Erika und Ewald Harre sind seit 50 Jahren verheiratet
Liebe auf den ersten Blick

Espelkamp (WB/ko). »Aus dem Staube in die Mühle« heißt es in einem Sprichwort. Zwei Windmühlen haben vor 51 Jahren Ewald und Erika Harre in Isenstedt den Kopf verdreht. Donnerstag feiern sie ihre goldene Hochzeit.

Mittwoch, 04.09.2019, 19:27 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 19:30 Uhr
Erika und Ewald Harre feiern an diesem Donnerstag ihre goldene Hochzeit. Kennengelernt haben sie sich in der Disco am Tannenbergplatz in Espelkamp. Foto: Andreas Kokemoor

Wasser auf die Mühlen der Beziehung zwischen den beiden Goldjubilaren kam genau ein Jahr vor dem Eheglück. Ewald Harre und ein Freund waren von Gehlenbeck auf dem Weg zur Disco am Tannenbergplatz in Espelkamp. Unterwegs trafen sie auf seine Zukünftige und eine Freundin. Zu viert fuhren sie zum Tanzen. Erika Harre, geborene Hagemeier, und Ewald waren 16 und 19 Jahre alt. »Es hat sofort gefunkt«, bekennen beide noch heute verliebt und verraten, warum beide keine 24 Stunden später dennoch – das erste und einzige Mal – frustriert waren und sich gekränkt von einander fühlten.

Wiedersehen am nächsten Tag

Ewald und Erika Harre verabredeten sich in der Disco gleich für den nächsten Tag. »Wir sehen uns an der Alten Mühle«, schlug Erika Harre vor. Ewald Harre stimmte zu. Am nächsten Tag wartete Ewald Harre am Mühlengebäude gegenüber des Gasthauses Peper. Erika Harre wartete auf dem Platz »Alte Mühle« in der Nähe von Kaisers Kreuzung in der Nähe der alten B239. Beide warteten also vergebens. Durch Zufall trafen sich aber beide sehr schnell wieder und es funkte erneut. Sie blieben zusammen. Bis heute. Ein Jahr nach dem Kennenlernen erfolgte durch Pastor Heufer die Trauung. Die standesamtliche Trauung wurde in Gehlenbeck gefeiert.

Gefeiert wird am Samstag im Dorfkrug Kaiser. Zuvor geht es am Morgen in die Kirche. Pfarrerin Sigrid Mettenbrink wird die feierliche Segnung vornehmen. Am eigentlichen Ehrentag an diesem Donnerstag werden außerdem viele Gratulanten die Hände der 67-Jährigen und des 70-Jährigen goldenen Hochzeiter schütteln.

Damenmode genäht

Der Bekanntenkreis von Erika und Ewald Harre ist so groß, so groß der Einsatz der Goldjubilare im Ort ist. Sie kam am 9. Februar 1952 mit Mädchennamen Hagemeier auf die Welt. Eingeschult in der Waldschule gehörte Erika Harre zum ersten Jahrgang, der seinen Abschluss an der neuen Volksschule machte. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung als Näherin bei der Firma Ravens, die zur Firma Hucke gehörte. »Danach war ich Hausfrau und Mutter. In der freien Zeit blieb ich aber weiterhin Näherin in Heimarbeit für die Firma Caribia Damenmoden. Von 1985 an arbeitete sie bis zu ihrem Ruhestand 21 Jahre beim Ludwig-Steil-Hof als Hauswirtschaftskraft.

Ewald Harre erblickte am 2. Mai 1949 in Gehlenbeck das Licht der Welt. »Ich wollte schon in der Schule Maurer werden«, sagt er. Er hielt sein Wort nicht ganz und wurde am Schluss sogar Beamter. Nach acht Jahren Volksschule ging er beim Maurerbetrieb Schröder in Lübbecke in die Ausbildung. Anschließend arbeitete er bei Möller in Gehlenbeck als Geselle, Es folgten vier weitere Jahre als Produktionsmitarbeiter bei Otti Jugendmöbel in Lübbecke. Danach ging die Post nicht für aber mit Ewald Harre ab im wahrsten Sinne des Wortes. Er arbeitete als Zusteller in Lübbecke, Gehlenbeck und Rahden. »Ich lernte viele Leute und Hunde kennen«, berichtete er. Neunmal wurde er gebissen.

Treuer Sozialdemokrat

Seit fast 30 Jahren ist Ewald Harre Mitglied der SPD und gehörte »selbstverständlich« den Gewerkschaften IG Bau, Holz-Kunststoff und bis heute der Postgewerkschaft an.

Erika und Ewald Harre wohnten zunächst bei den Eltern der Braut. Die Eltern der Jubilarin bauten gerade neu. Ewald Harre als Maurer packte natürlich mit an. Anschließend hätten sie jedoch zur Miete gewohnt, da es im Eltern- und Schwiegerelternhaus zu eng geworden sei, weil dort auch noch Bruder und Schwester von Erika Harre wohnten. 1977 bauten sie ihr eigenes Heim an der Alten Schulstraße, in dem sie auch noch heute wohnen. Zwei Töchter und fünf Enkel gehören zur Familie. Tochter Viola wohnt mit Schwiegersohn Thomas im gleichen Haus. Tochter Bianka wohnt mit Schwiegersohn Sascha im Ort.

Im Dorf aktiv

Seit zwölf Jahren ist Ewald Harre Ortsheimatpfleger. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Außerdem ist er seit fünf Jahren Vorsitzender des Heimatvereins, ist davor viele Jahre stellvertretender Vorsitzender gewesen. Eine große Leidenschaft ist von ihm das plattdeutsche Laienspiel auf der Heimatbühne. Auch für Erika Harre bildete die Heimatbühne einen Mittelpunkt, auch wenn sie hinter der Bühne stand. Dort wurde sie aktiv, wenn der Vorhang zuging und die Requisiten umgebaut werden mussten. Des Weiteren ist Erika Harre Mitglied im Sozialverband, in dem sie auch im Vorstand wirkt.

Als Gratulantin hat sich für den heutigen Ehrentag auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Senckel angekündigt.

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