Dauercamper fühlen sich auch zur Coronazeit in Frotheim sehr wohl
Eine Idylle mit ganz viel Ruhe

Espelkamp-Frotheim (WB). Wegen der Corona-Krise können viele Menschen in diesem Sommer nicht wie geplant ins Ausland reisen und suchen nach Alternativen in Deutschland. Camping ist da eine echte Alternative. Und dabei wollen einige auch gar nicht unbedingt an die Nord- oder Ostsee oder in die Berge. Und genau da kommt der Campingplatz Osterwald in Frotheim ins Spiel.

Freitag, 07.08.2020, 16:13 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 16:16 Uhr
Christian und Heike Kompallik aus Herten sind seit 29 Jahren Dauercamper in Frotheim. Während der Coronazeit erfreut sich das Camping einer großen Beliebtheit. Natürlich gelten auch in Frotheim die Hygiene- und Abstandsregeln. Foto: Andreas Kokemoor

Kein Netz

Dort gibt es genügend Wälder, Wiesen und Felder. „Und nicht einmal ein vernünftiges Handy-Netz“, erklärt Thomas Vehlber, Inhaber des Campingplatzes in dritter Generation. „Dafür haben wir hier aber ganz viel Ruhe“, erklärt Christian Kompallik aus Herten, der mit seiner Frau Heike seit 29 Jahren Dauercamper in Frotheim ist.

„Der Ruhrpott ist auch schön, aber dieser Ort inmitten eines großen Waldgebietes im Herzen des Westfälischen Mühlenkreises Minden-Lübbecke ist unsere Zuflucht“, erklärt der Schalke-Fan.

Verunsicherung

Seine Nachbarn Werner und Nicole Heinrich aus Marl, also ebenfalls aus dem Ruhrgebiet, sind seit 18 Jahren ihre Freunde. Sie waren früher in Cuxhaven mit einem Wohnmobil, haben aber jetzt ebenfalls ein Campinghaus auf Rädern in Frotheim installiert. Der Campingplatz ist ihr zweites Zuhause.

„Die Corona-Situation hat am Anfang für unsere Gäste und auch für uns als Betreiber für Verunsicherung gesorgt“, berichtet Vehlber. „Die Landesregierung habe aber schnell für uns Auflagen erstellt, an die sich beide Seiten, Camper und Campingplatz-Betreiber halten müssen.“ Die Einschränkungen seien da, transparent und würden ohne Probleme angenommen.

So lange die Auflagen gelten, müssten sich alle daran halten. „Abstand ist auch bei uns eine Aufgabe, an die sich jeder zu halten hat“, sagt Vehlber. Dies sei jedoch durch die Natur und zusätzlich durch die großzügig bemessenen Parzellen möglich. Die Kompalliks und die Heinrichs lieben es, unabhängig von Corona, so oft es geht, raus aus der anonymen Großstadt hinein in die Natur zu kommen. „Natur erleben, einen Hauch Wildnis spüren.“ Es sei perfekt für Wanderungen, Fahrradtouren oder Spaziergänge und Einkaufsmöglichkeiten gebe es nur wenige Kilometer entfernt. Ein großer Unterschied zum Hotel ist: Macht der Camper die Zimmertür auf, steht er nicht auf dem Gang sondern im Freien und kann so richtig durchatmen.

Abstand

Nachbarschaft ist auf dem Campingplatz wichtig – natürlich derzeit unter Einhaltung der Corona-Vorgaben. Es sei ein neues von allen akzeptiertes Miteinander, erklärt Vehlber. Die Gaststätte und das Schwimmbad seien derzeit geschlossen. Im Biergarten stehen Tische und Stühle auf Abstand.

„Die Dauercamper kommen nach und nach zurück“ freut sich der Campingpatz-Betreiber. Manche Dauercamper seien gerne in der Woche in Frotheim und würden dann am Wochenende nach Hause fahren, um nach dem Rechten zu schauen und den Postkasten zu leeren. Es gebe Camper, die hätten in Frotheim gar ihren Zweitwohnsitz. Selbst die Anmeldung als Erstwohnsitz sei mittlerweile auf Campingplätzen erlaubt.

Die Mobilheime, das Bild zeigt sich auch in Frotheim, sind heutzutage sehr luxuriös. Kunststofffenster mit Doppelverglasung gehören zu den Standards. Ein schönes Dach, tolles Mobiliar, Zentralheizung und eine komplette Küche sowie Heißluftofen sind unter dem schönen Dach des Campinghauses zu finden.

Auf der Durchreise

Aber auch die Camper mit Fahrrad und Zelt, die drei, acht oder vierzehn Tage bleiben wollen, würden in Frotheim ihren Platz suchen und finden, Und dann gebe es noch die durchreisenden Camper, die heute hier und morgen dort sind, so Vehlber.

Dankbar über diese Form des Wohnens seien auch immer mehr Monteure auf Montage, die über einen längeren Zeitraum eine Bleibe benötigten, während sie an wechselnden Orten zu tun hätten. „Unser Campingplatz ist ganzjährig geöffnet“, sagt Vehlber. Weil Camping ein Stück Nostalgie sei, würden auch gerade wegen Corona viele Neu-Camper auf diesem Weg entschleunigen wollen.

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