Henning Vieker ist Bürgermeisterkandidat der CDU für Espelkamp
„Dafür lohnt es sich zu kämpfen“

Espelkamp (WB). Wenn Henning Vieker an seine Jugend zurück denkt, bleibt er an der Zeit auf dem Söderblom-Gymnasium hängen. „Das war eine spannende Zeit und prägend.“ Sofort kommt er auf den Laienspielkursus der Bildungseinrichtung zu sprechen.

Freitag, 04.09.2020, 18:02 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 18:10 Uhr
Henning Vieker ist ein Familienmensch. Der 36-jährige CDU-Bürgermeisterkandidat nimmt sich jede freie Minute, um mit seinen beiden Kindern zu spielen oder mit seiner Ehefrau Antje auf der Terrasse in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Foto: Tanja Copertino

Die Bildung steht unter anderem im Mittelpunkt der Agenda, die sich der 36-jährige CDU-Bürgermeisterkandidat für die Wahl am 13. September auf die Fahnen geschrieben hat. „Wir haben hier in der Stadt gute Schulen.“ Die hätten einen sehr guten Ruf. Er betont, dass er als Bürgermeister auch weiterhin eng mit dem evangelischen Schulträger zusammenarbeiten wolle. Gleichzeitig habe die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig es ist, die Bildungseinrichtungen voll digital auszustatten.

Während er dies sagt, geht er zu seiner Kaffeemaschine und gießt sich eine Tasse des heißen Getränks ein. In der jüngeren Vergangenheit hat er nicht ganz so viel Zeit gehabt, seinen Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Die eine ist, mit seiner Ehefrau Antje auf der Terrasse zu sitzen, sich zu unterhalten und eine gute Tasse Kaffee zu genießen. Die andere ist einfach, Zeit mit den beiden Kindern zu verbringen.

ÖPNV

Dafür hat er sich intensiv mit den Themen des Wahlkampfes beschäftigt – zum Beispiel mit der Mobilität. „Wenn die Dörfer am Leben teilhaben wollen“, komme es auf den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) an. Dieses Thema ist eines seiner Steckenpferde. Vieker ist nicht nur seit 2004 passionierter Bahnfahrer sondern sitzt unter anderem seit Jahren im Aufsichtsrat der Mindener Kreisbahnen.

„Ich will deutlich mehr an ÖPNV haben“, betont er. Minden und Lemförde müssten zum Beispiel besser an Espelkamp angebunden werden. Er betont das bedarfsgerechte Angebot. Dazu zählt er auch einen eventuellen Schnellbus. „Das Auto wird zwar weiter der Verkehrsträger Nummer eins sein. Wichtig ist aber, dass man Alternativen anbietet. Und diese Alternativen anzubieten, dafür lohnt es sich zu kämpfen.“

Für den 36-Jährigen sei es wichtig, die Dinge an der Sache entlang zu entscheiden. Bei dieser Herangehensweise kommt ihm seine Ausbildung und sein Beruf entgegen. Der 36-Jährige hat an der Universität Bielefeld seinen Doktor in Physik gemacht und ist seit 2014 als leitender Wissenschaftler bei einem Nanotechnologie-Unternehmen in Bielefeld tätig.

Das Team

Ein Bürgermeister, sagt er weiter, sei wichtig, aber alleine könne der nichts bewirken. „Das Team ist wichtig. Politik und Verwaltung sind Teamarbeit.” Mit dieser Einstellung will er sich in den Dienst der Espelkamper stellen.

Und dies geht bei der digitalen Ausstattung los. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wo unsere Defizite sind.“ Vieker nimmt die Verwaltung in die Pflicht. Sein Vater, der jetzige Bürgermeister Heinrich Vieker, habe die Verwaltung zu einer Service orientierten Einrichtung entwickelt. Henning Vieker sieht eine seiner Aufgaben darin, nun den digitalen Aspekt in den Mittelpunkt zu stellen. Und dies traue er sich auch zu.

Wenn er Bürgermeister werden sollte, dann wolle er „hier vor Ort etwas bewegen. Das ist mir wichtig.“ Das Amt des Bürgermeisters sei spannend, „weil man so nah dran ist an den Menschen“. Man könne direkt vor Ort die Entwicklungen sehen und erleben.

Die Mängel-App

Da könnten schon Kleinigkeiten große Dienste leisten. Er spricht die Mängel-App an, die er gerne einführen würde, damit Bürger, denen etwas Negatives in Espelkamp auffällt, dies sofort melden könnten und auch umgehend ein Feedback bekommen. Kommunikation sei sehr wichtig. Daher lobt Vieker auch die Zuhörtour der CDU und will diese, im Falle seiner Wahl, auch weiter machen.

„Ich kenne hier die Menschen, und ich finde sie toll“, erzählt der 36-Jährige, der ein waschechter Espelkamper ist – einmal abgesehen von dem kurzen Gastspiel in Ostercappeln. Dort nämlich wurde er geboren. Nach wenigen Tagen in der dortigen Geburtsklinik ging es für Henning Vieker in seine Heimat Espelkamp.

In der jungen Stadt gebe es viele spannende Firmen und Arbeitsplätze. Vieker betont auch den Zusammenhalt der Stadt mit den Dörfern. Natürlich ist der Klimaschutz ein zentrales Thema. Die örtliche Bewegung „Fridays for Future“ und die veranstalteten Demos spricht er an. Und es gebe viele Ideen, wie man CO2 einsparen könne. Aber er sagt auch: „Die Kosten-Nutzen-Relation muss vernünftig sein.“ Am Ende müssten reale Einsparungen stehen.

Dass Espelkamp seinen Beitrag leisten müsse, sei selbstverständlich – aber „mit Maß und Mitte“. Im Jugendbeirat habe er mit dem Nachwuchs über das Thema gesprochen. Es dürfe auch nicht vergessen werden, dass die Stadt beim Klimaschutz schon einiges gemacht habe. Das müsse auch kommuniziert werden. „Da hat Espelkamp seine Hausaufgaben gemacht.“

Wirtschaftsförderung

Wichtig ist für Vieker ebenfalls die Wirtschaftsförderung. „Wenn wir attraktiv für die Menschen sein wollen, dann muss man hier gut arbeiten können.“ Wohnen, Arbeiten, Leben – diese drei Stichworte seien Motivation genug. In diesem Zusammenhang betont er auch, den Familien, die in Espelkamp wohnen wollen, entsprechenden Wohnraum anzubieten.

Die Einsame Insel

Espelkamp entwickelt sich und in der Stadt ist viel Leben. Doch plötzlich überlegt der CDU-Bürgermeisterkandidat kurz. Aber dann beantwortet er die Frage, was er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, doch zügig. So einsam wäre die Insel nämlich gar nicht, denn seine Frau Antje und die beiden Kinder seien natürlich dabei. Damit die Kleinen sich beschäftigen können, sollte auch jede Menge Spielzeug dabei sein. Henning Vieker würde für sich „ein gutes Buch“ einpacken. Ach ja – und natürlich eine Kaffeemaschine oder – sollte es auf der Insel keinen Strom geben – eine Kaffee-Kanne und genügend Kaffeebohnen. Die einsame Insel jedenfalls bietet sich für Henning Vieker bestens an, um mit Ehefrau Antje in Ruhe einen Kaffee zu trinken – während die Kinder Sandburgen bauen.

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