Hartmut Stickan ruft Bürger zu Aktion gegen AfD-Bezirksparteitag in Espelkamp auf
Plakate als „Nicht-Willkommen“-Gruß

Espelkamp (WB/aha). Schon mehrfach hat es Versammlungen der AfD in Espelkamp gegeben. Jedes Mal gab es Aktionen, bei denen Espelkamper ihr Missfallen über die Partei und ihre Politik deutlich gemacht haben. Nun ruft Hartmut Stickan erneut Mitbürger dazu auf, in dieser Weise aktiv zu werden. Denn die AfD hält ihren OWL-Bezirksparteitag im Bürgerhaus ab.

Samstag, 07.11.2020, 06:00 Uhr
Rufen zu einer Plakataktion gegen den Bezirksparteitag der AfD in Espelkamp auf: Hartmut Stickan (von links), Elke Schmidt-Sawatzki, Reinhard Bösch und Claudia Strobel. Foto: Arndt Hoppe

„Ich habe am Mittwoch erfahren, dass die AfD für Freitag, 13. November, ab 18 Uhr den großen Saal gebucht hat. Es gibt dafür aber nirgendwo eine öffentliche Ankündigung“, sagt Hartmut Stickan. Sofort habe er sich die Frage gestellt: „Wie geht man damit um?“ Er habe direkt Kontakt mit früheren Mitstreitern der Proteste aufgenommen, um der Versammlung etwas entgegenzusetzen. Seine SPD-Parteifreunde Claudia Strobel und Reinhard Bösch sagten sofort die Unterstützung zu. Auch Elke Schmidt-Sawatzki und Florian Craig signalisierten von Seiten des Ortsverbands und der Ratsfraktion der Grünen die Bereitschaft, sich zu beteiligen.

„Keine Hochburg“

Hartmut Stickan macht klar, wieso diese Versammlung im Bürgerhaus aus seiner Sicht nicht ohne Reaktion bleiben dürfe: „Die AfD versucht immer wieder so zu tun, als sei Espelkamp eine ihrer Hochburgen. Sie kündigte an, hier zweistellige Wahlergebnisse zu erzielen und drittstärkste Partei zu werden. Aber wie wir am Wahlergebnis sehen, stimmt das überhaupt nicht“, sagt er. Für ihn stehe fest: „Die AfD ist in weiten Teilen keine demokratische Partei.“ Er sei überzeugt, dass die AfD tief von Rechtsextremismus durchsetzt sei, weshalb jedem Auftritt der Partei widersprochen werden sollte.

In Espelkamp habe es drei Treffen der Partei gegeben: eines im Oktober 2017 (Versuch einer Gründung), eine im November 2018 (Stickan: „Zur Verherrlichung des Bürgerkriegs in Syrien”) und eine im November 2019 (Stickan: “Zum Leugnen des Klimawandels”). Nun vermutet der Sozialdemokrat Stickan eine „Wahlparty zum Selbstbeweihräuchern“.

Einzelne zeigen Plakate

Für eine Gegenkundgebung, das weiß auch er, gibt es in der Zeit des Teil-Lockdowns keine Möglichkeit, weil Menschenansammlungen verboten sind. „Aber den Parteitag darf man so nicht stehen lassen“, findet er. Deshalb rufen die Initiatoren die Bürger dazu auf, am Abend des 13. November mit Plakaten und ähnlichem in der Innenstadt Präsenz zu zeigen – einzeln oder bei Menschen aus einem Haushalt auch zu zweit oder dritt. „Das wird sozusagen ein Nicht-Willkommen-Gruß“, sagt Stickan. „Wir wollen zeigen: Wir wollen keine AfD hier. Ihr seid hier nicht willkommen.“ Gleichzeitig macht der SPD-Mann deutlich: „Auch die AfD muss wie jede Partei das Recht haben, sich zu versammeln. Aber den Widerspruch muss sie ertragen.“

Elke Schmidt-Sawatzki ergänzt: „Auch die Stadt als Vermieter des Bürgerhauses sollte sich diesbezüglich positionieren.“ Die Organisatoren hoffen auf möglichst viele einfallsreiche Kleinst-Aktionen wie Plakate, Tafeln, Schriftzüge in den Straßen rund um das Bürgerhaus und entlang der Breslauer Straße. Die beste Idee möchten die Initiatoren mit einem kleinen Preis belohnen, um den Anreiz zur Teilnahme noch zu steigern. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass man den Wilhelm-Kern-Platz mit Flatterband absperrt“, sagt Hartmut Stickan. „So müssten die AfD-Mitglieder weiter laufen und würden dabei den Plakaten begegnen.“

AfD wählt Vertreter für Regionalrat

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt Sebastian Landwehr vom AfD-Bezirksvorstand, dass der OWL-Parteitag für den 13. November in Espelkamp geplant ist. „Das wird nur eine kurze Sache. Es gibt nur einen Tagesordnungspunkt. Wir wählen einen Vertreter für den Regionalrat in Detmold.“ Weil die AfD mehr als fünf Prozent in Ostwestfalen errungen habe, stehe ihr ein Platz darin zu. „Die Person muss in einer Präsenzveranstaltung gewählt werden“, erklärt Landwehr. Er rechne mit einer geringen Zahl von Teilnehmern.

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