Trinkwasserversorgung: Stadt plant Investition in Höhe von 680.000 Euro
Anlagenbau soll gefördert werden

Espelkamp (WB). Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel für den Menschen. Die ständige Verfügbarkeit einer Mindestmenge dieses kostbaren Gutes ist für die meisten Bürger eine Selbstverständlichkeit.

Dienstag, 10.11.2020, 18:00 Uhr
In erster Linie sorgt der Klimawandel für Engpässe bei der Trinkwasserversorgung. Die Stadt Espelkamp will mit Hilfe von Bundesfördermitteln eine Trinkwasseranlage mit mobiler Notstromanlage bauen, wie jetzt bekannt wurde. Foto: dpa

Die staatlichen Bemühungen zur ausreichenden Bereitstellung genießen daher eine besondere Bedeutung. Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in Espelkamp ist die Errichtung einer Anlage zur Speicherung von Reinwasser und zur Druckerhöhung im Versorgungsnetz vorgesehen. Diese Pläne stellte Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke AöR, in der vergangenen Sitzung des Verwaltungsrates vor.

Konjunkturpaket

In diesem Zusammenhang beantragt die Stadt erstmals eine Förderung durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Insgesamt kosten die vorgestellten Maßnahmen 680.000 Euro. „Nur wenn die Hälfte davon gefördert wird, wird gebaut“, sagte Hagemeier. Die Bundesregierung habe ein zusätzliches Konjunkturpakt als Nachtrag zum Haushalt 2020 initiiert, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Ziel sei es, sinnvolle Investitionen vorzuziehen und schon im kommenden Jahr abzuwickeln. Zu diesen sinnvollen Investitionen zählt Hagemeier auch die geplante Trinkwasseranlage.

Der AöR-Vorstand hält die Notfallvorsorge im Wasserbereich für eine sinnvolle Maßnahme, weil die Versorgung zu den „kritischen Infrastrukturen“ zähle. Klaus Hagemeier stellte den Antrag zur Abstimmung. Dem Beschlussvorschlag wurde einstimmig zugestimmt.

Ein Grund für die vorgestellten Maßnahmen seien laut Hagemeier mögliche Naturkatastrophen in Folge des Klimawandels. „Die Trinkwassernotversorgung des Bundes wird heute vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeinsam mit den Ländern und den Kommunen umgesetzt“, erläuterte Hagemeier den Adressaten des Förderantrages.

Wassertag

Seit 1993 gebe es jedes Jahr einen Weltwassertag. Zu jeder Zeit und an fast jedem Ort sei die geregelte Versorgung im Normalfall möglich. Espelkamp gebe zudem immer wieder Wasser an Rahden ab. Hin und wieder beziehe Espelkamp aber auch Wasser aus der Nachbarkommune Gehlenbeck. Wie schnell die Infrastruktur zusammenbrechen kann, habe unter anderem der europaweite Stromausfall im Jahr 2006 gezeigt.

Der Plan

Eingeteilt in zwei Trinkwasserversorgungszonen – Espelkamp und Fabbenstedt – soll die Anlage genau zwischen den beiden Ortslagen an der Ratzenburger Straße entstehen. Die Kosten für das Projekt verteilen sich auf etwa 623.000 Euro für die Trinkwasseranlage und 45.000 Euro für die mobile Notstromanlage.

Jahresabschluss

Ein weiterer Tagesordnungspunkt in der Sitzung war der Beschluss zur Gewinnverwendung des Jahresabschlusses 2019. Dem Vorschlag, die Gewinne unter anderem den Rücklagen zuzuführen, wurde zugestimmt. Insgesamt wurde ein Bilanzgewinn von 200.621,55 Euro ermittelt. Gewinne warfen vor allem die Betriebszweige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ab. Verluste fuhr unter anderem der Betrieb beider Bäder ein. Diese Verluste belaufen sich auf etwa 1,19 Millionen Euro.

Das Waldfreibad

Im Anschluss an den öffentlichen Teil gingen Hagemeier und Heinrich Vieker – in dessen letzter Sitzung als amtierender Bürgermeister – auf die Sanierung des Waldfreibades ein. In zwei Jahren werde Espelkamp für die nächsten 25 Jahre ein zeitgemäßes Bad haben. Dass der Förderbescheid möglich wurde, sei dem Drei-Säulen-Modell zu verdanken. Politik, Verein und Stadtwerke hätten sich zusammen dafür stark gemacht. Hagemeier versprach Heinrich Vieker, eine Sitzbank zu stiften, die im Bad aufgestellt wird.

Die nächste Sitzung des Verwaltungsrates AöR findet am Donnerstag, 12. November, um 16 Uhr im Saal des Bürgerhauses statt.

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