Söderblom-Gymnasium feiert mit „Endstation“ eine gelungene Premiere
Ein berührender Theaterabend

Espelkamp (WB/JP). Dunkelheit! Schüsse peitschen durch die Luft, Nebel, Schreie, Panik – zwei Schüler laufen Amok auf einer Schulparty.

Montag, 03.02.2020, 19:00 Uhr
Kai Lesch (Aaron Kracht) wird von den drei Sportlern Alex Weizler (Lorenz Herrmann), Dennis Platz (Eduard Kremse) und Mark Diezler (Tom Bechstedt) drangsaliert. Foto: Jan Lücking

Über lange Zeit ist ihr Schulalltag von fehlender Anerkennung, Gewalt und Zurückweisung geprägt. Dann eine Verzweiflungstat.

Amoklauf

Das Theaterstück „Endstation – Wenn Schule zum Tatort wird“ von Autorin Sabrina Braun ist ein ernster Stoff für ein Schultheaterstück. Aber dem Theaterkurs des Söderblom Gymnasiums gelang es, die verhängnisvolle Geschichte rund um einen Amoklauf überzeugend auf die Bühne zu bringen. Unter der Gesamtleitung von Bärbel Brandt haben sich die Jugendlichen über Monate intensiv mit den Themen Gewalt und Amoklauf auseinandergesetzt und auch den Gewalt- und Amokforscher Wilhelm Heitmeyer der Universität Bielefeld interviewt.

Mit lauten „Bärbel!, Bärbel!“ -Rufen rührten die Teilnehmer des Theaterkurses die Gesamtleitung nach der erfolgreichen Premiere in der sehr gut besuchten Aula des Gymnasiums zu Tränen. Zurecht bekamen auch die Schüler viel Applaus für die Aufführung. Ein wohlverdienter Lohn für intensive Proben. Das Bühnenbild bestand aus einer großen dunklen Rückwand. Ein Teil war einer roten Backsteinwand nachempfunden. Schwarze Holzkisten dienten den Darstellern als Sitzgelegenheiten und Podeste. Die ausdruckstarken Nachwuchsakteure füllten ihre Rollen sehr überzeugend aus. Einzelne Darsteller wandten sich in Monologen direkt an das Publikum und gaben so Einblicke in die Gedanken der Schauspieler preis.

Die Schulband unter Leitung von Henrik Langelahn bereicherte das Theaterstück mit Livemusik aus den verschiedenen Genres von Pop über Rock bis hin zur Klassik. Die Szenen und die Übergänge wurden stets passend musikalisch gestaltet. Die Beleuchtung trug ihr Übriges dazu bei, die Atmosphäre zu verstärken.

Erschreckend

Die Handlung spitzt sich immer mehr zu, bis das tragische Ende naht, das nur Verlierer kennt. Die beiden Freunde Kai Lesch, gespielt von Aaron Kracht und Stefan Schuster (Philipp Peters) werden von ihren Mitschülern ausgegrenzt. Nur Evi Brem (Mareike von Assema) hält zu den beiden und ist die Freundin von Stefan.

Stefan und Kai werden insbesondere von den drei Handballstars Alex Weizler (Lorenz Herrmann), Dennis Platz (Eduard Kremse) und Mark Diezler (Tom Bechstedt) drangsaliert und verprügelt. Weitere Gruppen wie die beiden „Ökos“ Melanie Berger (Naemi Schütte) und Jessica Mai (Alana Reimer) und die Mädchengruppe um Isabell Talner (Chiara Noch), Dilara Demir (Gönül Sarialioglu) und Nicole Weber (Chantal Gorzkulla), die sehr viel auf Markenkleidung und Kosmetik geben, grenzen die beiden Opfer ebenfalls aus.

Schwierige Lage

Der Lehrer Herr Becker (Emanuel de Souza Leal) und die Schulpsychologin Dr. Emilia Stubbe (Joelina Braune) schätzen die schwierige Lage, in der sich Kai und Stefan befinden, falsch ein. Kai und Stefan fehlt die Anerkennung von ihren Mitschülern, ihren Lehrern und Eltern. Alles führt zum tragischen Höhepunkt. Die Schüler besorgen sich Pistolen und bauen eine Bombe. Es gibt Tote und Schwerverletzte. Die Überlebenden sind traumatisiert, können sich nicht in die Opfer hineinversetzten und suchen nach den Ursachen für die Tragödie erst gar nicht bei sich selbst. Ein beklemmendes, bedrückendes und nachdenkliches Ende eines berührenden Theaterabends.

Zurecht bekam der Theaterkurs für die Premiere viel Applaus. Mit ihren „Bärbel, Bärbel“-Rufen dankten die Schüler Bärbel Brandt, die maßgeblich zum Gelingen dieser tollen Theaterproduktion beitrug. Vom Management, den Kostümen, über das Bühnenbild bis zur Öffentlichkeitsarbeit organisierte der Kurs alles selbst – mit Unterstützung vieler fleißiger Helfer.

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