Wittekindshofer Werkstätten in Benkhausen helfen in der Corona-Krise
700 Visiere gegen die Pandemie

Espelkamp (WB). Schnelle, kollegiale Hilfe leisten die Wittekindshofer Werkstätten für das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen (HDZ): Wittekindshofer Mitarbeiter fertigen in der Betriebsstätte Benkhausen derzeit 700 Visiere an, die das HDZ für den Katastrophenfall vorsorglich bestellt hat, sollte es in der Corona-Pandemie zu einer maximalen Auslastung der Intensivkapazitäten kommen und der Vorrat an vorhandener Schutzkleidung ausgehen.

Samstag, 11.04.2020, 06:00 Uhr
Nachdem er grobe Stücke aus einer Plastikbahn für die Visiere geschnitten hat, legt Harald Garbrecht die Teile in eine Form.

„Diese Anfrage hat uns in den Wittekindshofer Werkstätten kurzfristig erreicht und wir haben sofort zugesichert, den Auftrag zu erledigen. In Zeiten einer solchen Krise müssen wir zusammenstehen, soziale Verantwortung tragen und unkomplizierte, schnelle Hilfe leisten“, sagt Bernd Wlotkowski, Wittekindshofer Geschäftsbereichsleiter und unter anderem zuständig für die Werkstätten in Benkhausen und dem Gründer- und Anwendungszentrum (GAZ) in Espelkamp.

Notbetreuung

In den Werkstätten wird derzeit eine Notbetreuung für Menschen mit Behinderung angeboten, die anderweitig nicht begleitet werden können. Die meisten Mitarbeiter sind in den Wohnbereichen tätig und ermöglichen auch ohne Werkstattbesuch einen abwechslungsreichen Tagesablauf, sinnvolle Beschäftigung sowie Teilhabe am Arbeitsleben.

Soweit möglich, haben Gruppenleitungen Materialien für Auftragsarbeiten in die Wohnbereiche transportiert. So können Menschen mit Behinderung auch weiterhin in Heimarbeit Aufträge von Industrie- und Handwerk bearbeiten.

„Im Fall der Visiere haben allerdings Mitarbeiter ohne Behinderung den Auftrag erledigt“, da in der Notbetreuung nur ein geringer Teil der Belegschaft in verschiedenen Abteilungen tätig sei, um andere Terminaufträge zu erledigen. „Dass ist notwendig, damit den Werkstätten keine wertvollen Aufträge verloren gehen“, erklärt Wlotkowski.

Betretungsverbot

Nur so könne Menschen mit Behinderung nach Aufhebung des Betretungsverbots wieder eine große Auswahl an Arbeitsplätzen angeboten und Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden.

Drei Beschäftigte aus dem Team von Gruppenleiter Matthias Tiburski, unter ihnen Harald Garbrecht, schneiden derzeit in der Betriebsstätte Benkhausen die vordere Visierseite aus durchsichtigem Plastik sowie Schaumstoff für die Stirnbefestigung zurecht. „Wir haben uns zunächst Schablonen angefertigt, um dann schnell in die Serienproduktion zu kommen“, berichtet Cord Lemkemeier, stellvertretende Berei­chsleitung in Benkhausen. Grundsätzlich sei dies eine Arbeit, die unter normalen Umständen auch gut von Menschen mit Behinderung übernommen werden könnte.

Zuverlässige Zulieferer

„Die Werkstätten für behinderte Menschen sind zuverlässiger Zulieferer für Industrie und Handwerk. Wir liefern nicht nur in der Corona-Pandemie ‚just in time‘“, betont Bernd Wlotkowski.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7364253?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516048%2F
Neuer Arminia-Präsident am 3. Dezember
Hans-Jürgen Laufer ist seit August 2013 DSC-Präsident – und noch bis zum 3. Dezember 2020. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker