Roland Quarder fordert Entfernung der Baumscheiben – Pläne zur Platzumgestaltung
„Das ist gefährlich“

Espelkamp (WB). Roland Quarder geht über den Wilhelm-Kern-Platz und bleibt an einer Baumscheibe stehen. „Diese Scheiben sind zu Stolpersteinen geworden“, sagt der Espelkamper. Seine Aussage belegt er damit, dass er auf die Kante der Scheibe zeigt, die einige Zentimeter über den Asphalt hinausragt. „Das ist gefährlich“ betont Quarder, dem die Baumscheiben auf dem zentralen Platz in der Espelkamper Innenstadt bereits seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge sind.

Freitag, 09.10.2020, 18:00 Uhr
In der Politik wird seit Anfang der 1990-er Jahre über den Nutzen der Baumscheiben auf dem Wilhelm-Kern-Platz diskutiert. Roland Quarder kritisiert die Gitter. Die Stadtverwaltung erläuterte, dass die Pläne für die Umgestaltung des Platzes in Arbeit seien. Foto: Quebbemann

Diese Scheiben bildeten nicht nur Gefahren für die Besucher der Stadt, die auf dem Parkplatz ihren Wagen abstellten. Auch die Bäume würden in ihrer Entwicklung behindert. Dieser Sachverhalt sei bereits im Jahr 1992 vom damaligen Agrar- und Grünausschuss festgestellt worden. Damals habe es geheißen, dass eine weitere Gestaltung mit „Baumrosten“ nicht zu halten sei. Vielmehr solle mit Bordsteinen gearbeitet werden, die für die Bäume einen sicheren Schutz auch vor zu dicht heranfahrenden Autos bieten sollten.

Bessere Gegebenheiten

Quarder stellte im Gespräch mit dieser Zeitung fest, dass zwar bei einigen Bäumen die Roste entfernt worden seien – aber nicht bei allen. Der engagierte Bürger stehe zudem in Kontakt mit Professor Jörn Pabst vom Bereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Der hatte bereits in einem Gutachten von 2007 empfohlen, die Standortgegebenheiten der Baumgruppen auf dem Kern-Platz und an der Breslauer Straße zu verbessern. Pabst nannte damals ausreichende Bewässerung, die Vergrößerung von Baumscheiben und weniger Verdichtungen.

Es sei zudem ein Rückschnitt unter anderem bei den Platanen empfohlen worden. „Das, was gemacht wurde, ist aber schon eine Kappung“, kritisierte Quarder die vorgenommenen Maßnahmen.

Auch für weitere Bäume in der Innenstadt forderte Quarder eine intensivere und umsichtigere Pflege – zum Beispiel für die Rotbuche auf dem Grünanger.

Lange Diskussion

Mit Blick auf die schon lange andauernde Diskussion unter anderem um die Baumscheiben auf dem Kern-Platz sagte Quarder. „Ich finde es traurig, dass Dinge, die beschlossen werden, nicht auch umgesetzt werden.“ Tipps von Fachleuten würden einfach ignoriert, kritisierte er in Richtung Stadtverwaltung. „Das kann ich nicht verstehen.“

Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung in der Verwaltung, erklärte, ihm sei die Thematik rund um den Wilhelm-Kern-Platz bekannt. Die Pläne für die Umgestaltung des Platzes seien aber auch bereits angelaufen. Das Ausschreibungsverfahren für die Planungsleistungen werde derzeit vorbereitet. Blauert befürchtet, dass es eine europaweite Ausschreibung gebe. Der Fachbereichsleiter rechnet aber damit, dass im kommenden Jahr die Planungen für den neuen Wilhelm-Kern-Platz angegangen werden können.

Neugestaltung

Die Maßnahmen für die Neugestaltung des Platzes sollen über den Topf Soziale Stadt gefördert werden. Die Beantragung werde voraussichtlich im September 2021 geschehen, so dass der Förderbescheid im Sommer 2022 eintreffen könnte. Mit dem Baubeginn sei daher frühestens im September 2022 zu rechnen.

Damit der Platz dann auch allen Espelkampern zusagt, ist seitens der Stadt bei der Gestaltung eine umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. „Die Bürger sollen mit einbezogen werden“, sagte Blauert.

Darüber hinaus gebe es weitere Nutzer, wie zum Beispiel die Marktbeschicker oder die umliegenden Händler. Und nicht zuletzt muss der Platz auch als Schauplatz für das City-Fest dienen. Eine Prognose, wie der Platz am Ende aussehen könnte, wollte und konnte Blauert nicht geben. Er ist sich aber sicher. „Es wird ein spannender Prozess.“ Ob die Baumscheiben diesen spannenden Prozess überleben, ist aber wohl eher fraglich.

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