Seniorenbeirat trifft die Vorbereitungen für ein generationenübergreifendes Projekt
Die „Börse“ steht in den Startlöchern

Espelkamp (WB). Die Planungen zur Taschengeldbörse werden konkret – jedenfalls im Seniorenbeirat. Der hatte sich am Donnerstagnachmittag eine Expertin zur Sitzung eingeladen.

Freitag, 07.02.2020, 23:00 Uhr
Taschengeld können Kinder und Jugendliche immer gut gebrauchen. Der Seniorenbeirat will nun mit der Taschengeldbörse nicht nur die Finanzen des Nachwuchses aufbessern, sondern unter anderem die Beziehungen zwischen den Generationen verbessern. Foto: dpa

Erfahrungsschatz

Katrin Kischkel, Leiterin des Seniorenbüros, konnte nämlich aus ihrem Erfahrungsschatz berichten, wie vor einigen Jahren das generationsübergreifende Projekt der Waldschule mit dem Seniorenbüro funktioniert hat.

Dies, so Kischkel, sei über einen Zeitraum von zehn Jahren sehr gut gelaufen. „Es ging darum, die Generationen zusammenzubringen“, erläuterte sie. Das Projekt sei seinerzeit von Lehrer Helmut Brettholle geleitet worden und kam schließlich zum Erliegen, „weil es die Waldschule einfach nicht mehr gibt“, so Kischkel.

Darüber hinaus sagte sie auch, dass die Organisation natürlich mit einigem Aufwand verbunden gewesen sei. Im Mittelpunkt habe damals die Beziehungsarbeit gestanden.

Gute Erfahrungen

Kischkel stellte vor allem heraus. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht. Es bestehen heute immer noch Beziehungen“, sagte die Seniorenbüro-Leiterin. Es gebe ehemalige Schüler, die gingen immer noch zu ihren Omis. Bei dem Projekt sei es zudem wichtig gewesen, dass die Beteiligten versicherungstechnisch abgesichert waren, betonte Kischkel. Dies war ein Punkt, der die Senioren mit Blick auf ihre Taschengeldbörse ebenfalls intensiv beschäftigte.

Die Idee der Taschengeldbörse ist etwas anders, als bei der Kooperation des Seniorenbüros mit der Waldschule. Die „Börse“ ist ein interaktiver Marktplatz, bei dem sich Senioren und Schüler anmelden können. Die Senioren fragen nach Hilfe – zum Beispiel in Haushalt und Garten – und zahlen dafür ein kleines Taschengeld von fünf Euro je Stunde. Interessierte Schüler können dann das Angebot annehmen.

Keine Konkurrenz

Die Koordination läuft über eine App, die sowohl von der Stadt wie auch von Mitgliedern des Seniorenbeirates verwaltet wird. Deren Vorsitzender Reinhard Rödenbeck sagte, dass Beirat und Verwaltung sehr genau im Auge haben würden, wer sich dort anmeldet. „Wir wollen keine Konkurrenz zu Jobvermittlungen werden“, betonte Rödenbeck. Vielmehr wolle man den Schülern die Gelegenheit geben, das Taschengeld aufzubessern, den Senioren den Alltag erleichtern und gleichzeitig noch generationsübergreifende Beziehungen herstellen.

Dabei ist aber einiges zu beachten. Hans-Werner Köcher gab zu bedenken, dass bei solchen Hilfsdiensten „tausend Dinge passieren können“. Er sprach einige Unfallmöglichkeiten an, die sich niemand wünscht.

Worst-Case-Szenario

Aber diese Worst-Case-Szenarien müssten natürlich bedacht werden, sagte auch Rödenbeck. „Das Thema Sicherheit ist sehr wichtig.“ So müsse die Taschengeldbörse versicherungstechnisch 100-prozentig abgesichert sein.

Bei der App stellte Rödenbeck klar, dass dort ein gesicherter Raum herrsche, bei dem nur ernsthafte Interessenten zugelassen werden. „Wir wollen kein zweites Twitter oder Facebook sein. Wir schauen uns diejenigen an, die nachfragen und anbieten.“

Kischkel stellte daraufhin die Frage, wer denn die Sichtung übernehmen werde. Dies müsse aus Datenschutzgründen ganz konkret geklärt werden, so Rödenbeck weiter. Stadtverwaltung und Mitglieder des Beirates sollten die Administratoren der Plattform sein, schlug er vor. In zu viele Hände dürfe es nicht gelegt werden.

Bedarf ermitteln

Der Vorsitzende des Beirates erklärte weiter, dass er die Idee der Taschengeldbörse bereits während der Jahreshauptversammlung der Heinrich-Drake-Siedlung vorgestellt habe. Die hätten positiv auf die Ausführungen Rödenbecks reagiert. Nun sei es notwendig festzustellen, ob der Bedarf einer solchen „Börse“ vorhanden ist. „Und dann stoßen wir es an“, sagte Rödenbeck.

Katrin Kischkel unterstützt die Idee: „Ich denke der Bedarf ist da.“ Auch Tieneke Engelhardt, Vertreterin des Kinder- und Jugendbeirates, die an der Sitzung teilnahm, zeigte sich zuversichtlich, dass seitens der Schüler durchaus Interesse an einer solchen Taschengeldbörse bestehe. „Ich denke, das ist realistisch.“

Das Ziel des Seniorenbeirates ist es, „die Taschengeldbörse beim City-Fest intensiv bewerben und vorstellen zu können“, sagte Rödenbeck. Um die Idee aber bereits jetzt schon publik zu machen, waren sich die Beteiligten einig, die „Börse beim Erzählfrühstück, in den Kirchen und Schulen und im Quartiersmanagement vorzustellen.

Kein Druck

Rödenbeck machte ganz klar, dass sich der Beirat nicht unter Druck setzen lasse. „Wenn wir es machen, machen wir es richtig und gut.“ Schnellschüsse wie bei der „Mitfahrgelegenheit“, die am Ende nicht angenommen wurde, sollen vermieden werden.

Kischkel machte dem Beirat darüber hinaus das Angebot, die für die Taschengeldbörse notwendige App bei den Smartphone-Kursen im Seniorenbüro intensiv vorzustellen. Denn diese Kurse liefen derzeit wie „geschnitten Brot“. Eine Vorstellung im Jugendbeirat soll ebenfalls folgen. „Wir müssen den Bedarf wecken“, sagte Rödenbeck abschließend.

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