. Aber auch da hat Strobel Zweifel, ob der in Zeiten der Pandemie ausgerichtet werden kann. Ende Januar wird die Planung so weit Gestalt angenommen haben, dass der Verein sagen kann, wie er sich beteiligt, um sich wieder „mit allen Espelkampern für Espelkamp“ einzusetzen.

„Die Nachhilfekurse wollen wir in jedem Fall wieder anbieten. Das ist wichtig“, so Strobel. Nagel fügt an: „Wir wollen das anbieten, was gewünscht wird.“

Claudia Strobel kann dem vergangenen Jahr übrigens auch Gutes abgewinnen. „2020 hat gezeigt, dass die Menschen auf uns zukommen und fragen: ‚Können wir etwas zusammen machen?‘ Diese Entwicklung finde ich gut.“

Derzeit hat das Büro Hermann geschlossen. „Wir sind aber per E-Mail, Whatsapp und auch per Telefon erreichbar“, sagt Nagel. Respekt und Dank zollt Strobel übrigens allen ehrenamtlich Tätigen im Verein. Denn viele seien immer wieder mit neuen Ideen angekommen. „Das Ehrenamt hat sich 2020 nicht unterkriegen lassen“, zieht Claudia Strobel ein weiteres positives Fazit für 2020.

Für neue Ideen ist der Verein natürlich immer offen. Gerade wird ein internationales Bücherregal vorbereitet. Wer Bücher in den verschiedensten Sprachen hat, kann sich direkt bei Mitmenschen melden. Voraussetzung jedoch ist: „Wir nehmen nichts Religiöses und keine politische Literatur an“, sagt Strobel. Wer diese Voraussetzung erfüllt und Literatur für das internationale Bücherregal spenden will, kann sich unter Telefon 05772/9785734 melden und einen Abgabetermin ausmachen. „Nur nicht einfach die Bücher vor die Tür legen“, bittet Marei Nagel.

Strobel und Nagel betonen, dass sie im neuen Jahr natürlich wieder für alle Mitmenschen da seien. „Momentan leider ohne feste Öffnungszeiten.“ Aber die Zeit nach dem zweiten Lockdown haben die beiden fest im Blick.

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