Boule-Gruppe trifft sich jeden Donnerstag im Espelkamper Borås-Park
Die Kugeln rollen wieder

Espelkamp (WB). Monika Hutzfeld nimmt die Kugel, konzentriert sich und wirft das silberne Objekt in Richtung „Schweinchen“. Nein – keine Sorge. Es handelt sich nicht um ein lebendiges Schweinchen.

Donnerstag, 02.07.2020, 21:07 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 21:20 Uhr
Gunter Kramer (vorne, links) und Monika Hutzfeld (3. von links) freuen sich wie die gesamte Gruppe darüber, dass donnerstags wieder Boule im Borås-Park gespielt wird. Und sie betonen: „Wer mitspielen will, ist herzlich eingeladen.“ Foto: Felix Quebbemann

Als „Schweinchen“ oder Cochonnet wird nämlich die Zielkugel beim Boule bezeichnet. Genau das spielt Monika Hutzfeld seit kurzem wieder zusammen mit der Boule-Gruppe im Borås-Park.

Ein Stück Normalität

Es zieht ein kleines Stückchen Normalität ein nach einem halben Jahr Corona. Die Boule-Gruppe um Leiterin Monika Hutzfeld, Gunter Kramer und Co. kommt seit einer Woche wieder zusammen, um bei einem lockeren Spielchen zu entspannen.

„Wir treffen uns heute das zweite Mal“, sagt Kramer und schnappt sich eine silberne Kugel, um zum Wurfpunkt zu gehen. Erfreut zeigen sich die Mitspieler darüber, dass alle gesund und munter am gestrigen Morgen um 10 Uhr im Borås-Park erschienen sind.

Freude

„Seit Anfang März haben wir nicht mehr gespielt“, sagt Monika Hutzfeld und betont, dass die Boule-Treffen schon zu einer lieb gewonnenen Gewohnheit geworden seien und daher auch schmerzlich von den Teilnehmern vermisst wurden.

Umso größer war die Freude, als es nun endlich wieder hieß: „Es wird Boule gespielt.“ Die Gruppe hat nach dem Wiederbeginn einige neue Interessenten gewonnen. So waren am Donnerstagmorgen auch Helmut Müller und Friedhelm Tegeler mit großem Enthusiasmus dabei, die Kugeln möglichst nah an das Schweinchen zu platzieren.

Rüstige Truppe

„Mitmachen kann jeder. Jeder ist willkommen“, betonen Hutzfeld und Kramer unisono, als sie nach den Vorgaben gefragt werden, die interessierte Boule-Spieler mitbringen sollten, um bei der rüstigen Truppe im Borås-Park mitzumachen. Dabei spiele es keine Rolle, wie alt man sei oder wo man her komme. Jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr werfen die Teilnehmer die Kugeln und müssen dabei ein gutes Auge und jede Menge Gefühl in der Hand beweisen – es sei denn: Es gibt heftigen Regen. Dann fällt das Treffen aus.

„Wiederanpfiff“

Natürlich spielt immer noch der Coronavirus eine Rolle bei der Boule-Gemeinschaft – auch nach „Wiederanpfiff“. „Wir achten darauf, dass wir den vorgegebenen Sicherheitsabstand einhalten“, sagt Hutzfeld. Darüber hinaus werde jeder Spieler gebeten, seine eigenen Kugeln mitzubringen. Die muss er auch eigenhändig wieder einsammeln. So sollen vor allem die Übertragungsmöglichkeiten für das Virus minimiert werden. Eine Maskenpflicht besteht hingegen nicht. „Wir sind an der frischen Luft – in der freien Natur. Wir achten auf die Abstände“, sagt Hutzfeld. Ein Tragen von Mund-Nase-Schutzmasken sei daher nicht notwendig.

Die Boule-Gruppe besteht vorwiegend aus Senioren, die besonders durch das Coronavirus gefährdet sind. Dennoch betont Kramer, dass alle Interessierten – auch ältere Mitbürger – eingeladen seien, donnerstags im Borås-Park vorbeizuschauen. Denn frische Luft und Bewegung stärken das Immunsystem eines jeden Menschen.

Vorgaben

Kramer betont, dass die Teilnehmer ihren Namen und ihre Adresse in eine Liste eintragen müssten, um eventuelle Ansteckungsketten nachvollziehen zu können. Die genannten Vorgaben müssten schon erfüllt werden, damit wieder Boule gespielt werden kann. Aber die Auflagen werden von der Gruppe gerne eingehalten. Denn ihnen allen ist es wichtig, dass es endlich wieder losgehen konnte.

Spass am Spiel

In den Wintermonaten, so Hutzfeld und Kramer, in denen kein Boule gespielt werden kann, traf sich die Gruppe donnerstags zum Kaffee in einer Bäckerei. Auch dies sei während der Corona-Zeit leider nicht möglich gewesen, da die Lokale geschlossen hatten. Seit März ruhte der Boule-Betrieb vollständig. Doch jetzt ist die Gruppe bereit, wieder voll durchzustarten.

Dabei betont Kramer, dass es nicht um sportliche Höchstleistungen gehe. Dafür nämlich sei die Gruppe nicht ins Leben gerufen worden. Es solle der Spaß am Spiel, die Geselligkeit und die Entspannung im Vordergrund stehen.

Jubel

Plötzlich brandet Jubel auf. Astrid Brockmann und Heinz Nöcke betrachten sich wenige Sekunden später ihre Wurfkugeln ganz genau. Beide liegen so dicht am „Schweinchen“, dass kaum noch ein Haar dazwischen passt. Welche dichter dran liegt? Das vermögen auch ihre Mitspieler nicht zu sagen. Daher wird nicht lange diskutiert sondern gleich die nächste Runde eingeläutet. Denn eines steht bei dieser lustigen Boule-Gruppe fest: Es geht nicht ums Gewinnen. Es geht darum, einen lustigen Vormittag unter Freunden zu verbringen.

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