Ursache für Verkeimung in vier Gebäuden beseitigt – Duschen am Erlengrund gesperrt
Legionellen nicht überall gebannt

Espelkamp (WB). Die Duschen in der Turnhalle im Erlengrund bleiben vorläufig gesperrt. Nach wie vor gibt es dort Legionellenbefall.

Dienstag, 03.09.2019, 20:15 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 20:18 Uhr
Legionellen sind nach wie vor im Trinkwasser der Turnhalle im Erlengrund nachgewiesen worden. Die Stadt forscht weiter nach der Ursache. Foto: dpa

André Köster, Sachgebietsleiter Gebäudemanagement, erläuterte am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, dass die Probleme in den anderen vier betroffenen städtischen Objekten inzwischen behoben und die Gebäude freigegeben worden seien. Die Proben in den sanitären Anlagen der Erlengrund-Turnhalle würden allerdings immer noch erhöhte Legionellenwerte aufweisen.

Wasser nicht heiß genug?

»Wir wissen nicht, woran es liegt«, musste Köster zugeben. Allerdings gäbe es eine Vermutung. Demnach könnte die Ursache in den dicht nebeneinander verlegten Kalt- und Warmwasserleitungen am Erlengrund liegen. Denn, so der Gebäudemanager, die Warmwasserleitung sei möglicherweise nicht ausreichend isoliert, so dass die Temperatur von der Kaltwasserleitung beeinflusst werde und nicht ausreichend hoch sei.

Denn lauwarmes Wasser befördert die Vermehrung der gefährlichen Bakterien, die für die sogenannte Legionärskrankheit verantwortlich sind, eine schwere Form der Lungenentzündung. Die Ansteckung erfolgt über die Atemwege, wenn Wasser mit einer ausreichenden Legionellenkonzentration zerstäubt und die so entstehenden Aerosole eingeatmet werden.

Auch Hüllhorst war betroffen

Warum es allerdings in den Vorjahren keine auffälligen Werte in Espelkamp gegeben hat – die Leitungen liegen so ja schon lange in der Turnhalle – konnte sich Köster nur mit veränderten Beprobungsmethoden beziehungsweise den 2016 gesenkten Grenzwerten erklären. »Auch andere Kommunen haben in diesem Jahr Probleme mit erhöhten Legionellenwerten«, spielte er auf Hallenschließungen etwa in Hüllhorst an. Die Stadt werde in jedem Fall daran arbeiten, dass die Situation gelöst, die Gesundheitsgefahren beseitigt und die Duschen so schnell wie möglich wieder nutzbar werden, sagte Köster.

Befund im Juni

Im Juni war bei turnusmäßigen Trinkwasserüberprüfungen die Legionellenbelastung aufgefallen. Betroffen waren der Sportplatz Fabbenstedt, das Albert-Pürsten-Stadion, die Turnhalle Auewaldschule sowie die beiden Turnhallen in Frotheim an der Grundschule und die Turnhalle im Erlengrund. In Absprache mit dem Gesundheitsamt hatte die Stadt die Anlagen sofort gesperrt. Es wurde davon ausgegangen, dass der Befall insbesondere aufgrund von technischen Mängeln wie defekter Zirkulationsleitung, Fehleinstellungen der Warm-Wasser-Aufbereitung oder auch durch eine längere Nichtnutzung der Anlage und damit verbundener Stagnationen im Rohrsystem ausgelöst worden sei.

Nach der Mängelbeseitigung wurde eine Nachbeprobung unter Beteiligung des Gesundheitsamtes vorgenommen. Für vier Gebäude gab es nun die Entwarnung, also Freigabe, für die Erlengrund-Turnhalle eben nicht.

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