Singapur-Radtour: Djamal Ayub startet wegen Corona erst jetzt ins große Abenteuer
Endlich – es geht los!

Espelkamp (WB). „Ich bin ein bisschen angespannt“, sagt Djamal Ayub. Kein Wunder, denn vor ihm liegen 16.000 Fahrradkilometer, die es in sich haben.

Donnerstag, 06.08.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 18:10 Uhr
Djamal Ayub freut sich auf Sonntag, 9. August, ist aber auch sehr aufgeregt. Der 29-Jährige startet seine Fahrradtour nach Singapur. In seinem Blog und auf Instagram (https://www.instagram.com/djajus_journey/) wird er über seine Erlebnisse schreiben. Und auch diese Zeitung wird in unregelmäßigen Abständen über Djamals Tour und seine Erlebnisse berichten.

Seine Tour von Espelkamp nach Singapur sollte eigentlich schon Anfang Mai starten. Vorbereitet war alles, dann kam Corona, und Djamal musste sich in Geduld üben – in viel Geduld. Nun aber hat das Warten ein Ende. Mehr als drei Monate später als geplant wird der 29-jährige Espelkamper sich nun in sein bislang größtes Abenteuer stürzen.

Guter Zeitpunkt

Die Extrem-Radtour soll ihn durch 25 Länder bringen und am Ende soll er in Singapur sein Ziel erreichen. So eine Tour kann man nicht bis ins letzte Detail planen. Doch nun, in Zeiten von Corona, sind die Planungen noch unsicherer. Djamal aber ist optimistisch und sagt: „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt.“ Die groben Planungen blieben zudem bestehen.

Aber er ist sich auch bewusst, dass es an den Grenzen zu Problemen mit der Einreise kommen kann. „Es gibt keine Reiseverbote, sondern nur Reisewarnungen“, hat sich Djamal informiert. Seit Wochen verfolgt er aufmerksam die Entwicklungen in den verschiedenen Ländern zur Corona-Pandemie. Und er weiß auch, dass er durchaus durch einige Länder fährt, die von der Pandemie schwerer betroffen sind. „Balkan, Indien – das wird kritisch“, sagt er.

Doch der Espelkamper freut sich auf die Aufgabe. Zuvor hat er sich bei seiner Versicherung informiert, und die habe ihm einen umfassenden Reiseschutz zugesagt.

Schwere Aufgabe

Am Sonntag startet der junge Abenteurer zu einer sicherlich unvergesslichen aber auch anstrengenden Tour. „Drei bis vier Monate benötige ich, bis ich im Iran bin“, rechnet Djamal vor. Dann werden schon einige tausend Kilometer hinter ihm liegen. Djamal fügt mit einem Schmunzeln an, dass die erste schwere Aufgabe die Bewältigung des Wiehengebirges sei. Über Hüllhorst soll ihn sein Weg zunächst einmal nach München führen. Auf der Tour hat er sich zum Ziel gesetzt, nicht nur für einen guten Zweck Geld zu sammeln, sondern auch Freunde zu besuchen.

Die Verschiebung der Tour um drei Monate hat der 29-Jährige genutzt, um noch ein bisschen Geld zu verdienen. Dadurch sei es ihm auch gelungen, nun das Fahrrad aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Bis auf ein paar Kleinigkeiten, hat er nun alles beisammen.

Die Verschiebung um drei Monate kostet ihn jedoch wertvolle Sommerzeit. Denn die Tour sei eigentlich für den Sommer ausgelegt. Im Norden Irans könnte es nun aber durch die Verschiebung schon sehr kalt werden. Einen Ausweichplan habe er aber auch schon im Kopf, damit ihn „der Winter nicht einholt“.

Aufgeregt

Aufgeregt sei er natürlich. „So richtig gut kann ich nachts nicht mehr schlafen.“ Aber er sei im Kopf bereit für die Tour. Und das sei entscheidend.

Die Route hat er grob im Kopf. Aber es sei nicht so, dass er jetzt alle Etappen aufs Genaueste ausgearbeitet hat. Natürlich habe er die Situation rund um die Pandemie im Hinterkopf. Es könne auch sein, dass ein Land ihn nicht reinlasse. Dann müsse er es umfahren oder gar, wenn es keine andere Lösung gibt, umfliegen.

Es sei ihm besonders wichtig, dass er auf der Tour mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und den unterschiedlichsten Kulturen zusammen kommt, diese kennenlernt und sich mit den Einheimischen unterhalten kann. Und da sagt er ganz deutlich, es sei ärgerlich, wenn ihm dies aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich sei.

Unterstützung bei seinem Unterfangen bekommt Djamal von seinen Eltern und seiner ganzen Familie. „Sie stehen hinter mir, haben aber natürlich auch Bedenken.“ Der 29-Jährige hat ihnen Videos von Radfahrern gezeigt, die ähnliche Touren hinter sich gebracht haben. Diese Erfahrungen seien außergewöhnlich und einmalig. Auch die Bilder und Videos beeindruckten die Eltern. Djamal hat ihnen versprochen, sehr vorsichtig zu sein.

Im Blick

Das beweist er bereits vor der Tour. Denn er hat die Situationen in den verschiedenen Ländern seiner Route genau im Blick. So gebe es zum Beispiel derzeit Spannungen zwischen Georgien und Armenien. „Deshalb halte ich es aktuell für das Beste, diese Gegend zu meiden.“

Nach diesen Worten packt er seine Satteltaschen an sein Fahrrad und ist bereit für das Abenteuer. „Es kann endlich losgehen.“

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