Wegen Corona: Djamal Ayub spricht über die Verschiebung seiner Fahrrad-Weltreise
„Momentan gibt es wichtigere Dinge“

Espelkamp (WB). Djamal Ayub hat sich eine große Fahrt vorgenommen. Er will mit dem Fahrrad nach Singapur. Und eigentlich wollte er dieses 16.000-Kilometer-Abenteuer auch schon angegangen sein. Doch Corona hat dem 29-jährigen Espelkamper einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Startschuss hat sich nach hinten verschoben. Im Gespräch mit Redakteur Felix Quebbemann berichtet Djamal Ayub über die neuen Planungen:

Freitag, 08.05.2020, 18:00 Uhr
Djamal Ayub will mit dem Fahrrad nach Singapur fahren. Die Entfernung bis dahin beträgt 16.000 Kilometer. Er durchquert dabei insgesamt 25 Länder. Aufgrund der Corona-Krise aber musste der Espelkamper seinen Tour-Start verschieben.

 

Eigentlich solltest du ja jetzt schon unterwegs sein. Aufgrund der Corona-Pandemie verschiebt sich jedoch der Start deiner Radtour nach Singapur. Wann hast du die Entscheidung getroffen und was war letztlich ausschlaggebend für diese Entscheidung?

Djamal Ayub: Der ausschlaggebende Grund für die Verschiebung meiner Reise waren in erster Linie die Grenzschließungen der Länder, die ich mit dem Fahrrad durchqueren wollte. Die Entscheidung nicht wie geplant loszufahren habe ich Mitte März getroffen, da ich unter anderem über die Alpen nach Italien fahren wollte. Gerade zu Anfang der Corona-Krise war Italien das Land, das am meisten betroffen war. Das Virus hat sich generell sehr schnell verbreitet, so dass mir schnell klar wurde, dass ich meinen Traum von der Fahrrad Weltreise vorerst verschieben muss.

 

Hast du bereits einen Ausweichtermin für deinen Start?

Ayub: Ich plane, spätestens Mitte bis Ende Juli aufzubrechen. Viel später darf es nicht werden, da ich sonst zur falschen Jahreszeit in Richtung Asien reise und sich das nach zwei bis drei Monaten wettertechnisch rächen könnte.

 

Hast du dich auch schon bei offiziellen Stellen erkundigt, wie die Reise-Verhältnisse im Zuge der Corona-Pandemie sind?

Ayub: Bisher noch nicht. Derzeit kann uns niemand sagen, wie sich die Krise weiterentwickeln wird. Ich beobachte aktuell die Lage und kann nur hoffen, das die Grenzen bald geöffnet werden und Touristen wieder willkommen sind. Sollte die Öffnung der Grenzen für Reisende mit vielen neuen und komplizierten Regelungen verbunden sein, werde ich entscheiden müssen, ob ich unter solchen Auflagen reisen will. Mit Mundschutz nach Singapur ist definitiv keine Option.

 

Hast du Angst vor dem Corona-Virus. Du wirst ja sicherlich auch zahlreiche Abschnitte befahren, auf denen Du mutterseelenallein bist. Da kann man doch schon mal anfangen zu grübeln oder?

Ayub: Ich persönlich fühle mich nicht von dem Virus bedroht und habe auch keine Angst. Wäre es möglich, heute noch auf das Fahrrad zu steigen, würde ich das tun. Ich glaube es ist wichtig, Respekt vor dem Coronavirus zu haben, aber keine Angst. Sofern sich die Situation nicht dramatisch verschlechtert, empfinde ich das Virus selbst nicht als Bedrohung.

Dennoch wird das Virus Konsequenzen nach sich ziehen, vor denen ich mich fürchte. Deshalb befürchte ich, dass uns der eigentliche Kampf noch bevorsteht und dieser Kampf nicht das Virus, sondern die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sein werden.

 

Wie sieht es denn mit deinem Fahrrad aus? Hast du ein entsprechendes Gefährt?

Ayub: Leider noch nicht. Aber das ist kein Problem, da ich ziemlich genau weiß, wie das Fahrrad ausgestattet sein soll. Gespräche, die ich mit Sponsoren geführt habe, wurden leider im März – aufgrund der Grenzschließungen – eingestellt sollen aber in Kürze wieder aufgenommen werden.

 

Wie sehen deine Pläne nach der Start-Verschiebung aus? Wirst du versuchen, noch ein bisschen Geld zu verdienen und deine Reise vielleicht noch besser vorbereiten?

Ayub: Ich werde in erster Linie versuchen, den Frühling zu genießen. Mein letzter Frühling in Deutschland ist schon ein paar Jahre her. Außerdem möchte ich endlich wieder Freunde auf eine Grill-Party einladen. Hoffentlich wird das bald wieder gestattet.

Die Reise war nie perfekt durchgeplant. Viele meiner Entscheidungen möchte ich spontan treffen. Ich will am Morgen nicht wissen wo ich abends landen werde. Meine Reisen in den vergangenen Jahren bestätigen mir, das es sich nicht lohnt, zu viel zu planen. Es kommt meistens nämlich anders als erwartet. Es soll ein Abenteuer in das Ungewisse werden.

 

Bist du denn bereit für die Tour?

Ayub: Ich bin sofort startklar – zumindest mental. Ich will direkt los. Aber ich muss mich noch in Geduld üben. Momentan gibt es einfach wichtigere Themen. Wir müssen diese merkwürdige Zeit erst einmal gemeinsam überstehen. Ich werde meinen großen Traum der Fahrrad Weltreise so schnell nicht aufgeben.

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