Ausschuss: Leiter des Baubetriebshofes gibt Bericht zum Baumbestand
421 Bäume – einfach weg!

Espelkamp -

Der Zustand der Bäume in der Innenstadt bereitet Uwe Kahmeyer, Leiter des Bauhofes, große Sorgen. Nach dem aktuellen Zustandsbericht müssen 421 Bäume gefällt werden. Die meisten sind ausgetrocknet.

Mittwoch, 09.12.2020, 19:32 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 19:40 Uhr
Die Liste der Baumkontrolle 2020 durch den Baubetriebshof in Espelkamp ist für Baumliebhaber ein Graus. Insgesamt sind dort 421 Bäume im Innenstadt-Gebiet zur Fällung aufgeführt. Foto: Boris Roessler

„Es gibt viel zu viele Bäume, die gefällt werden müssen“, erklärte Uwe Kahmeyer, Leiter des Baubetriebshofes, jetzt gegenüber den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses. Er gab am Dienstagnachmittag im Bürgerhaus einen Zustandsbericht zum Stadtgrün. Und da wurden seine Sorgenfalten schon sehr tief.

Grund für die gehäuften Baumfällungen seien die vergangenen zwei trockenen Jahre gewesen. Insbesondere die Kiefern im Stadtgebiet hätten wohl keine große Zukunft mehr. Die haben neben der anhaltenden Trockenheit noch mit weiteren Widrigkeiten zu kämpfen. „Der Borkenkäfer wird zu einer immer größeren Plage.“ Kahmeyer geht davon aus, dass die Kiefer in einigen Jahren wohl gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden sein wird.

Der Nadelbaum ist vor allem im hohen Norden beheimatet. Dennoch erfreut sich die Pflanze auch hierzulande einer großen Beliebtheit. Die hohen Sommertemperaturen mit teilweise bis über 40 Grad Celsius aber haben dem Baum zugesetzt. Hinzu kommen die milden Winter – der vergangene hat kaum Frost gebracht, von Dauerfrost ganz zu schweigen. Kahmeyer erklärte darüber hinaus, dass in der Vergangenheit viele Bäume mit einem Pflegeschnitt hätten gerettet werden können. Dies aber helfe nun auch nicht mehr.

Florian Craig, Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, dass es das Ziel sein müsse, mehr für das Stadtgrün zu tun, unter anderem auch mit Blick auf den stetigen Rückgang der Kiefer.

Der Bauhofleiter ergänzte daraufhin, dass natürlich in den vergangenen Jahren versucht worden sein, nachzupflanzen. „Mit Anpflanzungen hatten wir aber wegen der Trockenheit viel Pech.“

Darüber hinaus seien die Mitarbeiter des Bauhofes in den Sonnenmonaten unterwegs, um das Stadtgrün zu gießen. „Wir haben drei Fahrzeuge im Einsatz. Aber wir kommen einfach nicht hinterher“, erklärte Kahmeyer abschließend.

Der Bericht zur Baum- und Grünanlagenkontrolle liest sich daher auch wie ein Baum-Horror-Buch. Auf der Liste der Baum- und Grünanlagenkontrolle im Innenstadtbereich sind insgesamt 421 Bäume zur Fällung aufgeführt. Der Erhebungszeitraum mit den vorgesehenen Maßnahmen erstreckt sich vom 23. Januar bis 21. September.

Neben den Birken, von denen seit einigen Jahren bekannt ist, dass sie besonders unter der Trockenheit leiden und austrocknen, stehen Fichten, Erlen und Kiefern verstärkt auf der Liste.

So vertrockneten unter anderem im Waldstück am Torgelower Weg acht Erlen und müssen verschwinden. Auch am Gabelhorstsee wurden am 8. September sechs Erlen zur Fällung freigegeben. 26 trockene Kiefern wurden am 19. August im Wald am Nordtor ausgemacht. Weitere neun Kiefern am Parkplatz Waldfreibad in der Trakehner Straße konnten der anhaltenden Trockenheit ebenfalls nicht mehr standhalten.

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