Löschgruppe Gestringen erhält neues Rettungsboot – Feuerwehrleute geehrt
»Flori II« sticht in See

Espelkamp-Gestringen (WB). Der Schriftzug »Flori II« steht am Bug des Schiffes. Das etwa vier Meter lange Rettungsboot ist eine schnittige Erscheinung. Und als das Martinshorn ertönt, drehen sich einige Feuerwehrleute an der Gestringer Feuerwache erstaunt um.

Montag, 07.10.2019, 18:46 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 18:48 Uhr
Die Löschgruppe Gestringen vor dem neuen Rettungsboot »Flori II« mit der Feuerwehrleitung und den Ehrengästen: Stephan Dresing (Löschgruppenführer, hinten von links), Dirk Beste (Zugführer), Michael Dresing (stellvertretender Feuerwehrleiter), Ortsvorsteher Max Grote, Arthur Wall (Vorsitzender des Feuerschutz-Ausschusses), Wehrführer Reiner Hußmann, Dr. Oliver Vogt (stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender) und Christel Senckel (stellvertretende Bürgermeisterin). Foto: Felix Quebbemann

Der »Neuling« im Fuhrpark der Löschgruppe Gestringen hat am Sonntagmorgen alle Blicke auf sich gezogen. Fuhrpark stimmt aber eigentlich nur bedingt. Denn »Flori II«, das neue Rettungsboot der Gestringer Feuerwehr, hat zwar auch Rollen. Aber am Wohlsten fühlt es sich, wenn es Wasser unterm Kiel hat.

Ehrengäste

Viele Gäste sind zur Einweihung des Rettungsbootes (RTB) zur Gestringer Feuerwache gekommen. Christel Senckel, stellvertretende Bürgermeisterin in Espelkamp, gratulierte den Feuerwehrleuten zum neuen Vehikel, das »technisch auf dem neuesten Stand« sei. »Flori II« sei eine Maßanfertigung und könne sich so allen Herausforderungen auf den hiesigen Gewässern – ob Kanal oder Seen – stellen, betonte sie. Die Firma Thews & Weber aus Levern habe für den Bau den Zuschlag erhalten. »Das Unternehmen hat alle Wünsche der Wehr umgesetzt, auch die, die andere Unternehmen für unmöglich erachtet haben«, sagte Senckel.

Besonders hob sie hervor, dass das Boot – aufgrund des klappbaren Trailers – problemlos an jeder Stelle des Mittellandkanals zu Wasser gelassen werden könne. Insgesamt sechs Personen finden in »Flori II« Platz. Neben Blaulicht und Sirene ist das Boot auch mit digitalem Bordfunk ausgestattet. All das konnte der Vorgänger nicht aufweisen. »Flori I« allerdings war auch schon seit Mitte der 70-er Jahre im Einsatz.

Launige Rede

Senckel übergab Reiner Hußmann, Wehrleiter aus Espelkamp, den Schlüssel für das Boot. Der Wehrleiter zeigte sich erfreut über das neue Fahrzeug und sagte, dass »›Flori II‹ die Schlagkraft der Feuerwehr erheblich erhöht«. Neben Hußmann und Michael Dresing ergriff auch Zugführer Dirk Beste das Wort und erinnerte in einer launigen Rede daran, wie sich die Feuerwehr im Vorfeld über verschiedene Rettungsboot-Varianten informiert hatte.

In Hille und Petershagen habe man sich 2017 über die dortigen Boote erkundigt. Ein Jahr später habe man in Höxter den »Weserblitz« ausprobiert. Das Boot gelte als unsinkbar, sagte Beste um dann schmunzelnd hinzuzufügen, dass die Espelkamper den »Weserblitz« bis an den Rand der Leistungsfähigkeit ausgetestet hätten. Beim Fahren mit der offenen Bugklappe sei plötzlich so viel Wasser ins Boot gelaufen, dass die Kameraden am Ende der Probefahrt nicht nur nasse Füße bekommen hätten. Mangels Schöpf-Utensilien mussten letztlich sogar die eigenen Stiefel genommen werden, um das vollgelaufene Boot wieder »zu entwässern«.

Zahlen

Der Dank der Löschgruppe Gestringen ging an Rat, Verwaltung und alle anderen Beteiligten sowie an die auswärtigen Feuerwehren. Sie alle hätten mitgeholfen, das Projekt »Flori II« umzusetzen.

Das Boot kostet insgesamt 55.000 Euro, ist etwa vier Meter lang und 1,70 Meter breit. Es entwickelt eine Leistung von 40 PS und hat einen geringen Tiefgang. Es besitzt eine Bugklappe. Neben Sirene und Blaulicht gibt es auch noch zwei Suchscheinwerfer. Mit dem Kipptrailer können zudem Höhenunterschiede von 1,50 Meter überwunden werden.

Während der Bootsvorstellung wurden auch noch einige Feuerwehrleute mit Leistungsabzeichen für ihre erfolgreiche Teilnahme am Leistungsnachweis 2019 ausgezeichnet.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6986397?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516048%2F
Geburtstagsfeier: Fast 1000 Schüler und Lehrer in Quarantäne
Nach der Familienfeier steigen die Coronazahlen weiter. Aktuell sind zehn Schulen betroffen. Foto: Bernhard Pierel
Nachrichten-Ticker