Klimaschutz: Aufbau, Stadt und Stadtwerke prüfen Ausbau des Fernwärmenetzes
Drei Partner – eine Vision

Espelkamp (WB). Bei der Fernwärmeversorgung in Espelkamp setzen die Stadtwerke AöR, die Stadt Espelkamp und die Aufbaugemeinschaft weiterhin auf eine Kooperation. Und die soll im besten Falle bis zum Jahr 2030 eine CO2-Reduzierung von 943 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erbringen.

Freitag, 06.03.2020, 21:00 Uhr
Im Bereich der Gabelhorst soll jetzt eine Potenzialanalyse für die Erweiterung des Fernwärmenetzes vorgenommen werden. Durch die Netzerweiterung könnte es in dem Bereich zu einer enormen Einsparung von Kohlendioxid kommen.

Dies erklärte Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke AöR, in einem Gespräch mit Aufbau-Geschäftsführer Hans-Jörg Schmidt sowie Bürgermeister Heinrich Vieker. Hagemeier sagte zu der CO2-Reduzierung: „Das ist unsere Vision, an der wir arbeiten.“

CO2-Einsparung

Die Einsparung von mehr als 940 Tonnen Kohlendioxid entspreche einer Reduzierung von 89 Prozentpunkten. „Die Vorgabe des Klimaschutzgesetzes sieht nur 40 Prozent vor“, erläuterte Hagemeier das ambitionierte Ziel

Die drei Partner sind entschlossen, dieses Vorhaben umzusetzen und erläuterten, wie sie sich das vorstellen. Im Bereich des Wohngebietes Gabelhorst soll unter anderem eine Potenzialanalyse vorgenommen werden. „Die Straße Gabelhorst bildet dabei die Leitachse.“ Das Wohngebiet an sich sei für ein Fernwärmenetz sehr interessant. Die Aufbaugemeinschaft habe dort einen Bestand von insgesamt 475 Wohneinheiten. „Hinzu kommt das große Nachbarschaftszentrum und die mehr als 200 Einfamilienhäuser.“ Diese stammten zu einem großen Teil aus den 1970-er und 1980-er Jahren. Die Gebäude hätten einen hohen Wärmebedarf. „Teilweise wird dort auch noch mit Öl geheizt“, sagte Hagemeier. Eine Option, die aufgrund des Umwelt- und Klimaschutzes künftig wegfällt.

Die drei Partner sehen großes Potenzial für ein Fernwärmenetz. Um zu schauen, ob dies auch umsetzbar ist, wird die Analyse des betreffenden Gebietes initiiert. Die Kosten dafür werden zu einem großen Teil gefördert.

Erweiterung

Dass Espelkamp mit der Fernwärme bereits seit 2010 erfolgreichen Klimaschutz betreibt, fasste Hagemeier kurz zusammen. Über die Burano-Siedlung und die Isenstedter Straße wurde das Netz ausgebaut. Nach und nach wurden Straßen wie die Neißer Straße und die Rahdener Straße angeschlossen. „Stand 2017 hatten wir insgesamt 47 Gebäude mit 500 Wohneinheiten angeschlossen.“

Förderung

Mittlerweile ist das Fernwärmenetz noch größer geworden – durch die Verbindung der drei bestehenden Netze miteinander. Bis 2023 sollen insgesamt etwa 1000 Wohneinheiten in der Versorgung sein. „Das ist rund ein Drittel des Bestandes der Aufbau“, so Hagemeier. Dieser Netzausbau kostet 1,1 Millionen Euro, von denen 424.000 Euro durch das Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln der Europäischen Union gefördert werden.

90 Prozent der Fernwärmeversorgung würden durch erneuerbare Energien erzeugt. Die Fernwärme, so Hagemeier weiter, werde vor allem durch die Anlagen in der Trakehner Straße erzeugt. So werde zum Beispiel in der dortigen Biogas-Anlage das Biogas verstromt. „Die Stadtwerke übernehmen die Wärme, die bei diesem Prozess entsteht“, erläuterte Hagemeier den Prozess. Dabei spricht man auch von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Gute Zusammenarbeit

Der AöR-Vorstand lobte im Gespräch mit dieser Zeitung die Zusammenarbeit den drei Parteien und stellte unter anderem die Aufbaugemeinschaft als „verlässlichen Partner“ heraus.

Die komplette Umstellung auf Fernwärme solle im Übrigen für die Mieter der Aufbau ohne Mietpreiserhöhungen einhergehen. Eine Umstellung werde bei der Aufbau ganz unkompliziert vorgenommen, wenn in einem Gebäude zum Beispiel die Heizung erneuert werden müsse. Dabei werde einfach der Anschluss geändert.

Sehr wichtig ist den drei Kooperationspartner, dass sie auch die Wohnungsbesitzer und Hausinhaber über die mögliche Umstellung auf Fernwärme und somit weg vom Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Öl und Gas informieren und mitnehmen wollen. Die Fernwärme sei ein „nachhaltiges Konzept“, erklärte Klaus Hagemeier abschließend.

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