„Einseitige“ Mietkürzung wird nicht akzeptiert – Unternehmen widerspricht
Gauselmann hat Streit mit Vermieter

Espelkamp (WB). Die Erklärung der Gauselmann-Gruppe, sie habe wegen der Einschränkungen durch die Corona-Krise die Mietzahlungen für Spielstätten in Deutschland „in Absprache mit den Vermietern“ um rund 50 Prozent reduziert, erzeugt Widerspruch. Gauselmann beruft sich auf das vom Bundestag im März beschlossene Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie, das Kündigungen bei Mietausfall aktuell ausschließt.

Mittwoch, 29.04.2020, 11:29 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 12:58 Uhr
Derzeit geschlossen: die Merkur-Spielotheken der Espelkamper Gauselmann-Gruppe

So beschwert sich beispielsweise ein Handwerker und Besitzer eines Spielhallengebäudes in Lüdinghausen im Kreis Coesfeld, das er an die Gauselmann-Tochter Merkur vermietet hat: „Gauselmann hat mich nicht gefragt, sondern die Miete für den April ohne Rücksprache gekürzt.“ Zudem habe der Konzern nicht nur 50, sondern sogar 70 Prozent einbehalten. Angesichts der sehr soliden finanziellen Situation des Konzerns sei das genauso „eine Frechheit“ wie bei Adidas und anderen Großunternehmen des Handels.

In ihrer Antwort besteht die Gauselmann-Gruppe darauf, dass man mit allen Vermietern verhandelt habe. Unabhängig davon sei für April und Mai zusammen eine Miete gezahlt worden. Daraus ergebe sich pro Monat eine Reduzierung von 50 Prozent. „Es gibt allerdings auch sehr verständnisvolle Vermieter, die sogar mit einer geringeren Miete als 50 Prozent einverstanden waren“, erklärt Unternehmenssprecher Mario Hoffmeister. Im Umkehrschluss habe Gauselmann seinerseits die Mieten für 130.000 Spiele und Geräte in fremden Spielotheken und Gaststätten unterm Strich um 50 Prozent reduziert.

Vermieter will gegebenenfalls vor Gericht ziehen

In dem Schreiben, das Gauselmann am 26. März an den Vermieter in Lüdinghausen geschickt hat, ist allerdings eine Kürzung von 70 Prozent für den April angekündigt. Tatsächlich wurde auch nur diese Summe überwiesen. Sollte dies nicht mit der Mai-Zahlung ausgeglichen werden, will der Vermieter vor Gericht gehen. Und er ist sich sicher: „Ich werde nicht der einzige Vermieter sein.“

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