Vereinsvorsitzender Horst Radtke sehr enttäuscht – positiver Blick in die Zukunft
Nur 8437 Besucher im Freibad

Espelkamp (WB). Es stand zu befürchten, dass die Freibadsaison nicht unbedingt die beste werden würde. Die Zahl von 8437 Besuchern in dieser Saison hat aber Horst Radtke, Vorsitzender des Betreibervereins Pro Waldfreibad, dennoch sehr enttäuscht. „Mit der Zahl kann keiner zufrieden sein“, erklärte Radtke deutlich auf Anfrage dieser Zeitung.

Dienstag, 08.09.2020, 18:00 Uhr
Das Waldfreibad hat eine enttäuschende Saison hinter sich. Nur 8437 Besucher holten sich in diesem Sommer eine Abkühlung ab. Aufgrund der Corona-Pandemie seien die Besucher wohl fern geblieben, sagte Radtke. Das Bad hat seit dem 30. August geschlossen.

Zurückhaltung

In Spitzenzeiten, so wie etwa vor zwei Jahren, hat das Waldfreibad 30.000 Besucher und mehr angelockt. Nun waren allerdings die Voraussetzungen in diesem Jahr so ungünstig wie selten zuvor. Natürlich spielte dabei die Corona-Pandemie die wohl bedeutendste Rolle. Denn Radtke sprach auch bei den Besuchern von einer „extremen Zurückhaltung“, was den Besuch des Waldfreibades anging.

„Zum einen hatten einige Besucher Probleme mit dem Datenschutz“, erklärte Radtke. Andere wiederum seien aufgrund des aggressiven Coronavirus und der damit verbundenen Gesundheitsgefährdung nicht gekommen. Und dann gebe es noch eine Gruppe von Dauerschwimmern, die in diesem Jahr nicht da gewesen seien. Dies konnte Radtke sich jedoch gar nicht erklären.

Aber es gibt auch die positiven Seiten dieser Saison. „Wir haben große Komplimente bekommen, dass es mit dem Scannen des QR-Codes an der Kasse gut gelaufen ist.“

Warteschlangen

Natürlich hätten sich an den sehr heißen Tagen auch Warteschlangen gebildet. „Da ging die Schlange auch bis zum Parkplatz“, so Radtke. Darüber hinaus hat das Bad an zwei, drei Tagen zwischenzeitlich keine Besucher mehr reingelassen – wegen Überfüllung. „Da haben wir dann auch unsere Besucherzahl um 50 aufgestockt“, sagte Radtke.

Zuvor habe der Waldfreibadverein 265 Besuchern gleichzeitig den Zutritt zum Gelände genehmigt. Dies sei eine sehr konservative Herangehensweise gewesen, so Radtke. Daher habe man die Besucherzahl auch problemlos auf weitere 50 aufstocken können, ohne die Corona-Abstandsregeln zu verletzen.

Geärgert habe sich Radtke über die Besucher, die die deutlichen Corona-Vorschriften in den Sanitärräumen und den Duschen nicht beachtet haben.

Aber der Vorsitzende des Waldfreibadvereins will lieber das Positive aus dieser Saison mitnehmen. Und dies sei, dass sich auch in diesem Jahr niemand ernsthaft verletzt habe – bis auf ein paar Wespenstichen. Badeunfälle habe es keine gegeben.

Viel Lob

Darüber hinaus habe der Verein viel Lob von auswärtigen Besuchern aus Großstädten wie Berlin und Hamburg bekommen. Diese hätten sich lobend zum einen über die Zuwegungen geäußert und ebenfalls das gute Einlasssystem per QR-Code herausgestellt. Etwas älteren Besuchern, so Radtke weiter, die sich noch nicht so gut mit den digitalen Möglichkeiten auskennen, wurde vom Freibadteam geholfen.

Im kommenden Jahr solle dann die „Alte Lady“, wie Radtke das Waldfreibad liebevoll nennt, gebührend verabschiedet werden. Denn das Bad wird komplett saniert (wir berichteten). Wie die Verabschiedung dann aber aussehen wird, wann und wie lange 2021 geöffnet wird, das vermochte Radtke noch nicht zu sagen. Dafür müssten Gespräche mit dem nach den Kommunalwahlen vermutlich neu besetzten Verwaltungsrat der Stadtwerke AöR geführt werden.

Im Jahr 2022 soll jedenfalls das neue Waldfreibad an den Start gehen. Zur Vorbereitung hat es vor wenigen Tagen am 25. August eine Begehung mit den Generalplanern gegeben, wie Radtke gegenüber dieser Zeitung mitteilte.

Baum-Problem

Diese habe unter anderem ergeben, dass eventuell ein paar Bäume für das neue Technikhaus in der Nähe der Boule-Bahn weichen müssen.

Die rote Steinmauer am Kiosk, die schon zahlreiche Dekaden das Freibad bereichert, soll ebenso wie der Kiosk erhalten bleiben. Beim Kiosk soll jedoch unter anderem ein neues Dach für neuen Glanz sorgen.

„Die große Unbekannte ist, was im Laufe des Stadtsporthallenneubaus noch passiert“, erklärte Radtke. Bürgermeister Heinrich Vieker hatte bei der Vorstellung der Pläne bereits geäußert, dass es durch den Hallenneubau zu Grenzverschiebungen mit dem Gelände des benachbarten Freibades kommen könnte.

„Zum 1. September 2021 soll mit den Umbaumaßnahmen beim Waldfreibad begonnen werden, sofern wir die Fachbetriebe finden“, sagte Horst Radtke. Die Freibadsaison im kommenden Jahr werde als in jedem Fall frühzeitig beendet. Radtke peilt da Ende August 2021 an.

Zuvor wird aber noch im kommenden Jahr der neue Betreibervertrag zwischen dem Waldfreibadverein und den Stadtwerken ausgearbeitet.

Große Bedeutung

Horst Radtke jedenfalls weiß, dass das Waldfreibad eine große Bedeutung für viele Familien auch während der Corona-Zeit im Sommer gehabt hat. Denn nicht alle Menschen hätten die Möglichkeit in einen Garten zu gehen. Da habe das Freibad schon sehr geholfen, einen möglichen „Lagerkoller“ zu minimieren.

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