Saftpresse der Dümmerland Saft GbR zu Gast bei der Freikirche in Espelkamp
1645 Liter Apfelsaft ausgepresst

Espelkamp (WB/ko). Lecker – süß – fruchtig: ein Apfel hat jede Menge Vitamine wie zum Beispiel Vitamin C, A und zahlreiche B-Vitamine. Der Biss in einen Apfel ist also nicht nur schmackhaft sondern auch einfach gesund.

Montag, 05.10.2020, 17:29 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 17:40 Uhr
Benjamin Schraml (links) und Timothée Wiebe ließen es sich nicht nehmen, mit anzupacken. Am Sonntag wurden insgesamt 1645 Liter Apfelsaft ausgepresst. Foto: Andreas Kokemoor

Wohl dem, der einen eigenen Apfelbaum in seinem Garten hat. In diesem Jahr trugen die Bäume besonders viele der leckeren Früchte. Wenn also nicht alle Äpfel selbst verzehrt werden konnten, gibt es noch eine weitere Variante, einen gesunden Apfel zu genießen: nämlich in Saft-Form. Den Fruchtsaft der eigenen Äpfel zu genießen machte am vergangenen Wochenende die Evangelische Freikirche Espelkamp möglich. Sie feierte nämlich am Sonntagnachmittag das Erntedankfest mit einer besonderen Aktion. Hartmut und Christian Kattelmann aus Wagenfeld waren vor Ort am Martinshaus und hatten ihre mobile Saftpresse der Dümmerland Saft GbR nach Espelkamp mitgebracht.

2,5 Tonnen Äpfel und Birnen

Die Evangelische Freikirche wollte ihren Mitgliedern und den Bürgern zeigen, wie aus Obst, das zum größten Teil von Besitzern riesiger Obstbaumwiesen aus der Region gespendet wurde, leckerer Saft gepresst wird.

„Landwirte beantworten die Frage ‚Wie kommt die Milch in die Tüte?‘. Die Saftexperten erklären ‚Wie kommt der Apfelsaft in die Tüte‘“, erläuterte Arthur Wall von der Freikirche die Idee. Bei der Aktion sollte auf der einen Seite der ökologische und biologische Aspekt eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite wollten die Veranstalter zeigen, dass Apfelsaft mehr sein kann als ein Tetrapack aus dem Supermarktregal.

Darüber hinaus sammelte die Freikirche während der Aktion auch Spenden ein. Diese wurden über jeden verkauften Karton Apfelsaft eingenommen. Gedacht sind die Mittel für das Jugendzentrum Real Life am Bahnhof.

2,5 Tonnen Äpfel und Birnen, so schätzten die Organisatoren, waren vor Ort und warteten darauf, verarbeitet zu werden. Viele Besucher brachten übrig gebliebene Früchte und Fallobst mit zum Martinshaus – Äpfel und Birnen, die sonst vielleicht verrottet wären.

Imposante Apparatur

Der Saft wurde vor Ort abgefüllt und konnte gleich mitgenommen werden. Niko und Julia Wiens freuten sich über diese Aktion. Ihre Kinder Kiana, Tim und Luc sowie ihr Neffe Jonathan lieben Äpfel. „Jeden Tag essen wir zwei bis drei“, sagte Julia Wiens glücklich „Dabei zu sein und zu sehen, wie Apfelsaft aus Äpfeln gepresst wird, die zuvor noch als Frucht vor ihnen lagen, ist doch ein Erlebnis“, sagte Niko Wiens.

Die imposante Apparatur der mobilen Saftpresse stand auf dem großen Parkplatz des Martinshauses an der Kantstraße. Zunächst kamen die Früchte in eine Waschwanne. Danach wurden sie vorsortiert und in kleine Stücke geschreddert. Mit einer Siebbandpresse wurde der naturtrübe Saft gewonnen, der unmittelbar in einen Tank abgefüllt wurde. Um den rein biologischen Saft haltbar zu machen, wurde er bei 80 Grad Celsius pasteurisiert. Abgefüllt in Kunststoffbeutel mit Zapfventil und verpackt in Kartons, nahmen viele Interessierte gleich mehrere Kartons mit nach Hause.

Unterstützt wurden Hartmut und Christian Kattelmann von mehreren Gemeindemitgliedern der Evangelischen Freikirche.

Unterstützung der Gemeinde

In den Tagen zuvor kletterten mehrere Jugendliche auf die bis zu 20 Meter hohen Bäume der Spender, um die Äpfel und Birnen zu pflücken. Einer der Spender war der Bauunternehmer Klaus Harland aus Eilhausen.

Die Gemeindemitglieder Benjamin Schraml und Timothée Wiebe ließen es sich nicht nehmen, beim Saftpressen mit anzupacken. Neben ihnen stand Maschinenbediener Christian Kattelmann. Bis in die Abendstunden lief die Presse. Hartmut Kattelmann stand an der Abfüllmaschine.

Rudolf Riesen, ebenfalls Gemeindemitglied, schaufelte mit einer großen Gabel den frischen Trester, der sich auf dem Anhänger sammelte, auf einen großen Berg. Als Trester bezeichnet man die Rückstände, die nach dem Auspressen der Frucht übrig bleiben. Der Trester geht an einen Landwirt, der damit seine Rinder füttert.

„Es wurde schon dunkel, als wir unsere Sachen gepackt haben“, erklärte Hartmut Kattelmann, Chef der Saftpresse, einen Tag später im Gespräch mit dieser Zeitung. 1645 Liter Obstsaft, so schätzte er, seien gewonnen worden.

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