78-jähriger Mann hatte sich Kindern an der Erlengrundschule entblößt gezeigt
Senior zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt

Espelkamp (WB/fs). Ein 78-jähriger Espelkamper ist am Freitag vor dem Landgericht Bielefeld wegen exhibitionistischer Handlungen vor Kindern in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Freitag, 02.08.2019, 16:37 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 16:42 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Der Mann soll sich laut Anklage vier Mal im Zeitraum von April 2017 bis Juni 2018 mit heruntergelassener Hose vor insgesamt drei noch minderjährigen Mädchen gezeigt haben. Zudem warf die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, er habe in einem Fall auch sexuelle Handlungen an sich selbst vorgenommen. Verhandelt wurde gegen ihn in diesem Fall deshalb auch wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Die Richterinnen und Schöffen der vierten Strafkammer konnten an den zwei Prozesstagen einen sexuellen Missbrauch jedoch nicht feststellen, sodass hierfür keine Verurteilung erfolgte.

Angeklagter gibt Stellungnahme ab

Der Angeklagte hatte zu Beginn des zweiten Prozesstages eine Erklärung zu seiner Sicht der Geschehnisse über seine Anwältin verlesen lassen. Darin gab er an, dass er sich häufiger am Gabelweiher in der Nähe der Erlengrundschule aufhalte. Dort sei er auch an besagtem 29. April 2017 gewesen, als sich die erste Tat ereignet haben soll. Wie berichtet, sollen die drei Mädchen den Mann in einem Gebüsch neben dem Spielplatz der Grundschule mit heruntergelassener Hose gesehen haben. Zudem soll er sein Geschlechtsteil in der Hand bewegt haben.

An die Begegnung mit den drei Mädchen konnte sich der Angeklagte laut Stellungnahme noch erinnern. »Ich möchte aber betonen, dass ich nicht auf dem Spielplatz war«, verließ die Anwältin. Aufgrund einer schweren Nierenerkrankung habe er Probleme mit häufigem Harndrang. »Ich bin absichtlich in ein Gebüsch zum Urinieren gegangen«, begründete der Angeklagte sein Handeln an diesem Tag. Er habe aber keine sexuellen Handlungen an sich selbst vorgenommen. Die Kinder habe er zudem erst bemerkt, als er bereits in dem Gebüsch war.

Gericht berücksichtig hohes Alter des Espelkampers

Die Vorwürfe des Exhibitionismus wies er zurück: »Ich habe mich immer an vor Blicken geschützte Orte begeben.« Als er bemerkt habe, dass die Kinder ihn gesehen hatten, habe er seine Hose sofort wieder hochgezogen. Es sei nicht seine Absicht gewesen, die Kinder mit seinem Anblick zu verstören. »Sollte das so sein, tut es mir leid«, verließ die Anwältin weiter. An die drei weiteren Vorfälle könne sich der 78-Jährige jedoch nicht mehr konkret erinnern. Bei diesen soll er mindestens ein weiteres Mal mit heruntergelassener Hose vor einem der drei Mädchen – ebenfalls neben der Erlengrundschule – aufgetaucht sein.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde am zweiten Prozesstag auch das dritte der beteiligten Mädchen vernommen. Zudem sagte eine Kriminalbeamtin aus Minden aus, die sich mit den Ermittlungen befasst und die Zeugen befragt hatte. Im Wesentlichen gab sie das wieder, was die am Tag zuvor gehörten Zeugen bereits geschildert hatten und der Anklage entsprach.

In ihrem Urteil berücksichtigte die Vorsitzende das hohe Alter des Angeklagten und die damit verbundene Haftempfindlichkeit. Darüber hinaus sei der Espelkamper nicht vorbestraft.

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