Mehr als 250 Teilnehmer beim Band der Vielfalt, Toleranz und Demokratie
Bürger setzen ein Zeichen

Espelkamp (WB). 253 Teilnehmer haben nach Angaben der Organisatoren am Dienstagabend ein langes Band für Vielfalt, Toleranz und Demokratie durch die Innenstadt Espelkamps gespannt. Damit wollten sie zeigen, was Espelkamp ausmacht – nämlich Weltoffenheit und Nächstenliebe. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wurde die Stirn geboten.

Mittwoch, 02.09.2020, 18:00 Uhr
Die Menschenkette für das Band der Vielfalt zog sich einmal komplett durch die Breslauer Straße. Mehr als 250 Teilnehmer sind damit für Vielfalt und Toleranz eingetreten und haben sich für die Gesellschaft in Espelkamp stark gemacht. Foto: Andreas Kokemoor

Erfolg

Mitorganisatorin Claudia Strobel zeigte sich mit dem Erfolg der Aktion zufrieden. „Ich war sehr aufgeregt und bin mit gemischten Gefühlen in den Abend gegangen“ Als nach einer Stunde die Kirchenglocken läuteten sagte sie: „Das ist ein gutes Zeichen für Espelkamp.“

Marlies Schröder, Beate Henke, Stephanie Fischer und Anja Kittel erklärten, dass sie gerne in Espelkamp wohnen und leben. Sie seien in der Stadt groß geworden und hätten daher selbstverständlich das Band der Vielfalt unterstützt. Die bunten Luftballons, die von den Veranstaltern verteilt wurden, sorgten für das i-Tüpfelchen zwischen den Absperr-Bändern. Die Menschenkette schloss sich im östlichen Teil der Breslauer Straße genau auf Höhe des Zebrastreifens gegenüber der Bäckerei.

Weltfriedenstag

„Offen, freundlich und im wahrsten Sinne des Wortes entgegenkommend: tatsächlich ist dies eine Stärke dieser Stadt“, sagte Pfarrer Friedrich Stork in seiner Rede und betonte: „Gerade vor dem Hintergrund ihrer Geschichte und als neue Heimat für Flüchtlinge und Vertriebene ist dieser Geist als Erbe auch eine besondere Verpflichtung für die Zukunft.“ Storck appellierte, im Alltag dafür einzustehen, dass man sich Auge in Auge besser wahrnimmt als Rücken an Rücken. Es komme „Hand in Hand“ mehr zustande, als „Faust auf Faust“. Dazu würde auch diese Veranstaltung gehören. Nicht nur er freute sich, dass so viele Espelkamper ihre Stadt „an diesem Abend – und an jedem Tag“ – ein Stück heller und bunter machen wollten. n

Die Leiterin des Söderblom-Gymnasiums, Marie-Luise Schellong, rief: „Nie wieder Krieg“. Am 1. September – dem Weltfriedenstag in Deutschland – gedenken überall Menschen an den Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen. „Wenn wir uns heute am Antikriegstag als Aktionsbündnis ‚Bunt statt schwarz-weiß‘ versammeln, dann tun wir das, weil wir warnen und mahnen: der demokratische Frieden ist bedroht. Das zivilisierte und friedliche Miteinander ist bedroht durch das Wiedererstarken von Nationalismus und Rassismus.“

Keine Chance

Der Schülersprecher des Söderblom-Gymnasiums, Carl Lohmeier, las einen Liedtext von Konstantin Weckers „Den Parolen keine Chance“ vor, der lautet: „Lasst uns jetzt zusammen stehen. Es bleibt nicht mehr so viel Zeit. Lasst uns lieben und besiegen. Wir den Hass durch Zärtlichkeit.

Errungenschaften

Claudia Armuth, vom Jugendmigrationsdienst, trug die Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes vor: „1.: Die Würde des Menschen ist unantastbar und 3.: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Senckel sagte, dass Vielfalt, Toleranz und Demokratie Espelkamp stark machten. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Errungenschaft. Dafür gelte es, sich stets einzusetzen. Sie appellierte, an der Demokratie teilzuhaben. Dazu gehöre auch das Wahlrecht.

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