Stadtentwicklungsausschuss spricht sich für die Anlage eines Bürgerwaldes aus Neue Bäume auf 16.000 Quadratmetern

Espelkamp (WB). Schon bald könnte Espelkamp einen Bürgerwald haben. Die Idee wurde bereits vor einigen Wochen im Ausschuss besprochen. Nun hat Daniela Niederdeppe, vom Bereich Stadtplanung in der Verwaltung, im Stadtentwicklungsausschuss konkrete Pläne vorgestellt.

Von Felix Quebbemann
In etlichen Jahren könnte es auf dem Gelände am Waldweg zwischen der Bahntrasse und der alten B 239 so aussehen. Denn der Stadtentwicklungsausschuss hat sich einstimmig für die Anlage eines Bürgerwaldes ausgesprochen.
In etlichen Jahren könnte es auf dem Gelände am Waldweg zwischen der Bahntrasse und der alten B 239 so aussehen. Denn der Stadtentwicklungsausschuss hat sich einstimmig für die Anlage eines Bürgerwaldes ausgesprochen. Foto: dpa

„Wir haben uns verschiedene Flächen angeschaut.“ Am Ende seien zwei Areale übrig geblieben. Die eine Fläche sei aber nicht umsetzbar gewesen, da sie sich in Vehlage befinde. Favorit ist damit eine etwa 16.000 Quadratmeter große Fläche im südlichen Espelkamp – zwischen der Bahntrasse und der alten B 239 am Waldweg, erklärte Niederdeppe.

Bürgernähe

Dieses Gebiet erfülle nicht nur das notwendige Kriterium der Größe sondern auch der Bürgernähe. „Die Fläche ist gut zu erreichen – ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß“, sagte die Verwaltungsexpertin. Dort, so Niederdeppe, sei eine Umsetzung möglich. Aktuell sei die Fläche noch verpachtet. Das Areal sei sogar 30.000 Quadratmeter groß. Jedoch wolle die Stadt erst einmal mit rund der Hälfte des Gebietes arbeiten, die auch zur Verfügung gestellt werden könne.

Niederdeppe erklärte jedoch auch, dass nicht schon morgen die ersten Bäume gepflanzt werden könnten. Vielmehr sei es notwendig, den Boden auf die Bepflanzung vorzubereiten. Darüber hinaus müsste auch eine Informations-Broschüre aufgelegt und die Öffentlichkeit über das Vorhaben informiert werden. Zum Start der Aktion sei ein Pflanzfest denkbar. Im Anschluss daran müsse die dauerhafte Pflege und Unterhaltung der Bäume gewährleistet werden.

Stadt Löhne

Niederdeppe habe Kontakt zur Stadt Löhne aufgenommen. Dort gebe es ein ähnliches Projekt. Sie erläuterte weiter, dass die Auswahl der Bäume durch die Stadtverwaltung erfolgen werde. Denn es könne nicht jede Baumart gepflanzt werden. Darüber hinaus sollen die Arbeiten im Bürgerwald „vollumfänglich bei uns (der Verwaltung, Anm. d. Red.) bleiben“, kündigte Niederdeppe.

Die Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, für die Bäume eine Patenschaft zu übernehmen. Im Rahmen eines Pflanzfestes sei dann vorstellbar, dass vor dem Baum ein Schild auf den jeweiligen Paten hinweist. In Löhne jedenfalls werde das Konzept gut angenommen.

Niederdeppe erläuterte weitere Vorgaben. „Die Pflanzrate soll sechs mal sechs Meter betragen. Die Herbstpflanzung ist die favorisierte Pflanzung“, erläuterte sie. Somit könnten auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern 100 Bäume gesetzt werden.

20.000 Euro

Ohne die Bereitstellung zusätzlicher Mittel sei dies natürlich nicht möglich. So werde für die Herrichtung der Fläche mit Ausgaben in Höhe von 10.500 Euro gerechnet. Gleich 100 Bäume zu pflanzen befindet Niederdeppe als „recht sportlich“. Daher rechnet sie erstmal mit 50 Bäumen. Jeder Baum werde mit 135 Euro einkalkuliert. Die Pflege durch die Stadt würde weitere 2500 Euro kosten. Am Ende stünden dann rund 20.000 Euro zu Buche. Für das Folgejahr kalkuliere die Verwaltung mit weiteren 9500 Euro. Ab 2022 würden dann nur noch die 2500 Euro für den Pflegeaufwand anfallen. „Diese Kosten bleiben dauerhaft für die Stadt.

Christian Schmitt (SPD) sagte, dass dies eine ganz gute Sache sei. „Wir gehen einen guten Weg.“

Herbstpflanzung

Bürgermeister Heinrich Vieker sagte: „Wir sprechen von der Herbstpflanzung. Damit haben wir genügend Zeit.“ Mit dem Projekt stehe man im Übrigen nicht in Konkurrenz mit der Forstwirtschaft. Bei den Bäumen handele es sich darüber hinaus um Hochstämme, die schon weiter entwickelt seien. Daher käme es auch zu einem Preis von 135 Euro pro Pflanze, so Vieker.

Der Stadtentwicklungsausschuss votierte am Ende einstimmig dafür, 20.000 Euro für einen Bürgerwald in den Haushalt 2020 einzustellen, um das Projekt weiter zu entwickeln.

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