Bunte Aufführung des Hans-Christian-Andersen-Märchens „Die Schneekönigin“ Schillernde Figuren auf der Bühne

Espelkamp (WB). Schillernde Figuren, verrückte Kostüme und blitzende Eiskristalle. Zwar gab es zur Vorlage von Hans Christian Andersen ein paar Unterschiede, dennoch bezauberte die Adaption des Märchens „Die Schneekönigin“ das Espelkamper Publikum im Neuen Theater.

Von Eva Rahe
Die Blumenfrau (Laura Pfister) möchte Gerda (Sarah Est) bei sich behalten und verzaubert sie. Die Aufführung des Hans-Christian-Andersen-Märchens im Neuen Theater Espelkamp ist bunt und opulent gewesen.
Die Blumenfrau (Laura Pfister) möchte Gerda (Sarah Est) bei sich behalten und verzaubert sie. Die Aufführung des Hans-Christian-Andersen-Märchens im Neuen Theater Espelkamp ist bunt und opulent gewesen. Foto: Eva Rahe

Spiegelscherbe

Die Geschichte der Schneekönigin ist leicht erzählt: Kay, ein liebes Kind, wird von der Schneekönigin durch eine Spiegelscherbe verzaubert. Im Herzen des Kindes breitet sich eine Kälte aus, die den Jungen missmutig und gemein werden lässt. Alles erscheint ihm falsch und dunkel, alles außer die strahlend schöne Schneekönigin. Diese hält ihn in ihrem Schloss im hohen Norden gefangen. Nur seine allerbeste Freundin Gerda kann ihn retten, denn sie ist „ein liebes und unschuldiges Kind“, wie es im Märchen heißt. Dabei muss Gerda einige Abenteuer überstehen und lernt viele Menschen und Tiere kennen, die ihr helfen.

Der Plot der Schneekönigin ist wie dafür gemacht, Kinder und Erwachsene auf eine fantastische Theaterreise zu schicken. Das Team der „a.gon münchen“ Theatergruppe hat es dabei gut verstanden, die wortgewaltige und facettenreiche Sprache des Märchens in eine leichte Theaterversion umzusetzen.

Kunstmärchen

Hans Christian Andersens Märchen wird in der Fachwelt auch als „Kunstmärchen“ bezeichnet. Es ist gespickt von Parabeln und Metaphern gegen die Entfremdung der Gesellschaft und einen autoritären Erziehungsstil. Die Inszenierung von Franziska Steiof und Stefan Zimmermann schafft es, dieses Märchen mit einer Leichtigkeit auf die Bühne zu bringen, ohne dass der tiefere Sinn verloren geht.

Zudem wird die Geschichte lustig und spannend erzählt, so dass sie auch für kleinere Kinder gut verständlich ist. Und die Figuren werden erfrischend modern dargestellt. Natürlich ist die Schneekönigin (Laura Pfister) bezaubernd und kühl zugleich, wie es nicht anders zu erwarten ist. Die Kinder Gerda (Sarah Est) und Kay (Johannes Nepomuk) sind authentisch dargestellt, beide reinen Herzens und liebenswürdig.

Nebenfiguren

Aber gerade die Nebenfiguren bringen eine ungeahnte Frische in das Stück. So ist die Sommerprinzessin (auch Laura Pfister) eine exzentrische Diva. Und die Rosenstöcke, die von Jessica Dauser, Richard Peter und Alisa Riccobene gespielt werden, sind, ganz rosengleich, liebenswerte Egoisten, immer auf ihr Äußeres bedacht. Ein besonderer Spass sind die Räuber, die Gerda gefangen nehmen. Mit Berliner Schnauze geben sich die Räuber „der komödiantischen Dummheit vollkommen hin“, wie Darsteller Richard Peter es nennt.

Gesangsparts

Der aufmerksame Beobachter konnte schnell feststellen, dass alle Schauspieler verschiedene Rollen übernahmen. Laura Pfister stellte nicht nur die Schneekönigin dar, sondern auch die Sommerprinzessin und die Blumenfrau. Zudem hatten alle in ihren Rollen Gesangsparts.

Das Schauspiel wurde immer wieder mit Musicalstücken belebt, die die Charaktere der einzelnen Figuren betonten. So gab es ein „Lied der Rosen“, ein „Lied der Engel“ oder ein „Fischsuppenlied“. Zum Ende, als Gerda ihren Kay befreien konnte, gab es dann das große Finale mit einem Liebeslied. Alle Schauspieler traten noch einmal auf und sangen zusammen „Ich mach Licht für dich“, ein Lied von großer Wärme und Herzlichkeit. Die großen und kleinen Zuschauer waren begeistert und klatschten die Darsteller immer wieder auf die Bühne.

Zugabe

Nach einer kleinen Zugabe, einem Medley aus verschiedenen Stücken der Aufführung, wurde das Publikum in den Januar-Abend entlassen – mit viel Wärme und guten Gefühlen im Herzen.

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